[19/09/2014] AMDs Ryzen 7 5700G … ist, wie auch schon der Endkunden vorenthaltene 4000er Vorgänger, ein kruder Mischmasch aus zwei Welten: Wer auf der CPU arbeitet und nur eine Grafikausgabe braucht, für den sind große Teile der IGP ein nutzloser Kostenfaktor, sodass der 5700G preislich gegen Intels i7 antritt. Da punktet er natürlich immer noch mit seiner höheren Effizienz, aber mit Minimal-Grafikeinheit gegen Core-i5-Sechskerner wäre er ein weitaus schwererer Schlag gewesen. Umgekehrt ist seine Shader-Leistung zwar für IGP-Verhältnisse beeindruckend, aber die Speichertransferrate hält die Gaming-Leistung unveränderbar im Low-End-Bereich. Natürlich kann man auch damit viel Spaß haben, genügsame Spiele vorausgesetzt. Aber die nutzen selten mehr als vier Kerne und brauchen eher deren zwei, sodass die zugehörige Zielgruppe keinen Achtkerner-Aufpreis einsieht. Entweder hätte AMD hier für das Einsteigersegment vier Kerne rausschmeißen und durch einen großen Infinity-Cache ersetzen sollen, um CPU- und Grafikleistung einander anzugleichen, oder man hätte einen Teil der Shader, drei Viertel der Kerne und für APUs unnützem Ballast wie 16 GPU-Lanes streichen müssen, um Low-End-Preise zu ermöglichen. Mit gleicher TDP und entsprechend höheren Taktraten würde so ein Minimalprodukt vermutlich immer noch knapp ins Speicherlimit laufen, bräuchte aber nur halb so viel von TSMCs teuren 7-nm-Ressourcen. (Torsten Vogel)