AMD Latency Killer im Test mit Ryzen 7 9800X3D: Finger weg!

Eine geringe Speicherlatenz sorgt für gute Performance? Zuletzt haben sich die Latenzen mit Ryzen 9000 erhöht. Mit dem Latency Killer will AMD jetzt eine Antwort parat haben. Wir machen den Test.

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AMD Latency Killer im Test mit Ryzen 7 9800X3D: Finger weg!
Quelle: AMD

Unlängst haben MSI, Asus und Co. den neuen Latency Killer vorgestellt, der Teil von AGESA 1.2.0.2b ist, dem derzeit neuesten UEFI für AM5-Systeme. Diese Funktion soll die Speicherlatenz verringern, die sich mit Änderungen an der Zen-5-Architektur scheinbar zum negativen entwickelt hat. Im AMD-Forum sagt ein Mitarbeiter dazu (sinngemäß übersetzt):

"Hey zusammen, ein kurzes Update zu dieser Option vom Ingenieur, der sie implementiert hat: Diese Optionen ändern, wie AMD-Prozessoren bestimmte Operationen und Daten handhaben. Sie sind eine Reihe von Kernoptimierungen, die wir nach der Einführung von Zen 5 vorgenommen haben. Im Allgemeinen bewirken diese Optimierungen nicht sehr viel, bringen aber in den meisten Anwendungsfällen leichte Verbesserungen. Der Kompromiss bei diesen Optimierungen besteht darin, dass die in Benchmarks wie AIDA64 gemeldete Latenz höher erscheint. Der Grund dafür ist, dass alle modernen Prozessoren fortschrittliche Prefetching- und Cache-Retention-Strategien verwenden, die die Messung der DRAM-Latenz verfälschen können. Um die DRAM-Latenz genau zu messen, müssen diese Funktionen berücksichtigt (oder am einfachsten deaktiviert) werden. [...] "Off" entspricht dem Verhalten des ursprünglichen Launch-BIOS der 9000er-Serie. Es mag so aussehen, als ob die Latenz besser ist, aber das ist ein Artefakt des Tests und nicht repräsentativ für die tatsächliche Leistung." j0k1ngKnight

Die Funktion im UEFI und dessen Auswirkungen
AMD Latency Killer im Test mit Ryzen 7 9800X3D: Finger weg! (1)
AMD Latency Killer im Test mit Ryzen 7 9800X3D: Finger weg! (1) AMD Latency Killer im Test mit Ryzen 7 9800X3D: Finger weg! (2)

Kurz zusammengefasst bedeutet das, dass AMD den Usern eine Möglichkeit gibt, die Latenz per Knopfdruck wieder geradezubiegen, jedoch auf Kosten der eigentlichen Funktionalität des Ryzen-9000-Prozessors in bestimmten Bereichen. Was das in der Praxis bedeutet, haben wir anhand von insgesamt 19 Benchmarks herausgefunden. Diese Tests sind Teil des neuen CPU-Index 2025, an dessen Erstellung wir gerade eifrig arbeiten. Betroffen sind nur Ryzen-9000-CPUs, Ryzen 7000 und 8000 bieten keinen Latency Killer im UEFI an. MSI verspricht Verbesserungen von 9 bis 12 Prozent. Anwender, die das neue BIOS einspielen, finden die Funktion im Overclocking-Menü ihres Mainboards. Folgendes System kommt für die Messungen zum Einsatz:

  Hardware Konfiguration
CPU AMD Ryzen 7 9800X3D Spec/Auto
Mainboard MSI X670E Ace UEFI: 7D69v1K
RAM 48 GiB DDR5-5600 2×24 GiB, XMP, H24M
Grafik Gigabyte Geforce RTX 4090 Gaming-BIOS
SSD Corsair MP600 PCI-E 4.0
OS Win 11 24H2 TPM 2.0/HVCI deaktiviert

Der Latenz-Killer in der Praxis

In sämtlichen von uns getesteten Titeln bringt der Latency Killer nicht die angedachte Mehrleistung, sondern kann sogar bis zu neun Prozent Fps kosten. Die Auswirkungen mögen dabei mit einem Prozessor dieses Niveaus kaum auffallen, dennoch müssen wir an dieser Stelle die Sinnhaftigkeit des Latency-Killer-Features insgesamt infrage stellen. Warum sollte man eine Funktion aktivieren, die messbar Leistung kostet und keinen Vorteil mit sich bringt? Im Schnitt können wir 4,5 Prozent weniger Fps festhalten. Nach den Spielen haben wir noch die Auswirkungen in Anwendungen erfasst.

In Anwendungen wie Cinebench, Handbrake oder bei stark parallelisierten Raytracing-Berechnungen sind die Auswirkungen kleiner als in Spielen. Es gibt zwei merkliche Ausreißer: beim Komprimieren von Daten mithilfe von 7-Zip sowie bei der Single-Core-Performance (Cinebench). Der Bereich entspricht in etwa den gleichen 4,5 Prozent wie bei den Spielen. Nicht spürbar, aber messbar. Insgesamt lässt sich jedoch auch bei Anwendungen festhalten, dass das Latency-Killer-Feature keine handfesten Vorteile bringt.

Effizienz-Nachteil inklusive

Wir fassen zusammen: Der "Latency Killer" vermindert nicht nur messbar die Leistung in Spielen und Anwendungen, sondern erhöht auch die durchschnittliche Leistungsaufnahme der Ryzen-CPU. Nach Ansicht aller Ergebnisse raten wir Ihnen dringend von der Nutzung des Latency Killer ab. Wie sieht es bei Ihnen aus? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar, beachten Sie dabei aber bitte die Forenregeln.

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    • Kommentare (38)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RedFraktion
        Auf Ultra gibt es keine Unterschiede mehr.
        Bist halt auch brutal im GPU Limit.
        Natürlich gibts keinen Unterschied bei CPU relevanten Funktionen wenn du im GPU Limit bist...

        Dass man keine CPU Benchmarks im GPU Limit macht sollte dir doch klar sein, bist ja nun auch nicht erst seit gestern dabei.

        Nutz doch bitte mal ingame Spieleszenen und zeichne die mit CFX auf, wie es (fast) alle seriösen Medien machen.

        Edit: Hat das eigentlich einen speziellen Grund wieso du eine komische Röhrenmonitor Auflösung (1280x1024) nimmst, statt 16:9 wie es seit ~20 Jahren üblich ist? Oder 21:9, je nach Bildschirm

        Edit 2: In CoD hast du 1280x800 genommen... hä?
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RedFraktion
        Auf Ultra gibt es keine Unterschiede mehr.
        Bist halt auch brutal im GPU Limit.
        Natürlich gibts keinen Unterschied bei CPU relevanten Funktionen wenn du im GPU Limit bist...

        Dass man keine CPU Benchmarks im GPU Limit macht sollte dir doch klar sein, bist ja nun auch nicht erst seit gestern dabei.

        Nutz doch bitte mal ingame Spieleszenen und zeichne die mit CFX auf, wie es (fast) alle seriösen Medien machen.

        Edit: Hat das eigentlich einen speziellen Grund wieso du eine komische Röhrenmonitor Auflösung (1280x1024) nimmst, statt 16:9 wie es seit ~20 Jahren üblich ist? Oder 21:9, je nach Bildschirm

        Edit 2: In CoD hast du 1280x800 genommen... hä?
      • Von Darkearth27 BIOS-Overclocker(in)
        Nimm doch bei SotTR einfach mal nicht den ingame Benchmark, sondern die Szene die üblicherweise genutzt wird (siehe Community Benchmarks und Settings)

        Der ingame Benchmark ist immer Rotz, ein Beleg dafür war der Cyberpunk 2077 ingame Benchmark der ja angeblich nie auffällig war (8kerner Ryzen schlechter als 6 Kerner usw)

        Konnte man erst abbilden als man nicht diesen ingame Rotz Benchmark genutzt hat
      • Von RedFraktion Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Auf Ultra gibt es keine Unterschiede mehr.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Aber was solls...
        🖖
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RedFraktion
        Die ingame Benches sind sicher kein Spiegelbild für das echte spiel.
        Du hast es erfasst.
        PCGH hat für SotTR auch eine Benchszene mit Settings, nutzt das doch lieber statt diesem inbuild Zeug.

        Im Luxx hat doch auch jemand Riftbreaker getestet (was ja recht nah an ingame last sein soll) und da war der latency killer schlechter.
      • Von Darkearth27 BIOS-Overclocker(in)
        Herablassend?

        Nein, erklärend würde ich sagen.

        Wenn du die gleichen Szenen inkl. Settings wie Dave nimmst und bei dir anderes Auftritt (eventuell durch eine überarbeitete Variante von ASRock zu den gaming Optimierung) dann ist das doch okay.

        Nutzt du andere Games und kommst auf andere Ergebnisse ist das halt absolut nicht vergleichbar.
      Direkt zum Diskussionsende
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