Neue Speichertechnik: Ferroelektrischer Speicher läuft selbst bei 600 °C noch problemfrei
Ein neuer, persistenter Speicher auf Basis von Aluminiumscandiumnitrid soll selbst bei 600 °C noch funktionieren. Dadurch könnte er beispielsweise in der Raumfahrt, in Kampfflugzeugen oder Sensoren für neue Möglichkeiten sorgen.
Moderner NAND-Flash ist zwar für beeindruckende Speicherdichten und Geschwindigkeiten geeignet, die kostengünstige Speichertechnik hat aber auch ihre Grenzen. Eine davon ist die Temperatur: Selbst Spezialchips können mit dieser Technik nur bei maximal rund 200 °C betrieben werden. Darüber sind sie nicht mehr funktionstüchtig. Für Heimanwender hat das zwar keine Relevanz, dafür aber durchaus für die Industrie und die Forschung.
Bis zu 600 °C
In Zukunft könnte hier ein neuer, ferroelektrischer Speicher helfen, der an der University of Pennsylvania entwickelt wurde. Eine jüngst auf Nature veröffentlichte Forschungsarbeit beschreibt einen entsprechenden Aufbau auf Basis von Aluminiumscandiumnitrid (Al₀.₆₈Sc₀.₃₂N), an dem unter anderem auch das Fraunhofer-Institut forscht.
Der auf einem 4-Zoll-Wafer aufgebaute Speicher soll Daten dauerhaft speichern können und selbst bei 600 °C noch lauffähig sein. Bei dieser Temperatur konnte offenbar eine Million Lesezyklen für einen Zeitraum von maximal 60 Stunden durchgeführt werden. Gleichzeitig soll der Speichertyp direkt mit Halbleitern auf Basis von Siliziumcarbid zusammenarbeiten können, die momentan für Hochtemperatur-Rechenanwendungen verwendet werden.
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Sofern sich der Speicher kosteneffizient und zuverlässig fertigen lässt, was bei derartigen Forschungsarbeiten oft noch Problempunkte sind, könnte er für diverse Anwendungsbereiche interessant werden. Genannt werden etwa Sensoren, Strahlflugzeuge oder die Raumfahrt. Als konkretes Beispiel wird außerdem die Erforschung der Venus hervorgehoben, auf deren Oberfläche Temperaturen zwischen 437 °C und 497 °C herrschen. Mit NAND-Flash wäre eine direkte Untersuchung der Oberfläche des Planeten dadurch unmöglich. Mit der hier vorgestellten Technik könnte sie hingegen gelingen. Vermutlich gäbe es bei einer entsprechenden Mission neben dem Speicher aber auch noch zahlreiche weitere Probleme, die vorher gelöst werden müssten.
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Quelle: Penn Today / Nature (Paper) via PC Gamer
Oder wir kühlen das System gleich mit einer Klimaanlage, wie das jayz2cent manchmal beim Übertakten gerne macht
"Scandium kommt recht selten vor, es steht an 50. Stelle der Elementhäufigkeit. In den typischen Mineralien der seltenen Erden kommt Scandium nur in sehr geringen Mengen als Begleiter der anderen Seltenerdmetalle vor."
"Scandium findet sich in geringer Konzentration in über 800 Mineralien. Es ist daher auch in Erzkonzentraten der Übergangsmetalle als Verunreinigung enthalten. Hierzu zählen russische und chinesische Wolframit- und Tantalitkonzentrate. Auch bei der Aufbereitung uranhaltiger Erze fallen Scandiumverbindungen an."
Tja, mal wieder bei den besten Freunden der lieblichen NATO ... also für uns als Mitläufer in nächster Zeit so ohne weiteres nicht erreichbar.