Micron M600 SSD: Gute Schreibleistung und niedrige Leistungsaufnahme dank dynamischem SLC-Cache?

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Micron M600 SSD: Gute Schreibleistung und niedrige Leistungsaufnahme dank dynamischem SLC-Cache?

Der US-amerikanische Speicherhersteller Micron hat die M600-Serie angekündigt, welche ungewohnt nicht über das Tochterunternehmen Crucial vermarktet werden soll. Dabei setzt man auf einen SLC-Cache, den die eigentlichen MLC-Zellen simulieren. Im Gegensatz zur Konkurrenz ist dieser allerdings dynamisch gehalten und somit von der belegten Kapazität abhängig.

Nachdem im März dieses Jahres die Crucial M550 (PCGH-Test) erschienen ist, bereitet Micron nun die Markteinführung der M600 vor – dieses Mal allerdings unter dem eigenen Namen und nicht unter dem des Tochterunternehmens. Mit von der Partie sind Ausführung im 2,5-Zoll-, M.2- sowie mSATA-Format, wobei alle drei auf SATA 6 Gbit/s zurückgreifen (die M.2-Modelle nutzen die PCI-Express-Lanes nicht). Dabei setzt man auf den hauseigenen, in 16 nm gefertigten MLC-Flashspeicher, der allerdings auch als SLC-Speicher genutzt werden kann.

Dazu wird jeweils nur das erste Bit einer Zelle beschrieben, wie es beispielsweise auch bei Samsungs Turbo Write der Fall ist. Der als SLC simulierte Teil wird dann als Cache genutzt, wobei die Verhältnisse dynamisch geregelt werden. Ist die SSD also beispielhaft nur zu 50 Prozent gefüllt, ist der SLC-Cache größer gehalten als bei 80 Prozent. Bei der Konkurrenz ist Letzterer hingegen immer statisch. Demzufolge soll die Schreibgeschwindigkeit umso höher ausfallen, je weniger Speicher belegt ist. Zudem soll so der Energiebedarf sinken, da es effizienter ist, zwei Zellen mit jeweils einem Bit zu beschreiben anstatt eines mit zwei.

Ungewöhnlich hoch mutet die angegebene Performance an, welche unabhängig von der Kapazität bei 560/510 MB/s im sequenziellen Lesen beziehungsweise Schreiben und 100.000/88.000 IOPS bei Zufallszugriffen (lesen/schreiben) liegen soll. Da durchgängig 128-Gbit-Chips zum Einsatz kommen, sollte die reale Performance vor allem bei den kleinen SSDs deutlich niedriger ausfallen – je weniger Chips vorhanden sind, desto geringer fällt bekanntlich die Leistung aus. Der SLC-Cache kann ausschließlich die Schreibrate verbessern.

Laut Micron sollen erste Kontingente bereits an OEM-Partner und Geschäftskunden ausgeliefert werden, wobei man noch keine Preise nannte. Ob und wann die M600-Serie auf den Endkundenmarkt gelangen soll, gab man ebenso wenig an. Wir vermuten allerdings, dass es die SSDs in den kommenden Wochen oder Monaten auch in unseren Preisvergleich schaffen werden – wahrscheinlich dann unter der Marke Crucial.

Quelle: Micron (Pressemitteilung, Produktseite)

Micron M600 2,5 Zoll M.2 mSATA
Controller Marvell 88SS9189 Marvell 88SS9189 Marvell 88SS9189
Kapazität 128/256/512/1.024 Gbyte 128/256/512 GByte 128/256/512 GByte
Seq. Lesen 560 MB/s 560 MB/s 560 MB/s
Seq. Schreiben 510 MB/s 510 MB/s 510 MB/s
4K Random Read 100.000 IOPS 100.000 IOPS 100.000 IOPS
4K Random Write 88.000 IOPS 88.000 IOPS 88.000 IOPS
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