AMD Ryzen: Unternehmen baut Heizungen aus 95-Watt-CPUs
Das französische Unternehmen Qarnot betreibt eine dezentralisierte Cloud, deren Server Heizungen darstellen. 500-Watt-Systeme werden in Wohn- und Büroräumen aufgestellt und heizen diese kostenlos, während Qarnot die Rechenleistung einsetzt. Das sei eine umweltfreundliche Form von Servern, mit der sich der Betreiber die Miete für eigene Räumlichkeiten spart. Zum Einsatz kommen jetzt Ryzen-Pro-CPUs von AMD.
Normalerweise mieten sich Cloud-Betreiber Räumlichkeiten an, um dort geballt Server-Racks aufzustellen. Meistens kommen Klimaanlagen und große Lüfteranlagen zum Einsatz, um die Hitze abzuführen. Ein anderes Konzept verfolgt das französische Unternehmen Qarnot mit dem Q.rad, bei dem die Abwärme sinnvoll eingesetzt werden soll. Dazu setzen die Betreiber auf ein dezentralisiertes System, das 500-Watt-Systeme in Wohn- und Büroräumen nutzt.
Die Systeme bestehen größtenteils aus Aluminium, sehen aus wie gewöhnliche Heizkörper und haben eine Ablagefläche aus Echtholz. Im Inneren werkeln drei Prozessoren, die zusammen mit den restlichen Komponenten die Verlustleistung von 500 Watt erreichen. Bisher setzte Qarnot Core-i7-CPUs von Intel ein - die Angabe von 4,0 GHz bei der ersten Generation spricht für den Core i7-6700K. Inzwischen ist das Unternehmen jedoch auf AMDs Ryzen-Pro-Angebot umgeschwenkt, weil dieses in den eingesetzten Render- und VFX-Anwendungen zur Finanzrisikoanalyse 30 bis 45 Prozent schneller seien. Zum Einsatz dürfte der Achtkerner Ryzen 7 Pro 1700X mit Taktraten von 3,4 bis 3,8 GHz und einer TDP von 95 Watt kommen. Die Systeme arbeiten komplett lautlos. Wahrscheinlich setzt der Anbieter Zwei-Phasen-Kühlsysteme ein, bei denen die Abwärme an das Aluminiumgehäuse abgegeben wird.
Anwender, die ein Q.rad bei sich aufstellen lassen, bekommen eine kostenlose Heizung. In den Systemen ist ein Stromzähler integriert, auf Basis dessen die Stromkosten zurückerstattet werden. Die einzige Voraussetzung zum Betrieb ist ein Strom- und Ethernetanschluss beziehungsweise eine WLAN-Verbindung am Aufstellungsort. Für Qarnot hat das System den Vorteil, dass man sich die Miete für Server-Räume spart. Die Umwelt freut sich, weil die Abwärme effektiv genutzt wird. Die Leistung wird bei Prozessoren bekanntlich eins zu eins in Wärme umgesetzt. Lediglich im Sommer hat das Konzept prinzipbedingte Nachteile. Das Unternehmen arbeitet deshalb zurzeit an Lösungen, die als Durchlauferhitzer beziehungsweise Swimming-Pool-Heizung arbeiten.
Zuletzt hat Qarnot den Zuschlag für ein soziales Wohnungsprojekt im französischen Bordeaux bekommen, bei dem 500 Q.rad mit insgesamt 1.500 Ryzen-Pro-CPUs eingesetzt werden sollen. Für AMD kommt also durchaus eine ernstzunehmende Abnahmemenge zustande.

Denke ne klassische Heizung sollte schon da sein, die CPU Heizung kann ja nur eine Grundlast übernehmen. Z.B. die Grundtemp. von 19° halten, die lokale Gasheizung macht dann die Regelung nach persönlichem Bedarf von 19 bis 22°.
Denn der Anbieter wird im Sommer bestimmt nicht den Takt der CPUs runter fahren, um weniger Abwärme zu produzieren.