Risen 2: Dark Waters im Test - Starkes Piranha-Bytes-Rollenspiel mit tollem Karibik- und Piraten-Flair
Mit dem Wechsel vom klassischen Fantasy hin zum Piraten-Karibik-Szenario beweist Piranha Bytes sehr erfolgreich Mut zu Neuem. Mit einer tollen Atmosphäre, frei begehbarer Spielwelt sowie großer Entscheidungsfreiheit bei Quests und Charakterentwicklung bleibt man gleichzeitig der bewährten Gothic-Tradition treu.
Quelle: PC Games Hardware
Risen 2: Spiel des Monats (Copyright: PC Games Hardware)
Obwohl der Wechsel zum Piratenszenario von vielen Genre-Fans anfangs noch skeptisch betrachtet wurde, hat der Gothic-Entwickler Piranha Bytes das Konzept eines Rollenspiels mit Voodoozauber, Pistole und Säbel toll umgesetzt. Die große, frei begehbare Spielwelt lässt dank prächtiger Panoramen auf wunderschönen Inseln, malerischen Stränden, stimmungsvollen Sonnenuntergängen und hübschen Wettereffekten echtes Karibik-Flair aufkommen. Gestützt wird die tolle Atmosphäre einerseits durch die glaubwürdigen sowie eigenständigen Tagesabläufe der NPCs, die sich miteinander unterhalten, schmieden, das Schnappsbrennen üben sowie empört den Säbel präsentieren, wenn der Spieler sich ihnen mit gezückter Waffe nähert oder sich gar am Besitz anderer Anwohner vergreifen will. Auf der anderen Seite profitiert das Setting von Risen 2: Dark Waters von der authentischen Darstellung der Piraten als fluchende, saufende, eigentlich aber doch recht gutmütige Seebären, mit denen Sie so manch augenzwinkernden Dialog führen und deren ruppiger Ton unterhaltsam ist.
Haben Sie den straffen, aber linearen Einstieg gemeistert und sich als Kapitän eine Piratenschiffes aufgeschwungen, gibt es in der Welt von Risen 2: Dark Waters viel zu entdecken, selbst abseits der Hauptwege können Sie noch einige Nebenaufträge erledigen oder versteckte Schätze ausbuddeln. Das Piratenrollenspiel von Piranha Bytes bietet viele einfallsreiche Quest-Situationen, ein motivierendes Charaktersystem mit vielen Freiheiten bei der Entwicklung sowie umfangreiche Handwerksoptionen; so kommt kaum Langeweile auf. Ebenfalls sehr unterhaltsam sind die alternativen Quest-Lösungsmöglichkeiten, als besonders spaßig stellte sich die Idee heraus, Voodookräfte anstelle von Elementarzauberei zu übernehmen. Allerdings gibt es keine gleichwertige Inquisitions-Alternative zur Lösung mancher Aufträge per Voodoozauber.
Das Kampfsystem ist jedoch nicht optimal gelungen. Die sogenannten schmutzigen Tricks, beispielsweise Feuer spucken (eine Flasche Brandöl im Inventar vorausgesetzt), Gegner mit einem Papagei ablenken oder ihnen Sand in die Augen streuen, sorgen zwar für Ablenkung. Allerdings geraten viele Kämpfe dank simpler Mechanik zu einfach. Schusswechsel verlaufen dank beschränkter Feind-KI eintönig ab, Auseinandersetzungen mit Monstern und Tieren fallen eher stumpfsinnig und Klick-lastig aus und Bosskämpfe bieten nur wenig Herausforderung. Ihre KI-Begleiter, die sich auf Ihrem Schiff herumtreiben und von denen Sie maximal einen Kumpel zum Landgang mitnehmen, erweisen sich im Kampf, besonders bei Auseinandersetzungen mit feindlichen Korsaren oder Monstern, als echte Hilfe. Davon abgesehen verlaufen sich Ihre per KI gesteuerten Kollegen in unwegsamen Gelände gern einmal, das stört genauso wie die in der Verkaufsfassung noch enthaltenen Grafik-Bugs. Leider fehlt es auch der Geschichte an Dramatik, das Ende kommt gehetzt rüber und der abschließende Bosskampf fordert kaum. Außerdem ist Zahl der Botengang-Quest zu hoch und die NPCs vergessen Missetaten zu schnell, sodass der Spieler zum Beispiel bei Raub keine Konsequenzen fürchten muss.
Meinung
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Kleiner Vergleich, mein letzter Durchgang bei Fallout NV dauerte über 400h, bei Gothic 3 sind auch locker über 300h drin.
Bei unter 100h Spielzeit sehe ich Risen 2 nur als kleine Zwischenmahlzeit an.
Über alle anderen bemängelten Dinge kann ich gut hinwegsehen. Wo kämen wir denn dahin, wenn ein PB-Spiel perfekt wäre?
Ansonsten hoffe ich, dass Amazon/DHL am Freitag liefert, sonst dreh ich dem DHL-Boten den Hals um. Oder hole ihn Kiel. Arrrrrrrrrr!
Die Piranha machen schon richtig gute Spiele (vor allem wenn sie sich nicht übernehmen
*hoffeauchdasesamfreitagkommt*
Das ist so ein typisches Piranha-Bytes Phänomen. Erstaunlich wie lernresistent die Jungs da sind
Über alle anderen bemängelten Dinge kann ich gut hinwegsehen. Wo kämen wir denn dahin, wenn ein PB-Spiel perfekt wäre?
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