Aufgeblähter Ryzen 9 7950X3D: AMD lenkte erst nach öffentlichem Druck ein

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Aufgeblähter Ryzen 9 7950X3D: AMD lenkte erst nach öffentlichem Druck ein
Quelle: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon.de, Caseking.de, AMD; Montage: PCGH

Eine verformte CPU, eine Ablehnung des Herstellers und eine öffentliche Warnung eines Youtubers sorgen für ein Happy End im Schadensfall. Der Nutzer bekommt eine neue CPU, die Community feiert und AMD bewahrt sich vermutlich vor Schaden bei der Reputation.

AMD hat seine Entscheidung bezüglich eines Garantieantrags (RMA) für einen beschädigten Prozessor der AM5-Plattform überdacht. Wie Hardware Unboxed auf der Plattform X mitteilt, erhält ein betroffener Kunde nun doch eine Ersatz-CPU für seinen defekten AMD Ryzen 9 7950X3D. Auslöser war ein Posting des Reddit-Nutzers Vincent199411, der berichtete, dass sich sein PC im Leerlauf nach einem lauten Knall abgeschaltet habe.

Bei der Überprüfung seiner Hardware bemerkte er auf der Rückseite der AMD-CPU eine Aufblähung des Substrats. Das System basierte auf einem Gigabyte-X670E-Aorus-Master-Mainboard, Kingston-Fury-Beast-DDR5-6000-Arbeitsspeicher und einem be-quiet-Dark-Power-13-Netzteil. Der Nutzer gab an, das AMD-EXPO-Profil aktiviert, jedoch kein manuelles Übertakten oder manuelle Anpassungen der SoC-Spannung vorgenommen zu haben.

Sowohl der Mainboard-Hersteller Gigabyte als auch der Netzteil-Produzent be quiet prüften die verwendeten Komponenten im Rahmen an sie gestellter Garantieanfragen. Während das Netzteil fehlerfrei blieb, stellte Gigabyte zunächst schadhafte BIOS-Daten fest, stufte die Platine nach einem BIOS-Reflash und weiteren Belastungstests jedoch als voll funktionsfähig ein. Somit blieb nur noch die CPU als Schuldiger übrig.

Dennoch lehnte der AMD-Support den Austausch der CPU mit der Begründung ab, dass physische Schäden nicht von der Standardgarantie abgedeckt seien. In der Vergangenheit hatte AMD jedoch schon mehrere CPUs mit gleichen Beschädigungen ausgetauscht und Firmware-Updates ausgerollt. Mainboard-Hersteller veröffentlichten zusätzlich BIOS-Updates, um Spannungsprobleme von AM5-Mainboards zu beheben. Ob der Reddit-Nutzer versäumt hat, die aktuellsten Updates zu installieren, ist unklar.

Die Ablehnung seitens AMD stieß in der PC-Community auf deutliche Kritik. Nutzer bemängelten, dass eine solche Verformung nur die Folge und nicht die Ursache eines internen elektrischen oder thermischen Fehlers sein könne. Nachdem der YouTube-Kanal Hardware Unboxed (1,16 Millionen Abonnenten) den Hersteller öffentlich auf der Plattform X markierte und vor einem potenziellen Marketingschaden warnte, überdachte das Unternehmen seine Haltung und stimmte dem Austausch zu. Die Community freut sich über die Kehrtwende des Chipherstellers. Der Fall zeigt, dass man als einzelner Kunde mehr Chancen hat, wenn es eine gewisse öffentliche Präsenz (unter anderem auch von Videocardz und Wccftech) gibt, die Hersteller zwingt, ihr Gebaren zu überdenken.

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Quelle: Hardware Unboxed, via X

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    • Kommentare (25)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Spannungsstöße können EEPROMs reversibel durcheinander bringen, von den Stromversorgungs-abhängigen Registern ganz zu schweigen. Und für einen Stromstoß braucht es in diesem Fall keine Mutmaßungen über das Netzteil: Die CPU ist definitiv durchgebrannt und ein Kurzschluss, der Teile der Leiterbahnen im Substrat verdampft wirkt sich auf das ganze System aus
        Also hat es doch Vorteile, wenn man auch bei einem Jahre alten System noch BIOS-Updates durchführt.
        Da werden solche Fehler im EEPROM wieder glatt gebügelt, bevor es größere Auswirkungen gibt.
        Passiert sowas extrem selten? Die meisten abgebrannten Komponenten werden wohl kaum auf Fehler im EEPROM untersucht.
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Spannungsstöße können EEPROMs reversibel durcheinander bringen, von den Stromversorgungs-abhängigen Registern ganz zu schweigen. Und für einen Stromstoß braucht es in diesem Fall keine Mutmaßungen über das Netzteil: Die CPU ist definitiv durchgebrannt und ein Kurzschluss, der Teile der Leiterbahnen im Substrat verdampft wirkt sich auf das ganze System aus
        Also hat es doch Vorteile, wenn man auch bei einem Jahre alten System noch BIOS-Updates durchführt.
        Da werden solche Fehler im EEPROM wieder glatt gebügelt, bevor es größere Auswirkungen gibt.
        Passiert sowas extrem selten? Die meisten abgebrannten Komponenten werden wohl kaum auf Fehler im EEPROM untersucht.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Ishe
        Ja, 3 Jahre bei Boxed ab kaufdatum. Les hier aber nix von Boxed und dem Kaufdatum?

        Also war er noch in der Garantie?

        Sowas gehört dann in die News ob Tray/Boxed bzw. innerhalb/ausserhalb der Garantie.
        Die CPU gibt es erst seit drei Jahren und vier Monaten zu kaufen. Während "tray" also eine Option ist, ist "Zeit verstreichen" nur bei einem sehr frühen Kauf möglich.

        Zitat von Lynxx
        Die Bios-Daten waren korrupt laut Gigabyte ? Entweder kompletter Bullshit und sie haben ein neues Bios draufgebügelt um zu vertuschen das eventuell dass Mainboard die CPU zerstört hat oder der eher unwahrscheinlichere Fall das der User sich ein Rootkit eingefangen hat das während der Idle-Phase versucht hat sich ins Bios einzunisten - aber warum sollte dadurch die CPU zerstört werden ?? Eine ebenso unwahrscheinliche andere Möglichkeiten die BIOS Daten einfach mal so zu korrumpieren wäre eventuell eine Spannungsspitze vom Netzteil, aber imho eigentlich nicht möglich die Bios-Daten dadurch zu ändern, den Chip zerstören vielleicht, aber um den Inhalt zu ändern muss das Flash ja erstmal in den Schreibmodi wechseln.
        Spannungsstöße können EEPROMs reversibel durcheinander bringen, von den Stromversorgungs-abhängigen Registern ganz zu schweigen. Und für einen Stromstoß braucht es in diesem Fall keine Mutmaßungen über das Netzteil: Die CPU ist definitiv durchgebrannt und ein Kurzschluss, der Teile der Leiterbahnen im Substrat verdampft wirkt sich auf das ganze System aus.

        Ich würde aber nicht davon ausgehen, dass Gigabyte überhaupt Forensik betrieben und den Firmware-Istzustand überprüft hat. Da kann man Stunden ohne klares Ergebnis investieren und Arbeitsstunden kosten Geld. Aufgabe der RMA-Abteilung aus Sicht eines Mainboardsherstellers ist aber nur, die Platine zu prüfen und, wenn möglich, wieder zum Laufen zu bringen. Also flasht man als erstes ein cleanes UEFI, ohne auch nur zu gucken, ob das vorgefundene brauchbar wäre oder nicht.

        Es wäre zwar interessant, in eine Platine, in der gerade eine CPU verstorben ist, einen weiteren Ryzen einzubauen und zu prüfen, ob der auch stirbt. Aber mal ehrlich: Wieso sollte das ein Support machen? CPUs kosten Geld.
      • Von relaxed_guy Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Achja. Reddit mal wieder. Wo Jeder, Alles ungeprüft behaupten kann und wo "Content Creatoren" aufspringen um aus irgendeinem Post das nächste große Ding für Klicks.
      • Von cunhell PC-Selbstbauer(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Ich will hier nicht analysieren, was am Ende die Ursache war. Kann ich auch gar nicht.
        Nur wenn der Hersteller eines der beteiligten Komponenten zugibt, dass das Bios nicht in Ordnung war
        und trotzdem EIN Beteiligter die Schuld bekommt, dann stört mich diese reflexartige unreflektierte Schuldzuweisung.

        Jeder weiss, dass ein unsauberes Bios alles mögliche anstellen kann. Das klappt ja sogar schon bei einem Bios, das eigentlich korrekt ist, ein teilweise kaputtes Bios kann da noch viel weitere Folgen haben.
        Wer letztendlich das Bios versaut hat, Hersteller oder Händler, ist in der Frage unerheblich. Fakt ist, dass es laut Hersteller nicht in Ordnung war.

        Cunhell
      • Von Case39 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von ReVan1199
        Ich möchte meinen 7950X3D lange nutzen, schnell genug ist der schon, ohne das die Board-Hersteller abseits der Norm noch mehr versuchen heraus zu pressen. Wie das ausgeht hat man ja auch vor allem bei der 9000er Serie gesehen, bei denen sehr viele 9800X3D mit PBO gestorben sind.
        Da gehörst du, zu den wenigen, die dass so sehen.
        Es ist aktuell, auch sehr sinnvoll, die CPU samt RAM, nicht sinnlos zu belasten.
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