Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Overclocking und Fazit
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Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Overclocking und Fazit

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PCGH testen Ryzen 3 1300X und Ryzen 3 1200 - hier geht es speziell um das Overclocking und das Fazit zu den günstigen Vierkernern von AMD

AMD Ryzen 3: Overclocking

Kommen wir zum Overclocking und damit dem, was AMDs Ryzen-CPUs Intels Core-Prozessoren ohne K- oder X-suffix voraus haben: Nutzerkontrolle - und zwar Kontrolle des Nutzer über die Betriebsparameter des Prozessors. Während Intel nur bei den genannten K- und X-Modellen das freie Festlegen des Multiplikators und damit Übertakten freischaltet, sind sämtliche bisher erhältlichen Ryzen-CPUs "unlocked" - das gilt auch für Ryzen 3 1300X und 1200.

Ryzen 3 1200: Overclocking mit Ryzen Master Tool Quelle: PC Games Hardware Ryzen 3 1200: Overclocking mit Ryzen Master Tool Für unsere Versuche haben wir uns den vermeintlich schwächeren, aber außer im Takt nicht beschnittenen R3-1200 ausgesucht. Mithilfe des Ryzen-Master-Tools haben wir den Kerntakt auf 4,0 GHz angehoben und die Spannung auf 1,40 Volt festgesetzt - ein Klick auf übernehmen, fertig. So einfach kann das gehen - allerdings gibt es keine Garantie, dass jeder Prozessor diese Taktraten erreicht. AMD gibt im Reviewer's Guide ebenfalls an, dass 3,9 bis 4,1 GHz das realistischerweise zu erwartende Takt-Maximum sein dürften.

Versuche, mit weniger Spannung zugunsten niedrigeren Stromverbrauchs auszukommen, scheiterten jedoch an sporadischen Abstürzen. Höhere Taktraten wollten wir angesichts der schon recht hohen Spannung, die im Gegensatz zu den XFR-Spitzen bei manuellem OC wesentlich häufiger anliegt, nicht ausprobieren. Frühere Versuche mit

Ryzen-Prozessoren bescheinigen den Modellen eine realistische Grenze im Bereich um die 4 GHz - deutlich mehr sind nur mit Extrem-OC-Methoden zu erreichen. Die maximale Temperatur beim Video-Transcoding lag mit einem guten Luftkühler im offenen Testaufbau auch im derart übertakteten Zustand bei sehr moderaten 56 °C. Im y-Cruncher Durchlauf mit der bereits auf Ryzen optimierten Version waren es knapp über 58 °C (s. Screenshot).

Ein Vorteil für Aufrüster von AM3-Plattformen: Die älteren, oft leistungsstärkeren Nachrüstkühler passen in der Regel auch für AM4-Mainboards und sollten speziell im Falle des mit 65 Watt spezifizierten Ryzen 3 keine Probleme haben, auch die Abwärme im übertakteten Zustand wegzukühlen. Den Boxed-Kühler "Wraith Stealth" haben wir uns nicht speziell im Verbund mit Ryzen 3 angesehen; aus früheren Erfahrungen abgeleitet, arbeitet er im Normalbetrieb befriedigend leise und genügt auch für Hausmanns-Overclocking. Mit erhöhter Spannung kann er jedoch an seine Grenzen gelangen.

Und hier die Performance des Ryzen 3 inklusive Übertaktung auf 4,0 GHz bei 1,3875 Volt:

Dank der erhöhten Taktraten - was bei den preislich konkurrierenden Intel-Modellen eben nicht möglich ist - setzt sich der Ryzen 3 (die Werte gelten für den technisch identischen 1300X natürlich ebenfalls) in unseren Testspielen durchweg vor den Core i3-6100 und kann sogar zu wesentlich teureren Intel-Quadcores wie dem i5-6500 oder dem i5-7400 aufschließen und sie in einigen Spielen wie Anno 2205 und F1 2015 - im Falle des i5-6500 auch in Far Cry 4 - schlagen. Auch in Anwendungen wie Lightroom 5.7.1, Cinebench R15, dem 3DMark-Physics-Test oder im x264-Videotranscoding liegt der Ryzen 3 dank Overclocking vor den Intel-Quadcores.

Ryzen 3 1300X und 1200: Fazit

Beide Varianten des Ryzen 3 können im Test überzeugen und liefern im Test überzeugende Resultate ab. Trotz vergleichsweise geringer Taktraten kommen sie selbst im Werksbetrieb hin und wieder an die wesentlich teureren Intel-Quadcores heran. Der teurere der beiden, der Ryzen 3 1300X, schlägt im normierten und gewichteten PCGH-Index Intels Core i3-6100 (für die hochgerechneten +5% eines leider nicht zum Test zur Verfügung stehenden Core i3-7100 würde es ebenfalls reichen). Dabei haben beide Ryzen 3 durchaus noch Trümpfe in der Hinterhand: Dank vier anstelle von nur zwei Kernen skalieren sie besser mit moderneren, kommenden Workloads, denn im Gegensatz zu Achtkernern haben Quadcores bereits ein hohes Auslastungsniveau über eine breite Anwendungspalette erreicht. Lediglich die Energieeffizienz liegt - jedoch auf immer noch gutem Niveau - hinter Intels Core-Riege.

Dazu kommt das für bastelfreudige Nutzer spannende Overclockingpotenzial. Denn auch wenn - Disclaimeralarm - OC immer ein wenig ein Glücksspiel ist und außerhalb der Garantie stattfindet, sind Taktraten von 3,8 bis 4,0 GHz alles andere als unrealistisch. Und mit unserem R3-1200-Sample konnten wir spielstabile 4 GHz relativ problemlos erreichen und mit der resultierenden Leistung zu i5-Quadcores aufschließen, die 50 Euro und mehr Aufpreis kosten. Das DDR4-Tuningpotenzial haben wir dabei noch nicht einmal genutzt.

Das Preis-Leistungsverhältnis zu bewerten, ist bei Launch- gegenüber den bereits vom Markt regulierten Preisen immer ein wenig unfair. Aber dennoch Mit 115 respektive 135 Euro für den R3-1200 und R3-1300X sieht der PCGH-Preis-Leistungsindex die beiden Vierkerner mit 61,0 respektive 58,2 % deutlich vor Intels Quadcores, die derzeit bestenfalls bei 51,5 % (i5-7400) liegen. Die schärfste Konkurrenz in diesem Bereich kommt neben dem immer noch gut-und-günstigen Pentium G4560 für inzwischen nicht unter 75 Euro ironischerweise von AMDs eigenen Angeboten der veralteten und stromdurstigen FX-Reihe. Die sind jedoch auch als Viermoduler wie der FX-8300 unschlagbar günstig und können dank ihrer hohen Taktraten teilweise sogar noch mit Ryzen 3 mithalten. Doch eine Investition in diese veraltete, stromdurstige Architektur hätte kurze Beine.

Für Neukäufer ist eines der beiden Ryzen-3-Modelle - angesichts des OC-Ergebnisses speziell der R3-1200 - im Bereich unter 100 Euro derzeit alternativlos. Zwar sind Intels Core i3 in Einzelfällen noch etwas flinker und im Durchschnitt stromsparender, allerdings besteht kein Zweifel daran, dass echte Vierkerner die CPU-Zukunft leichter meistern werden.

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    • Kommentare (108)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von HudsonTheReal
        AW: Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Wachablösung für Dualcores?

        Zitat von rum
        Sehr fein; also ist nun auch für Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben, eine Alernative vorhanden.
        Eine Sache geht mir trotzdem durch den Kopf ...
        ... 4 Kerne, kein SMT, Leistung auf i3, übertaktet teils i5 - Niveau, aber die TDP bleibt bei 65W hängen?

        Kommt da noch "was sparsameres für Desktops"?

        Gruß
        Rum
        Mein R5 1600 verbraucht mit RX560 ca. 35W im Idle. Ich find das erstmal OK. Es ist der erste Schuss von AMD auf der AM4-Plattform. Für einen ersten Schuss muss man sagen: Hut ab. Und TR ist die schnellste CPU überhaupt auf dem Desktop. Wenn das nicht genug ist?
      • Von HudsonTheReal
        AW: Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Wachablösung für Dualcores?

        Zitat von rum
        Sehr fein; also ist nun auch für Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben, eine Alernative vorhanden.
        Eine Sache geht mir trotzdem durch den Kopf ...
        ... 4 Kerne, kein SMT, Leistung auf i3, übertaktet teils i5 - Niveau, aber die TDP bleibt bei 65W hängen?

        Kommt da noch "was sparsameres für Desktops"?

        Gruß
        Rum
        Mein R5 1600 verbraucht mit RX560 ca. 35W im Idle. Ich find das erstmal OK. Es ist der erste Schuss von AMD auf der AM4-Plattform. Für einen ersten Schuss muss man sagen: Hut ab. Und TR ist die schnellste CPU überhaupt auf dem Desktop. Wenn das nicht genug ist?
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Wachablösung für Dualcores?

        Zitat von Noctua
        Ich sehe darin keinen Vorteil. Meine 25" WQHD zuhause haben ein vernünftiges Bild und wenn ich das Dienstnotebook mal dran anschliesse kann ich prima damit arbeiten. Ich sehe bei dieser Größe null Vorteil von 4k mit höherem OS-Skalierungsfaktor.
        Und jetzt schau dir ein aktuelles Smartphonedisplay an...
        ...schau dir ein Setup wie das in meiner Sig an...
        ...schau dir einen 24 Zöller mit 2160p an...
        ...oder oder oder...
      • Von Noctua BIOS-Overclocker(in)
        AW: Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Wachablösung für Dualcores?

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Ja, und einen größeren OS-Skalierungsfaktor einzustellen (für die Software, für die man das überhaupt muss, um an diesen Effekt zu kommen; die klassischen Office-Anwendungen skalieren die Arbeitsfläche ja auch unabhängig vom OS) ist ja auch gerade das, was einem erst die Kompfortverbesserung bringt, da sich ja dadurch erst die Anzahl an Pixeln pro Buchstabe/ Interfaceelement erhöht.
        Ich sehe darin keinen Vorteil. Meine 25" WQHD zuhause haben ein vernünftiges Bild und wenn ich das Dienstnotebook mal dran anschliesse kann ich prima damit arbeiten. Ich sehe bei dieser Größe null Vorteil von 4k mit höherem OS-Skalierungsfaktor.
      • Von hoffgang BIOS-Overclocker(in)
        AW: Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Wachablösung für Dualcores?

        Zitat von bootzeit
        Tzzz..... i3 / Pentium auch nur in betracht zu ziehen wenn es für das gleiche Geld (+/- 30€) einen waschechten Quad gibt ist nahezu lächerlich .
        Bei i3 geb ich Dir recht, beim Pentium nicht.
        Da die Kaby Pentiums mit HT daherkommen und deutlich günstiger sind als die i3 gibts hier definitiv einen Markt.
        Zumal der Ryzen halt schon eher 60€ mehr kostet als Pentiums und das ist ne Ecke Geld.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Wachablösung für Dualcores?

        Zitat von Noctua
        Sehe ich anders. Auf 24/25" finde ich WQHD ideal zum Arbeiten, bei 4k muss man schon wieder eine größere Schrift einstellen. Und 27" ist mir schon zu groß auf dem Schreibtisch, 32" ist erst recht keine Option.
        Ja, und einen größeren OS-Skalierungsfaktor einzustellen (für die Software, für die man das überhaupt muss, um an diesen Effekt zu kommen; die klassischen Office-Anwendungen skalieren die Arbeitsfläche ja auch unabhängig vom OS) ist ja auch gerade das, was einem erst die Kompfortverbesserung bringt, da sich ja dadurch erst die Anzahl an Pixeln pro Buchstabe/ Interfaceelement erhöht.
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