Ryzen 7 1700 und X370-Board: M.2-SSDs im RAID-Verbund? Leserbrief der Woche

29
News PCGH Redaktion Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ryzen 7 1700 und X370-Board: M.2-SSDs im RAID-Verbund? Leserbrief der Woche
Quelle: MEV

Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.

PCGH-Leser Stephan K. hat sich ein Rzyen-System mit einem Ryzen 7 1700 und einem MSI X370 Gaming Pro Carbon gegönnt. Lohnt es sich, seine beiden Samsung 960 Evo im RAID zu betreiben?

Der Leserbrief:

"Ich bin einer der "Bekloppten", der einen Ryzen 7 1700 vorbestellt hat und erhalte in Kürze das MSI X370 Gaming Pro Carbon, das über zwei M.2-Schnittstellen verfügt. Eine dieser Anschlussmöglichkeiten ist per PCI-Express 3.0 ×4 angebunden, während die zweite Schnittstelle über PCI-Express 2.0 ×4 betrieben wird. Jetzt frage ich mich, wie hoch die Unterschiede im Datendurchsatz sind und ob es sich überhaupt lohnt, meine beiden M.2-SSDs Samsung 960 Evo in einen RAID-Verbund einzubinden."

Die Antwort von Torsten Vogel (Fachbereich Mainboards):

"Damit ein derartiger RAID-Verbund Vorteile ergibt, müssen vier Bedingungen erfüllt sein:
1. Da AMD nativ nur SATA-RAID-Verbünde unterstützt, muss ein Software-RAID genutzt werden. Dafür muss entweder Linux genutzt werden oder, falls Windows zum Einsatz kommt, ein drittes Laufwerk für das Betriebssystem zur Verfügung stehen.
2. Diese Software-RAID-Lösung muss unterschiedlich schnelle Laufwerke auslasten können, die Daten also nicht 1:1 (normales RAID 0), sondern 2:1 spiegeln. Sonst würde der Verbund nur doppelte PCI-Express-2.0-×4-Geschwindigkeit erreichen, also in etwa die Leistung eines einzelnen PCI-Express-3.0-×4-Anschlusses.
3. Man benötigt eine Anwendung, die ihre Daten ausschließlich vom RAID-Verbund bezieht, also zum Beispiel nicht durch weitere Zugriffe auf die Betriebssystem-SSD gestört wird.
4. Diese Anwendung muss durch die ohnehin sehr gute Performance einer einzelnen 960 Evo limitiert werden. Reine Kopiervorgänge dürften mangels eines noch schnelleren Ziel- beziehungsweise Quell-Laufwerkes übrigens nicht dazu zählen.
Sollten bei Ihnen ein Szenario vorliegen, dass alle vier Bedingungen erfüllt, dann würde sich ein RAID-0-Verbund lohnen - und mich würden Details darüber interessieren. Uns ist nämlich noch keins eingefallen :-)"

Leserbriefe können Sie an leserpost@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

29
    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Woran es im Einzelfall hängt, kann nur ein Spiele-Entwickler sagen. Die Ladezeiten vieler Spiele skalieren jedenfalls auch nicht übermäßig gut mit der CPU-Leistung. Selbst bei einigen sehr alten Retro-Games aus den 90ern sitze ich zum Teil eine halbe Minute vor dem Ladebildschirm, obwohl jede einzelne Komponente des Systems um den Faktor 20 bis 50 schneller ist als zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.
        Fest steht aber: SSDs lohnen sich nur bis zu einer gewissen Grenze. Man darf auch umgekehrt nicht vergessen, dass sich kein Entwickler 10-Minuten-Ladezeiten von einer HDD erlauben kann und global betrachtet gibt es sehr viele Anwender, die nicht ihre komplette Spielesammlung auf Flash unterbringen können.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Woran es im Einzelfall hängt, kann nur ein Spiele-Entwickler sagen. Die Ladezeiten vieler Spiele skalieren jedenfalls auch nicht übermäßig gut mit der CPU-Leistung. Selbst bei einigen sehr alten Retro-Games aus den 90ern sitze ich zum Teil eine halbe Minute vor dem Ladebildschirm, obwohl jede einzelne Komponente des Systems um den Faktor 20 bis 50 schneller ist als zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.
        Fest steht aber: SSDs lohnen sich nur bis zu einer gewissen Grenze. Man darf auch umgekehrt nicht vergessen, dass sich kein Entwickler 10-Minuten-Ladezeiten von einer HDD erlauben kann und global betrachtet gibt es sehr viele Anwender, die nicht ihre komplette Spielesammlung auf Flash unterbringen können.
      • Von Kotzi01 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Die Rechnung ist korrekt und der Grund dafür hat gar nichts mit Laufwerken zu tun, sondern ist ein einfacher statistischer Effekt: Zwar verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine SSD ausfällt. Aber man kann die Wahrscheinlichkeiten von Ausfall A und Ausfall B nicht einfach addieren, denn dann würde man die kleine Gruppe von Fällen, in denen beide Laufwerke den Geist aufgeben, doppelt zählen – aber natürlich können Daten nicht doppelt verloren gehen. In der Praxis ist dieser Unterschied noch unbedeutender als der Datenverlust durch Laufwerksausfall überhaupt (deswegen meine Formulierung "knapp"), aber wenn man tatsächlich 60 Prozent Auswahlwahrscheinlichkeit hat (zum Beispiel weil man einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet), beträgt der Fehler schon 0,6 * 0,6 = 36 Prozent.

        Auch die Ladevorgänge der meisten Spiele werden nicht nur das Laufwerk begrenzt. Man kann sich überschlagsweise einfach mal die Arbeitspeicherbelegung der Titel angucken: 8 GiB in den RAM zu laden dauert auch mit einer SATA-SSD keine 40 Sekunden. Aber 2 GiB zu laden und zu 8 GiB zu entpacken...
        Àlso ist der Prozessor quasi der Flaschenhals? Der Ram ist es ja nicht denke ich mal?
      • Von mr.malcom Kabelverknoter(in)
        @Mephisto_xD und @PCGH_Torsten: danke für die Erklärung, leuchtet ein.

        da leider noch keiner eine Antwort auf meine Frage hatte bin ich so frech und frage einfach nochmal:

        Kann ein Ryzen Besitzer mal bitte testen ob man inzwischen durch ein AMD RAID beim X370 Chipsatz die SMART Werte der Festplatten mit Programmen wie z.B. CrystalDiskInfo auslesen kann?
        Soweit mir bekannt geht das aktuell nur mit Intel RAID?
        Vieles Dank.
      • Von Honkalonka78 PC-Selbstbauer(in)
        Selbst bei Festplatten hatte RAID 0 für "Privatanwender" kaum einen Nutzen. Es sei denn, man kopierte dauernd große Dateien hin und her.
        Hatte auch mal ein RAID 0, was dann nach 2 Monaten den Geist aufgegeben hatte, war im Prinzip viel Arbeit, viel Ärgerei für nix und dann krepiert das Ding auch noch.

        Las es sein, real Performancetechnisch bringts nix, nur in irgendwelchen Benchmarks hast du dann größere Balken, toll. Dafür dann ein viel größeres Risiko.

        Und wenn Performance sooooo wichtig wäre, dann hätte ich mir nicht 2 Evo sondern 2 Pro zu gelegt, wenn schon, dann wenigstens richtig.
      • Von Echo321 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Mazrim_Taim
        Der Raidcontroller könnte den Bootvorgang verlangsammen=> mit ner normalen SSD bzw. M2 ist man dann immernoch schneller im Spiel.
        Ich habe noch nie verstanden wieso der Bootvorgang wichtig ist. Wie oft boote ich meinen PC am Tag und was machen da 2 , 10 oder selbst 30 Sekunden Unterschied ? Wenn ich nach dem "Knöpfchen" drücken auf Klo , Eine rauchen oder was zu trinken holen gehe dauert das mehrere Minuten. Sobald ich dann wieder am PC sitze muss das Ding rennen wie Teufel oder ich werde verrückt
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk