Intel: Neue SSDs für End- und Serverkunden, erstmals mit TLC-Modellen
Intel plant die Markteinführung zahlreicher neuer SSDs. Für Endkunden steht die 540s-Reihe an, die TLC-Speicher erstmals in Intel-SSDs unterbringt - erstaunlicherweise scheinbar nicht von Micron, sondern von SK Hynix. Im Serversegment wird man hingegen von Micron beliefert, setzt teilweise auf TLC und führt den sogenannten Dual Port als Sicherheitsmaßnahme ein.
Intel SSD 540s
Vor wenigen Tagen tauchten im PCGH-Preisvergleich 12 Modelle aus Intels SSD-Reihe 540s auf, die scheinbar die 535er-Modelle ablösen oder womöglich parallel vertrieben werden. Die zugrundeliegende Geizhals-Datenbank bietet bereits einige Informationen, die von der chinesischen Webseite benchlife.info (maschinelle Übersetzung) gedeckt werden. Demnach komme zum ersten Mal bei einer Endkunden-SSD aus dem Hause Intel TLC-Speicher zum Einsatz, der mit drei Zellen pro Bit beschrieben wird. Das steigert die Datendichte, geht aber zulasten der Schreibgeschwindigkeit. Üblicherweise wird innerhalb eines Pseudo-SLC-Caches ein Teil der TLC-Zellen nur mit jeweils einem Bit beschrieben, um die Schreibrate zu verbessern.
Sechs Kapazitäten soll es als 2,5-Zoll- sowie M.2-Modelle (M.2-2280, 80 mm Länge) geben: 120, 180, 240, 360 und 480 GByte sowie 1 TByte. Interessanterweise soll der TLC-Flash von SK Hynix in 16 nm und nicht vom engen Partner Micron stammen, obwohl Letzterer ähnliche Speichermodule im Angebot hat, die beispielsweise beim Tochterunternehmen Crucial (BX200) zum Einsatz kommen. Als Controller diene ein SM2256 von Silicon Motion, der den NAND über vier Kanäle anbindet und ausschließlich SATA 6 Gbit/s beherrscht. Die M.2-Versionen können also nicht mit PCI-Express umgehen. Benchlife.info nennt indes sequenzielle Lese- und Schreib-Übertragungsraten von 560 beziehungsweise 480 MB/s sowie Zufallszugriffe von 78.000 respektive 85.000 IOPS - wahrscheinlich mit Pseudo-SLC-Cache. Die Kollegen von computerbase.de haben zwei Intel-Dokumente (#1, #2) ausfindig gemacht, in denen die Existenz der SSD-Reihe 540s bestätigt wird. Erste Händler nennen Auslieferungstermine ab Mitte April.
Intel SSD DC P3520 und DC P3320
Im Server-Bereich wird Intel hingegen auf den 16-nm-TLC-Speicher von Micron setzen. Die beiden Modelle DC P3520 und DC P3320 werden erstmals mit den 3D-Modulen bestückt, die aus 32 Lagen mit jeweils 256 Gbit bestehen und so auf 32 GByte kommen. Dank herkömmlicher Floating-Gate- statt Charge-Trap-Technologie (wie bei Samsung) sollen geringere Kosten erreicht werden. Die Logik wird größtenteils von den Speicher-Dies separiert, was zu einer höheren Datendichte führt. Die Spezifikationen nennt Intel lediglich bei der DC P3320, die mit 1.600 MB/s lesen und 1.400 MB/s schreiben kann. Mit Zufallszugriffswerten von 365.000 IOPS lesend und 22.000 IOPS schreibend eignet sich die SSD vor allem für leseintensive Aufgaben. Angeboten wird sie als HHHL-Steckkarte mit PCIe-3.0-x4-Anschluss oder als U.2-Modell im 2,5-Zoll-Gehäuse (15 mm Höhe).
| Intel SSD DC D3700 | Intel SSD DC D3600 | Intel SSD DC P3520 | Intel SSD DC P3320 | |
|---|---|---|---|---|
| Bauart/Anschluss | 2,5 Zoll (15 mm, U.2 ) | 2,5 Zoll (15 mm, U.2 ) | HHHL (PCIe 3.0 x4), 2,5 Zoll (15 mm, U.2) | HHHL (PCIe 3.0 x4), 2,5 Zoll (15 mm, U.2) |
| Speicherart | 2D-MLC-NAND | 2D-MLC-NAND | 3D-MLC-NAND | 3D-MLC-NAND |
| Kapazitäten (GByte) | 800, 1.600 | 1.000, 2.000 | 450 (nur 2,5 Zoll), 1.200, 2.000 | 450 (nur 2,5 Zoll), 1.200, 2.000 |
| Sequenziell Lesen (MB/s) | 2.100 | 2.100 | unbekannt | 1.600 |
| Sequenziell Schreiben (MB/s) | 1.500 | 1.500 | unbekannt | 1.400 |
| IOPS (Lesen) | 470.000 | 470.000 | unbekannt | 365.000 |
| IOPS (Schreiben) | 95.000 | 95.000 | unbekannt | 22.000 |
| IOPS (gemischt, 70/30 %) | 213.000 | 213.000 | unbekannt | 65.000 |
| Haltbarkeit | 10 DWPD | 3 DWPD | unbekannt | unbekannt |
| Besonderheiten | NVMe, Dual Port | NVMe, Dual Port | NVMe | NVMe |
Intel SSD DC D3700 und DC D3600
Bei den Modellen DC D3700 und DC D3600 setzt Intel auf Microns 2D-MLC-NAND , wobei sich die Spezifikationen größtenteils decken. 2.100/1.500 MB/s beziehungsweise 470.000/95.000 IOPS werden lesend/schreibend erreicht, wobei ausschließlich U.2-Modelle angeboten werden sollen. Das liegt am sogenannten Dual Port, dank dem die SSDs von zwei Controllern angesprochen werden können - bei einem Controller-Ausfall gehen die Daten so nicht verloren. Über einzelne U.2-Verbindungen werden beide Signale geschleust. Die DC D3700 hat mit Kapazitäten von 800 GByte und 1,6 GByte offenbar ein größeres Over-Provisioning, um kaputte Zellen "auszuwechseln". Das resultiert in zehn garantierten Drive Writes Per Day, also zehn vollen Beschreibungen pro Tag. Die DC D3600 kommt auf 1 oder 2 TByte und drei DWPD.
Intel SSD DC S3100
Zu guter Letzt wird Intel für den Servereinsteigerbereich die DC S3100 mit TLC-Speicher von Micron anbieten. Viele Details gibt es noch nicht, Intel erhofft sich dadurch aber, den HDD-Markt langfristig von oben verdrängen zu können. Vor allem 3D-TLC-NAND soll dabei in Zukunft helfen.

Oder lieg ich da falsch?
Ich dachte Intel produziert selbst NAND Flash Module