SSDs: Fälschungen mit geringer Kapazität im Umlauf
Wie auch bei USB-Sticks und Speicherkarten scheinen nun gefälschte SSDs im Umlauf zu sein. Diese suggerieren eine höhere Kapazität als sie eigentlich bieten und verfügen weder über einen anständigen Controller, noch über DRAM-Cache. Lesen Sie daher im Folgenden mehr zu einem solchen Fall im Konkreten und wie Sie stattdessen SSDs kaufen sollten.
SSDs sind aktuell wie auch Arbeitsspeicher sehr günstig und viele Spieler nutzen diese Chance für Speicherupgrades im heimischen PC. Dabei ist allerdings Vorsicht angebracht, denn bei manchen Angeboten handelt es sich um Fälschungen, die auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen sind. Einen solchen Fall hat auch ein Leser der c't erlebt, der eine günstige SSD "Made in Chona" bestellt hat. Dabei handelt es sich leider nicht um einen Schreibfehler, sondern den tatsächlichen Aufdruck auf dem Massenspeicher. Die SSD erreichte in seinem eigenen Test nach kurzer Zeit nur noch Schreibraten von weit unter 100 MB/s, woraufhin er die Versuche einstellte.
Die Kollegen von heise.de bestellten daher ebenfalls zwei Modelle dieser SSD und testeten sie ausführlich, um die Problematik nachvollziehen zu können. Dabei erreichten sie in ersten Benchmarks noch akzeptable 450 MB/s, doch beim Kapazitätstestprogramm sanken die Werte auf unter 10 MB/s. Die reale Kapazität der SSD lag demnach nur bei 110 GByte, sodass die SSD ein klarer Betrug am Kunden ist.
Bei genauerer Untersuchung konnte noch die Hardware analysiert werden. Demnach sind zwei Speicherchips verbaut, die mit einem Micron-Logo und einer Teilenummer daherkommen. Den angegebenen Typ gibt es jedoch nicht bei Micron. Der Controller ist plangeschliffen, doch anhand der Platinenbeschriftung ließ er sich als Realtek RTS5732 identifizieren, der keine Unterstützung für DRAM-Cache bietet. Dieser wiederum muss manipuliert worden sein, um die falsche Kapazität in Ausleseprogrammen und Windows anzuzeigen.
Sensorseitig scheint außerdem mehr im Argen zu liegen. Die identischen Seriennummern, die auf die SSDs gedruckt sind, werden im SMART-Tool nicht bestätigt und unterscheiden sich. Dazu kommt, dass die Speichermedien unabhängig des genutzten Workloads permanent mit einer Temperatur von 30 °C ausgelesen werden. Erst ein Thermometer zeigt die realen Temperaturen an. Daher kann nur dazu geraten werden, SSDs nur von namhaften Herstellern aus dem Fachhandel zu beziehen.
Auch diese Modelle sind günstiger geworden und zwischen Fälschung und Original liegen nur wenige Euros. Achten Sie zusätzlich darauf, ein Modell mit DRAM-Cache und MLC-, TLC- oder SLC-Speicher zu erwerben, wenn Sie die SSD als Systemplatte einsetzen wollen. Für einen Überblick über empfehlenswerte Modelle hilft die PCGH-Kaufberatung, die für jedes Budget sinnvolle Optionen bietet.
Quelle: heise.de
Und genau das Thema ist noch relativ neu. Nur weil an anderer Stelle vorher schon mal darüber informiert wurde, bedeutet das ja nicht, dass da keine andere Plattform mehr drüber berichten darf.
Im Gegenteil, über diese Scam-Produkte sollte regelmäßig berichtet werden, denn es werden nach wie vor noch viel zu viele davon angeboten und verkauft.
Auch erwähnen kann man die 2TB SDcards für schlappe 30€. Alles nix neues.
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Einen solchen Fall hat auch ein Leser der c't erlebt, der eine günstige SSD "Made in Chona" bestellt hat