Intel SSD 750: Erste Endkunden-SSD mit NVMe und bis zu 2,4 GB/s kostet fast 1 USD/GByte
Intel hat soeben seine SSD 750 offiziell veröffentlicht, die in einigen Punkten neue Maßstäbe setzen soll. So handelt es sich um die erste für den Endkundenmarkt gedachte SSD, welche auf NVMe statt AHCI setzt. Genutzt werden vier PCI-Express-3.0-Bahnen, welche das Laufwerk zumindest auf dem Papier zum Überflieger machen. Fällig werden dafür allerdings fast 1 US-Dollar pro Gigabyte.
Intels SSD-750-Serie wird schon seit einiger Zeit in unserem Preisvergleich gelistet, eine offizielle Ankündigung suchte man bislang allerdings noch vergeblich. Nun hat Intel die Baureihe in Form von vier Modellen (400 GByte und 1,2 TByte, jeweils als PCIe-Steckkarte und 2,5-Zoll-Modell für SATA-Express) offiziell vorgestellt. Das Herzstück bildet jeweils ein hauseigener CH29AE41AB0-Controller, wie man ihn auch von den P-Series-SSDs für Datacenter kennt. Der bindet ebenfalls hauseigenen, in 20 nm gefertigten MLC-Speicher an 18 Speicherkanäle an.
Bespeist werden die Laufwerke mit vier PCI-Express-Bahnen, im Bestfall nach 3.0-Standard. Laut Intel ergibt sich so eine sequenzielle Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 2,4 Gigabyte pro Sekunde lesend beziehungsweise 1,2 GB/s schreibend. Die Zufallszugriffswerte werden auf 440.000 beziehungsweise 290.000 IOPS beziffert. Zum Einsatz kommt dabei das extra für PCI-Express entwickelte NVMe- und nicht das AHCI-Protokoll. Leider können wir die Werte derzeit noch nicht verifizieren, da unser Testmuster beschädigt in der Redaktion ankam – auf dem Papier sieht die SSD 750 aber sehr gut aus.
Quelle: Intel
Intel SSD 750 Spezifikationen
Problematisch wird es derzeit allerdings noch bei der Nutzbarkeit. Einzig Intels Haswell-E-Plattform kann aktuell genug PCI-Express-3.0-Lanes zur Verfügung stellen, um die SSD in ihrem vorgesehenen Modus betreiben zu können. Haswell-DT für den Desktop besitzt maximal 16 3.0-Bahnen, sodass die Grafikkarte bei einer angeschlossenen SSD 750 im x8-Modus betrieben werden müsste. Koppelt man ein solches Laufwerk an den PCH, wird die nutzbare Bandbreite mehr als halbiert. An den SATA-Express-Anschlüssen vieler 9er-Mainboards kann der Neuling hingegen nicht genutzt werden, da der Steckertyp SFF-8639 vorausgesetzt wird – die Bandbreite würde da mit zwei PCIe-2.0-Bahnen aber ohnehin nochmals halbiert werden. Wirkliche Vorteile gegenüber SATA 6 Gbit/s brächte das dann nicht mehr. Für Notebooks eignen sich selbst die 2,5-Zoll-SSDs übrigens nicht. Zum einen gibt Intel einen Laststromverbrauch von bis zu 22 Watt an, zum anderen fällt das Gehäuse 15 mm hoch aus (vermutlich resultierend aus der hohen Leistungsaufnahme und der daher nötigen Kühlung).
Bleibt zu guter Letzt noch die Frage nach dem Preis. Offiziell veranschlagt Intel für die 400-GByte-Modelle 390 US-Dollar und für die 1,2-TByte-Versionen 1.030 US-Dollar. Aufgrund des schlechten Euro-Kurses und der hinzuzurechnenden Steuern dürfte der hiesige Straßenpreis noch darüber liegen. Auch wenn Intel sie SSDs für den Endkundenmarkt bewirbt, handelt es sich somit um ein absolutes Enthusiasten-Produkt.

Die Bandbreite des PCIe-Slots wird von Grafikkarten für Spieleberechnungen schlichtweg nicht benötigt, die allermeiste Zeit reicht bereits PCIe1 aus. Der Unterschied von PCIe3.0 x8 auf x16 ist vielleicht in manchen Benchmarks minimal feststellbar, in der Praxis ists aber völlig egal. Das ist reines Marketing.
Das könnte sich natürlich mit Unified-Memory-Konzepten ändern, wo die Daten nicht mehr andauernd hin- und herverschoben werden müssen, sondern wo CPU und GPU auf den gleichen Speicherbereich zugreifen, und gemeinsam die Daten benutzen können.
Die Bandbreite des PCIe-Slots wird von Grafikkarten für Spieleberechnungen schlichtweg nicht benötigt, die allermeiste Zeit reicht bereits PCIe1 aus. Der Unterschied von PCIe3.0 x8 auf x16 ist vielleicht in manchen Benchmarks minimal feststellbar, in der Praxis ists aber völlig egal. Das ist reines Marketing.
was genau soll ich also damit?
Gegenfrage: Wie viel Geld müsstest DU persönlich in deinen PC investieren, um die theoretisch möglichen Werte dieser SSD auch ganz praktisch zu erreichen?
Wenn wir die 1,2 GB SSD für 1200 USD nehmen, haben wir 2,4 GB/s Lesen und 1,2 GB/s Schreiben.
Wenn wir 3 x 500 GB Crucial BX 100 @ Raid 0 für ~ 540 € nehmen, haben wir mehr Speicherplatz (0,3 GB) aber nur 50% der Leistung 1,2 GB/s Lesen und ~ 900 MB/s Schreiben (im besten Fall❗️), weil die Lese- und Schreibwerte nicht linear zunehmen, und das wegen der Verwaltungsaufwand des Controllers.
Am Ende muss jeder zwischen Tempo und Speicherplatz entscheiden.
Die Kollegen von techpowerup hatten 2012 einen Test mit aktuellen Grafikkarten durchgeführt, bei dem herauskam, dass selbst
eine GTX 680 oder eine HD 7970 im worst case Szenario einen Performance Verlust von 5% haben, wenn sie elektrisch über
PCIe 1.1 x16 (respektive 3.0 x4) gespeist werden.
Selbst PCIe 2.0 x8 (oder eben wieder 3.0 x4) bietet sogar genug Bandbreite für ein dual GPU Setup.
Die Kollegen von techpowerup hatten 2012 einen Test mit aktuellen Grafikkarten durchgeführt, bei dem herauskam, dass selbst
eine GTX 680 oder eine HD 7970 im worst case Szenario einen Performance Verlust von 5% haben, wenn sie elektrisch über
PCIe 1.1 x16 (respektive 3.0 x4) gespeist werden.
Selbst PCIe 2.0 x8 (oder eben wieder 3.0 x4) bietet sogar genug Bandbreite für ein dual GPU Setup.