Patriot Viper-SSD mit weniger Cache als beworben im Umlauf

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Patriot Viper-SSD mit weniger Cache als beworben im Umlauf
Quelle: Patriot Memory

Bei Patriots NVMe-SSD VPN100 aus der Viper-Reihe ist mindestens ein Fall bekannt geworden, bei dem die beworbene Menge des SDRAM-Caches nicht korrekt ist.

Patriots NVMe-SSD Viper VPN100 kam 2019 auf den Markt und wird seither im offiziellen Datenblatt mit 2 GByte SDRAM-Cache beim 2-TB-Modell und 1 GByte Cache beim 1-TB-Modell geführt. Doch wie bereits vor ein paar Wochen ein Reddit-Nutzer entdeckt hat, zeigte sich bei einem 2-TB-Exemplar unter der Haube lediglich ein Chip mit 512 MByte als Zwischenpuffer und damit deutlich weniger als beworben. Dementsprechend können die Übertragungsraten bei großen Dateioperationen deutlich schneller als angedacht einbrechen, was allerdings nicht unbedingt ohne Weiteres auffallen muss.

Konkret wurde ein SDRAM-Baustein des Herstellers Kingston mit der Bezeichnung D2516ECMDXGJD vorgefunden, bei dem es sich gemäß Spezifikation um einen DDR3L-1866-Chip mit einer Kapazität von 4 GBit beziehungsweise 512 MByte handelt. Offenbar verbaut Patriot also mittlerweile oder generell nicht immer die beworbene Cache-Menge, ohne dass dies über aktualisierte Herstellerangaben für den Endkunden sichtbar kommuniziert wurde.

Wechselnde Komponenten auf SSDs sind im Laufe der Produktlebenszeit keine Seltenheit, insbesondere bei Herstellern ohne eigene Bauteilproduktion mit stattdessen zugekauften Komponenten, doch normalerweise sollten natürlich die spezifizierten Mindestanforderungen nicht darunter leiden. In welchem Ausmaß die Viper VPN100 und womöglich auch weitere SSDs betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt. Die Kollegen von Heise.de haben Patriot um eine Stellungnahme gebeten.

Betroffener Nutzer berichtet

Der Entdecker der Cache-Problematik berichtet unterdessen in einem nachgeschobenen Beitrag auf Reddit.com, dass sich die US-Firma wenig hilfreich verhalte. So werde etwa das für Reklamationen gedachte E-Mail-Konto nicht aktiv verwendet und die RMA-Anfrage musste stattdessen noch an das generelle Support-Konto umgeleitet werden, während letztlich zudem die Reklamation mit Verweis auf den Händler als Zuständigkeitsbereich abgewiesen wurde.

Darüber hinaus habe das Unternehmen geäußert, man könne das Datenblatt nicht jedes Mal aktualisieren, wenn sich eine Komponente ändert. Trotz alledem hat der Hersteller laut dem Betroffenen immer noch nichts unternommen, um das Problem zu beheben. Eine offizielle Stellungnahme von Patriot steht derweil noch aus.

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von Pu244
        Ich frage mich immer, warum die Europäer und besonders die Deutschen so unglaublich dumm sind und sich darüber freuen, dass große Firmen sie nach Herzenslust verarschen können, ohne dafür eine echte Strafe erwarten zu müssen.


        Habe ich das behauptet?
        Wenn ich in den USA wohnen würde hätte ich mich min. der Sammelklage angeschlossen.
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von Pu244
        Ich frage mich immer, warum die Europäer und besonders die Deutschen so unglaublich dumm sind und sich darüber freuen, dass große Firmen sie nach Herzenslust verarschen können, ohne dafür eine echte Strafe erwarten zu müssen.


        Habe ich das behauptet?
        Wenn ich in den USA wohnen würde hätte ich mich min. der Sammelklage angeschlossen.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Echo321
        Ich bin mir sicher solche Praktiken sind verboten. Leider kann man bei Technikenkomponenten nur schwer erkennen ob so ein Betrug vorliegt. Wie viele der Nutzer lesen denn Hardwaredaten aus, lesen sich die Typenschilder durch usw. ? Man bestellt und geht davon aus das man bekommt was auf der Verpackung / der Shopseite / in Testberichten steht. Nur weil das so ist fangen komische Firmen damit an
        Das ist eben etwas, das man vor Gericht diskutieren muß. Die Hersteller ziehen sich darauf zurück, dass in ihren Datenblättern das genannt wird, was auch geliefert wird und da wird der Cache meist nicht erwähnt oder gar keine Werte genannt. Aus Verbrauchersicht kann man sagen, dass die SSDs getestet werden, wie sie zuerst ausgeliefert werden. Man kann also später die tollen SSDs, die in Magazinen und Testseiten empfohlen werden, nicht kaufen und bekommt etwas schlechteres. Das ist eine Irreführung.

        Am Ende wird ein Gericht entscheiden müssen und bis das nicht geschehen ist, werden die Hersteller weiter machen. Besonders in Europa, wo es für soetwas keine Strafen gibt (worüber sich manche sogar freuen).
      • Von Gast1728637801
        Die einzige defekte SSD, die die ich je gesehen habe, war von Patriot.
      • Von Echo321 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Der Mist gehört verboten, dann wird es auch wieder einfach, sich eine SSD zu kaufen ohne vorher lange studieren zu müssen, wer jetzt wie bescheißt.
        Ich bin mir sicher solche Praktiken sind verboten. Leider kann man bei Technikenkomponenten nur schwer erkennen ob so ein Betrug vorliegt. Wie viele der Nutzer lesen denn Hardwaredaten aus, lesen sich die Typenschilder durch usw. ? Man bestellt und geht davon aus das man bekommt was auf der Verpackung / der Shopseite / in Testberichten steht. Nur weil das so ist fangen komische Firmen damit an
      • Von Misanthrop68 Volt-Modder(in)
        Zitat von sesharim
        ... Ich weiß auch garnicht ob man bei sowas zum verbraucherschuß gehn kann und die ne klage in die wege leiten würden.
        Ich denke schon das eine Klage erfolgreich ist. Da ja eine Irreführung des Verbrauchers bewusst gemacht wird. Und die Aussage „...man könne das Datenblatt nicht jedes Mal aktualisieren.“ des Herstellers, unter Mauert ja das er es mit Absicht so macht.
      Direkt zum Diskussionsende
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