Ryzen 9 5900X: Glückspilz kauft defekte CPU für 3 Dollar und kann sie reparieren
Eine High-End-CPU für kleines Geld gibt es in der Regel nur defekt. Doch ein aktueller Fall mit verbogenen Pins beweist, dass man hier auch Glück haben kann.
Das PGA-Design (Pin Grid Array) von AMDs älteren Ryzen-Prozessoren vor der aktuellen 7000er-Reihe kann bei ungeschickter Handhabung bekanntlich schnell für verbogene Kontaktstifte an der CPU sorgen, was diese dadurch leicht dauerhaft beschädigen kann. Doch des einen Leid kann gemeinhin auch des anderen Freud' sein und so berichtet ein Bastler auf Reddit.com, dass er solch eine defekte CPU kürzlich überaus günstig erstehen und noch weitestgehend retten konnte.
Der Reddit-Nutzer "bogertonn" berichtet, dass er einen neu normalerweise ab 350 Euro kostenden Zwölfkerner Ryzen 9 5900X mit verbogenen Pins in einem lokalen Geschäft gefunden hat, das zurückgegebene Amazon-Produkte verkauft. Aufgrund des Defekts wurde der AM4-Prozessor hier für nur 3 US-Dollar verkauft. Dabei stellte sich heraus, dass die CPU mit etwas Präzisionsarbeit zum Richten der teils verbogenen Pins tatsächlich funktioniert, das integrierte Audiosystem jedoch nicht. Auf zwei Pins musste verzichtet werden.
Manche CPU-Pins können entbehrlich sein
Wie videocardz.com Bezug nehmend berichtet, haben moderne Desktop-CPUs viele redundante Pins, sodass in manchen Fällen ein fehlender Pin nicht sofort zum Ausfall der CPU führt. In diesem Fall waren die beiden fehlenden Pins offenkundig nicht entscheidend für die Funktionalität an sich, sondern verantwortlich für das Azalia HD Audio, wobei es sich um ein Audio-Passthrough handelt. Die übrige Funktionalität ist unterdessen offenbar nicht betroffen und so schaffte es die CPU beispielsweise auch fünf Stunden durch den Stresstest Prime95. Auch bei PCGH gab es vor einigen Jahren bereits einen Guide zur Pin-Reparatur:
Da die Pins sehr zerbrechlich sind, selbst wenn man sie zurückbiegt, ist nicht garantiert, dass sie funktionieren, sondern oft fallen die Kontaktstifte einfach ab, so der Bericht. Solche CPUs sollten demnach im Idealfall von professionellen Anbietern repariert werden, die vielleicht sogar versuchen, die Pins wieder anzulöten, sofern die Anschaffungskosten diesen Reparaturaufwand rechtfertigen. Dabei können für den Heimanwender auch im Internet verfügbare CPU-Pin-Maps helfen, um einzuschätzen, welche Pins letztlich entscheidend sind und welche nicht, etwa auf Wikichip.org. Bei AMDs aktuellen Ryzen-7000-CPUs kommt derweil bekanntlich ein leichter zu handhabendes LGA-Design (Land Grid Array) zum Einsatz.

Wenn es daneben geht, lässt sich das verschmerzen.