Ryzen Threadripper 3990X: AMD nennt neue Details zum 64-Kerner und verneint Modell mit 48 Kernen

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Ryzen Threadripper 3990X: AMD nennt neue Details und Nein zu Modell mit 48 Kernen
Quelle: AMD

In einem Interview hat AMDs Senior Technical Marketing Manager Robert Hallock neue Details zum kommenden HEDT-Topmodell Ryzen Threadripper 3990X verraten. Derweil soll eine CPU mit 48 Kernen ("3980X") als möglicher Zwischenschritt nicht geplant sein.

Auf der zurückliegenden CES 2020 hatte AMD die Markteinführung des Ryzen Threadripper 3990X als neuem Topmodell mit 64 Kernen für den sTRX40-Sockel offiziell auf den 7. Februar datiert und im Gespräch mit tomshardware.com hat der für das technische Marketing zuständige Manager Robert Hallock nun weitere Details abseits der bekannten Eckdaten verraten.

Obgleich die relativ hohen Taktraten des 3990X insbesondere bei rechenlastigen Aufgaben im Rendering-Bereich äußerst wichtig seien, skaliert die Leistung demnach wie bei den meisten Prozessoren bei vielen Thread-Workloads nicht linear. Dementsprechend führt eine Verdoppelung der Kernanzahl von 32 auf 64 nicht auch zwangsläufig zu einer Verdoppelung der Leistung.

Ryzen Threadripper 3990X: Leistungsplus und Engpässe

Auch in den von AMD bereitgestellten und skalierungsfreundlichen Cinebench-Tests stellt sich dabei ein Leistungsplus von rund 48 Prozent dar. Auf die Frage hin, ob dies eine Funktion zur Beschränkung der Leistungsaufnahme und / oder auf Limitierungen der Speicherbandbreite zurückzuführen ist, erklärte Hallock, dass sich der Engpass "plötzlich an wirklich seltsame Stellen verschiebt, sobald man beginnt, die Anzahl der Kerne zu erhöhen".

Einige Bereiche, die typischerweise keine Einschränkung darstellen, wie etwa der Input/Output von Datenträgern, können demnach die Leistung bei hoher Kernanzahl behindern. Software-Entwickler würden daher beispielsweise Projektdateien aus dem Windows Defender ausschließen, um die Auswirkungen während der Arbeitslast beim Kompilieren zu verringern. Hallock sieht derweil nicht den Speicherdurchsatz als eine Limitierung der meisten Workloads an, sagte aber, dass die Speicherkapazität pro Kern tatsächlich eine der größten Herausforderungen darstellt.

RAM-Kapazität wichtiger als Durchsatz

Daraus resultierend sei für Kompilierungs-Workloads ein absolutes Minimum von 1 GiByte RAM pro Kern (insgesamt 64 GiByte) erforderlich, wobei 2 GiByte (insgesamt 128 GB) beim Threadripper 3990X besser seien. Darüber hinaus wurde Hallock gefragt, wie sich die Verwendung von "nur" vier Speicherkanälen auf die Leistung des 3990X auswirken würde und wie es gelungen ist, so viel Leistung von Chips mit potenziell eingeschränktem Speicherdurchsatz zu erlangen.

"Bei 64 Kernen sehen wir nicht viel Bandbreitenmangel im Speicher", erklärte Hallock, obwohl er angab, dass einige Simulationen, wie DigiCortex, mit mehr Speicherdurchsatz schneller sind. Die meisten Workloads seien jedoch auch so in Ordnung und Hallock ist der Ansicht, dass Bedenken hinsichtlich des Speicherdurchsatzes weitgehend ein veralteter Eindruck sind und dass DDR4-Speicher mit relativ wenigen Kanälen viel Durchsatz bietet. Zudem habe es auch architektonische Entscheidungen gegeben, Daten auf dem Chip zu belassen, wie zum Beispiel 288 MiByte Gesamt-Cache, eine dritte AGU (Address Generation Unit) und größere Opcaches - neben anderen Änderungen, die helfen, Daten in den Caches zu halten, um die Herausforderungen der Speicherbandbreite zu bewältigen.

Absage an neuen Threadripper mit 48 Kernen

Mit Hinblick auf den großen Abstand bei der Kernanzahl zwischen Threadripper 3970X und 3990X (32 versus 64) verriet der Senior Technical Marketing Manager außerdem, dass derzeit keine Pläne für ein 48-Kern-Modell bestünden. Das liege daran, dass AMD aufgrund der Threadripper-Verkäufe des letzten Jahres festgestellt hat, dass die Kunden dazu neigen, direkt das Topmodell zu kaufen oder sich für das "Sweet Spot"-Produkt entscheiden, das AMD als den Threadripper 3970X ansieht. Dementsprechend ist offenbar zumindest nicht auf absehbare Zeit mit einer Zwischenstufe zu rechnen.

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    • Kommentare (34)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Der_Unbekannte
        Also wenn ich ein aktuelles Spiele wie BF5 anwerfe, bin ich mit meinen 1700 auf Stock bei mehr als 100 FPS, auch in großen MP Spielen. Von "macht keinen Spaß" kann hier keine Rede sein.
        Und wenn du ein aktuelles Spiel wie Anno anwirfst? Es kommt halt drauf an, was man spielt. Zu sagen, dass man mit einem 1700 keinen Spaß haben kann, ist genau so Quatsch wie zu sagen, dass man mit einem 1700 immer im GPU-Limit liegt. Beides wurde hier auch nicht ohne Einschränkung gesagt, zweiteres hört man aber immer noch manchmal.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Der_Unbekannte
        Also wenn ich ein aktuelles Spiele wie BF5 anwerfe, bin ich mit meinen 1700 auf Stock bei mehr als 100 FPS, auch in großen MP Spielen. Von "macht keinen Spaß" kann hier keine Rede sein.
        Und wenn du ein aktuelles Spiel wie Anno anwirfst? Es kommt halt drauf an, was man spielt. Zu sagen, dass man mit einem 1700 keinen Spaß haben kann, ist genau so Quatsch wie zu sagen, dass man mit einem 1700 immer im GPU-Limit liegt. Beides wurde hier auch nicht ohne Einschränkung gesagt, zweiteres hört man aber immer noch manchmal.
      • Von shootme55 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von empy
        Dann hättest du aber eher fragen müssen, warum ein Auto nicht die doppelte Leistung auf die Straße bringt, wenn du einen Motor mit doppelt so vielen Zylindern einbaust. Ich bin kein KFZ-Mensch, aber ich würde dann erst mal die Kraftstoffpumpe und das Getriebe verdächtigen.
        Also der Vergleich hinkt jetzt wirklich. Es gibt garkeinen 8-Zylinder!
      • Von Der_Unbekannte Freizeitschrauber(in)
        @Schaffe

        Sry, aber du scheinst hier etwas zu verwechseln. Du scheinst Ryzen mit FX zu verwechseln. Nochmal: Ryzen ist KEIN FX. Sag es mit mir nochmal gemeinsam und langsam: Ryzen ist KEIN FX. Alles klar jetzt? Gut? Super!

        Also wenn ich ein aktuelles Spiele wie BF5 anwerfe, bin ich mit meinen 1700 auf Stock bei mehr als 100 FPS, auch in großen MP Spielen. Von "macht keinen Spaß" kann hier keine Rede sein. Und deine doppelt so große (100 prozentige) SC Steigerung vom 9900K gegenüber Ryzen 1000 würde ich gerne belegt haben.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von shootme55
        Autovergleiche passen immer.
        Dann hättest du aber eher fragen müssen, warum ein Auto nicht die doppelte Leistung auf die Straße bringt, wenn du einen Motor mit doppelt so vielen Zylindern einbaust. Ich bin kein KFZ-Mensch, aber ich würde dann erst mal die Kraftstoffpumpe und das Getriebe verdächtigen.

        Zitat von Incredible Alk
        Aber zum Thema: Ich verstehe nicht wirklich warum man bei einem 32-64-Kerner wieder von Singlecoreperformance und Spielen redet.
        Weil manche Leute hohe Kernzahlen mit Zukunftssicherheit für Spiele gleichsetzen. Das stimmt zwar begrenzt, aber ich glaube, dass die Erwartungen mancher hier diese Grenzen großzügig sprengen.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von shootme55
        Beweisstück A: Die nur kurzzeitige Maximalleistung eines Verbrennungsmotors beim optimalen Verhältnis von Drehmoment und Drehzahl ist im täglichen Alltagsbetrieb vergleichbar oft feststellbar wie der maximale Turbotakt eines 3000er Ryzen.
        ABER (den kann ich mir als Maschinenbau-Ing nicht verkneifen^^): Beim Verbrenner haste den optimalen Betriebspunkt mit optimalem Drehmoment/Leistung im hohen bis sehr hohen Lastbereich (Telllastbetrieb ist quasi immer kacke) - beim Ryzen3000 haste den maximalen Boost bzw. Performance genau da NICHT.

        Aber zum Thema: Ich verstehe nicht wirklich warum man bei einem 32-64-Kerner wieder von Singlecoreperformance und Spielen redet. Das ist bei so ner CPU (so alnge es nicht wirklich unterirdisch schlecht wird) mal sowas von egal.
        Ich kauf doch keinen 64-Kerner weil ich ne hohe Einzelkernleistung suche oder spielen will
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