Riven-Remake mit Unreal Engine 5.3.2: Überraschend flüssig, erfreulich kryptisch
Das Remake von Riven ist just bei GOG und Steam erschienen. Für die Neuinterpretation setzt der Entwickler Cyan Worlds auf die Unreal Engine in Version 5.3.2. PCGH hat sich auf die Reise begeben und berichtet quasi live von der Insel - mit rätselhaft flüssigen Impressionen.
Alte Hasen und junge Rätselfreunde, aufgepasst: Riven ist zurück - und damit in gewisser Weise auch Myst. Die Köpfe hinter den beiden Kultspielen aus den 1990er-Jahren haben nach knapp 27 Jahren das Remake von Riven veröffentlicht. Die Neuinterpretation bietet erstmals eine frei begehbare 3D-Welt anstelle hübscher Hintergründe und ist am 25. Juni DRM-frei bei GOG sowie bei Steam erschienen. Die Presse-Wertungen und ersten Rezensionen (über 480) bei Steam bescheinigen der Riven-Neuauflage eine hohe Qualität und fabelhafte Zustimmung von 94 Prozent (Stand: 28. Juni, 13:37 Uhr). Wir haben uns angesehen, wie das Riven-Remake läuft.
Riven Remake: Technischer Ersteindruck
"Durch den Einsatz moderner Technologie und der Leistungsfähigkeit der Unreal Engine 5 möchte Cyan Worlds seine Vision für Riven nachbilden und erweitern, wobei der Entwicklungsschwerpunkt auf der Bereitstellung nativer Erlebnisse sowohl auf Flachbildschirmen als auch auf VR-Plattformen liegt", so die Entwickler vor einigen Monaten. Wir haben das Riven-Remake ausgiebig gespielt, um diese Versprechen zu prüfen - mit Fokus auf die "Flatscreen"-Erfahrung. Das installiert knapp 23 GByte große Spiel führt bei jedem (!) Start ein Shader- respektive PSO-Caching durch, nutzt dabei alle zur Verfügung stehenden Prozessorkerne und -threads und ist damit ein ordentlicher Stresstest. Hat Ihr PC die (kurze) Tortur überstanden, entfaltet Riven direkt seinen rätselhaften Charme. Was erzählt der Fremde? Was sind das für Maschinen und wo um alles in der Welt bin ich eigentlich? Riven schmeißt Sie direkt ins Geschehen, ohne Erklärungen, Händchenhalten oder Firlefanz wie ein HUD. Erkunden und Ausprobieren der bildhübschen Welt steht im Fokus.
Riven (2024): Impressionen mit maximalen Details
Riven punktet von der ersten Minute mit seiner starken Grafik. "Unreal Engine 5" ist zwar kein herausragendes Qualitätsmerkmal mehr, sondern längst Standard, in den richtigen Händen entstehen damit jedoch großartige Werke. Der Engine haftet der Ruf an, ineffizient mit Ressourcen umzugehen, viele Spieler echauffieren sich über die Bildraten der ersten UE5-Spiele. Ursächlich für den Hardware-Hunger sind mehrere Faktoren, darunter die grundsätzlich dynamische Beleuchtung auf Basis von Lumen, das Software-Raytracing entspricht.
Außerdem feilt Epic Games stetig an den Eigenschaften des Spielemotors, die neue Version 5.4 wird künftigen Spielen eine bessere Effizienz ermöglichen. Doch auch Riven, das laut Ausführungsdatei auf der Unreal Engine 5.3.2 basiert, zeigt, was mit fokussiertem Content möglich ist. Zwar lässt sich die Spielwelt frei erkunden, es handelt sich jedoch nicht um eine kilometerweite Open World, sondern überschaubare Umgebungen. Diese werden dank Lumen sehenswert beleuchtet und punkten außerdem mit glaubhafter Materialdarstellung sowie hübscher Geometrie.
Mehr noch, die Performance ist - gemessen an UE5-Standards - sehr hoch. Wir haben Riven auf einer stark undervolteten Geforce RTX 4090 mit maximalen Details in Ultra HD mit DLSS Quality gespielt. Welche Bildrate würden Sie erwarten? 50, vielleicht 60 Fps? Weit gefehlt - stets dreistellig, meist sogar am von uns festgelegten Framelimit von 120 Fps! Shader- oder andere Nachladeruckler treten ebenfalls nicht auf, das Spielgefühl ist tadellos.
Da keine aufwendigen Simulationen betrieben werden, steht und fällt die Bildrate mit der Grafikkarte. Ruckelt die Riven-Neuauflage auf Ihrem PC, können Sie von drei Upsampling-Verfahren Gebrauch machen: Epics Temporal Super Resolution (TSR), AMDs FSR 2.2 und Nvidias DLSS 3.7. DLAA, Frame Generation oder XeSS stehen nicht zur Verfügung.
Beim Sichttest erblicken wir das übliche Bild: DLSS rekonstruiert mit Abstand die meisten Details und erzielt die höchste Bildruhe, leidet jedoch unter etwas ausgeprägterem Schmieren als FSR und TSR. FSR belegt wegen der deutlichsten Brösel- und Flacker-Neigung den letzten Platz, weshalb wir Nutzern einer Radeon-, Arc- oder GTX-Grafikkarte zu TSR raten. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Upsamplings steht niemals infrage, denn native Darstellung ist wesentlich teurer.
Die tadellose Performance lässt uns von Benchmark-Orgien absehen - wir gehen stattdessen direkt zu den Empfehlungen über: Das Spiel ist eine tolle Abwechslung, falls Sie des Loot-Shooter-Einheitsbreis überdrüssig sind. Erwarten Sie jedoch kein rasantes Gameplay, sondern die eine oder andere Kopfnuss.
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"There is an issue with certain newer-gen Intel CPUs crashing on startup for many UE5 games, including ours. This appears to be a hardware issue and the only workaround is to modify BIOS settings. More information here: https://cyan.com/docs/riven-launches-but-closes-never-gets-to-the-menu-sometimes-shows-an-error-message/"
Wird HDR unterstützt?
MfG
Raff