Core i+: Intel nimmt Optane-CPU-Bundles vom Markt
Kein ganzes Jahr haben die Optane-CPU-Bundles auf dem Markt überlebt. Das Angebot wird ersatzlos mangels Nachfrage gestrichen. Im Endkundensegment war die Idee wohl auch einfach zu teuer angesichts der gebotenen Leistung und der Alternativen.
Intels Kombination aus Prozessor und Optane-SSD war wohl kein durchschlagender Erfolg. Anders kann es kaum sein, wenn das Bundle-Produkt nach rund 10 Monaten wieder vom Markt verschwindet. Und Intel macht auch keinen großen Hehl daraus, dass die Nachfrage einfach zu gering war, um das Bundle weiterhin anzubieten.
Angeboten wurden von Intel die Modelle Core i7-8700, Core i5-8500 und Core i5-8400, denen jeweils 16 GByte Optane-Speicher beigefügt waren; bevorzugt sollte die Optane 800p im Bundle verkauft werden. Im Handel wurden aber noch mehr Pakete unterschiedlicher Couleur geschnürt. Weitere offiziell angekündigte Bundles hatte Intel nie eingeführt. Wahrscheinlich ahnte man bereits, dass die Ware nicht gut weggehen wird.
Für den Mehrpreis bekam man letztlich aber nur auf Mittelklasse-Systemen etwas mehr Leistung. Die war aber auch nicht so deutlich, dass es den Aufpreis rechtfertigte, ebenso wie die Blockade eines M.2-Platzes bei den chronisch knappen PCI-E-Lanes von Intels Mainstream-Plattform. Spürbare Verbesserungen gab es ohnehin nur auf Systemen mit HDD als Systemlaufwerk und da war es in der Regel sinnvoller, das Geld in eine SSD zu stecken.
Sobald die verbaut war, konnte man gefühlt keine Leistungsverbesserung mehr feststellen. Messbar war hier und da noch der eine oder andere Vorsprung mit Optane-Technologie, wie wir auch im Test zu Intels Optane-Chaches belegt haben. Damals kosteten 16 GByte Optane-Speicher 50 Euro; heute bekommt man für dieses Geld 32 GByte. Etwas besser, aber am Ende halt immer noch großen Gewinn.
Die X-Point-Technologie soll künftig zusammen mit QLC-Flash auf SSDs eingesetzt werden. Optane als Technik könnte auch im Serverbereich weiter fortgeführt werden, da es da andere Szenarien gibt, die das Cachen von Daten interessant machen.

Das sind aber alles Dinge, welche die meisten Leute hier im Forum schon bei PCIe M.2 SSDs entweder nicht verstehen oder nicht brauchen. Da wird einzig auf die max. Übertragungsraten geschaut und das wars.
Intel hielt es für vorteilhaft, dass Daten dort nicht - wie im RAM - unbedingt verloren gehen, wenn der Strom ausfällt.
Aber ob das die Serverbetreiber wollen, ist eine andere Frage. Ich will beispielsweise nicht, dass in meinem RAM Daten liegen, während der Strom weg ist.
Die teure Technik als SSDs auf den Markt zu werfen, kann nur als Versuch angesehen werden, ob es ein paar gibt, die sich das kaufen. Offensichtlich kaufen ja auch weiterhin viele Menschen Intel-Prozessoren bevorzugt, obwohl sie in vielen Fällen teurer und gleichzeitig schlechter sind. Insofern kann man das mal versuchen.
Aber im SSD-Markt gibt es viel günstigere Techniken, die nur von der PCIe-Schnittstelle ausgebremst wurden. Sobald PCIe 4.0-Mainboards herauskommen wird es SSDs geben, die diese Bandbreite auch voll auslasten. Bis die günstige Technik die wir heute kennen, an irgendwelche Grenzen stößt, wird die Optane-Technik schon wieder Schnee von gestern sein.
Wenn im Blödmarkt ahnungslose Leute einen Intel-Rechner kaufen, ist das ein Normalfall. Aber der will 1. billig und 2. vertraut er auf die Expertise (bzw. Verkäuferqualitäten) des Andrehers. Und somit ist da nicht mal der Hauch eines Marktes für eine überteuerte SSD.
Hier im Forum muss man nur ein bisschen lesen oder sich die Umfrageergebnisse ansehen und es dürfte schnell auffallen, dass die meisten nicht mal eine Intel-CPU wollen, was also sollen sie dann mit einer Optane-SSD anfangen... ?
Und dazu kommt dann noch der absurd hohe Preis. SSHDDs kamen sehr spät und dann auch meist noch sehr kastriert - nur 5400rpm und mickrige 8 GB SSD und trozdem teuerer als ne gleich große 7200er + 128 GB SSD.
Ich wollte mir ursprünglich 2 Optane-Dimms hohlen aber daraus wurde dann ja bisher auch nichts.