ELSA: Grafikkarten vom deutschen Hardware-Pionier [Update]

40
Special Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
ELSA: Grafikkarten vom deutschen Hardware-Pionier
Quelle: EM_EN via PCGH-X-Forum

Die ELSA ("Elektronische Systeme Aachen") GmbH war ein deutscher Hardware-Hersteller, welcher von 1980 bis zu seiner Insolvenz im Jahre 2002 besonders für seine Modems, Monitore und Grafikkarten bekannt war. Wir werfen einen Blick zurück.

Originalmeldung vom 3. Mai 2026:

Die ELSA ("Elektronische Systeme Aachen") GmbH - später auch ELSA AG - aus Aachen war ein bekannter deutscher Hardware-Hersteller, der von seiner Gründung am 11. Dezember 1980 bis zu seiner Insolvenz im Jahre 2002 insbesondere für seine MicroLink-Modems, Ecomo-Monitore und Erazor-Grafikkarten bekannt war. Wir werfen einen Blick zurück und haben uns dabei vom Beitrag ELSA: eine neue Begegnung von unserem Community-Mitglied EM_EN aus dem PCGH-X-Forum inspirieren lassen.

Eine ELSA Erazor X-A32 ... Quelle: EM_EN via PCGH-X-Forum Eine ELSA Erazor X-A32 ... ... mit Nvidia Geforce 256 und 32 MiB. Quelle: EM_EN via PCGH-X-Forum ... mit Nvidia Geforce 256 und 32 MiB.

Noch immer da und dennoch längst Geschichte

Wenngleich noch heute Grafikkarten wie die ELSA Geforce RTX 4080 Super X3 erscheinen, ist das deutsche IT-Unternehmen bereits seit mehr als 24 Jahren vom Markt verschwunden. Heute lebt der Markenname aber in gleich zwei Unternehmen weiter, denn die ELSA Technology Inc. aus Taiwan, die nach der Insolvenz der ELSA AG die Namensrechte übernahm, gründete 2004 die ELSA Technology GmbH, welche mittlerweile aber ebenso Geschichte ist. In China ist das Unternehmen mit Grafikkarten, Monitoren und mechanischen Keyboards noch aktiv.

ELSA ist heute in Taiwan tätig … Quelle: ELSA Technology ELSA ist heute in Taiwan tätig … ... und baut unter anderem Monitore. Quelle: ELSA Technology ... und baut unter anderem Monitore.

Auch in Japan existiert ein Ableger von ELSA, die ELSA Japan Incorporation. Diese wurde 1997 als Joint Venture mit der ELSA AG gegründet und vertreibt bis heute in Japan Computerkomponenten wie Grafikkarten, Thin-Clients und VR-Headsets.

Eine Reise in die Vergangenheit von ELSA

Die ELSA Gesellschaft für elektronische Systeme mbH - so die offizielle Firmierung - wurde am 11. Dezember 1980 von den beiden Gesellschaftern Klaus Langner und Andreas Steinkopf gegründet und am 9. Januar des Jahres 1981 mit einem Stammkapital von 20.000 DM in das Handelsregister eingetragen.

Das ehemalige Firmengelände der ELSA GmbH in Aachen. Quelle: Norbert Schnitzler (CC BY-SA 3.0) Das ehemalige Firmengelände der ELSA GmbH in Aachen. Das erste Mal sorgte die ELSA GmbH im Jahre 1988 für großes Aufsehen, denn das ELSA MicroLink 2400M war das erste in Deutschland zugelassene Modem, das nicht von der Deutschen Bundespost stammte, und wurde seinerzeit zu einem Preis von 1.950 DM angeboten. Das Modem sowie die dazugehörige Terminal-Software entwickelte ELSA in Eigenregie und feierte damit seinen ersten Erfolg.

Als erster Hersteller hat jetzt die Aachener ELSA GmbH die Postzulassung für einen Modem erhalten, das drei Übertragungsgeschwindigkeiten mit 300, 1.200 und 2.400 Bit/s (vollduplex) beherrscht.

Durch die hohen Anforderungen der Post war der Entwicklungsaufwand enorm. Trotzdem ermöglichen die Preise eine effiziente und schnelle Datenübertragung auch in der Bundesrepublik für einen großen Nutzerkreis:

Das Einschubmodul kostet 1.750 DM, das Tischmodell kostet 1.950 DM und das Tischmodell mit Terminal-Software kostet 2.100 DM. Die PC-Karte wird mit 1.895 DM besonders preisgünstig angeboten.

— web.archive.org

Produkte wie die MicroLink-Modems genossen aufgrund ihrer hochwertigen Technik und Zuverlässigkeit bald eine exzellente Reputation, sodass ELSA gleich mit mehreren Filialen in den USA, Taiwan und Japan expandieren konnte. Im Jahre 1988 erfolgten der Börsengang und die Umfirmierung zur ELSA AG.

Bekannte Grafikkarten von ELSA

Bereits 1986 stieß der Elektrotechnikstudent Theo Beisch, welcher sich schon seit einiger Zeit mit der Herstellung von Grafikbeschleunigern beschäftigte, zu den zwei Gesellschaftern Langner und Steinkopf, und das Produktprogramm von ELSA wurde um Computergrafik, Grafikkarten und Beschleuniger erweitert. Daraus resultierten nachfolgende Grafikkarten, welche bei PC-Kindern der 1980er und 1990er noch heutzutage in bester Erinnerung sein dürften. Hier die bekanntesten Modelle:

ELSA Winner 1000er-Serie mit S3-Chipsätzen wie S3 805, 864, 868 und 928.

  • ELSA Winner 1000 Trio / Winner 1000 ISA
  • ELSA Winner 1000 PRO / Winner 1000 AVI
  • ELSA Winner 1000 T2D / Winner 1000 T3D

ELSA Winner 2000er-Serie mit S3 Vision 964, 968 und S3 ViRGE/VX.

  • ELSA Winner 2000 AVI / Winner 2000 Pro/X
  • ELSA Winner 2000 Office (Basierend auf 3DLabs Permedia 2)

ELSA Winner 3000er-Serie mit S3 ViRGE- und ViRGE/VX.

  • ELSA Winner 3000-M

ELSA Victory-Serie

  • ELSA Victory 3D mit S3 ViRGE-Chip.
  • ELSA Victory II als 3D-Beschleuniger mit 3dfx Voodoo Banshee.

ELSA Erazor-Serie

  • ELSA Victory Erazor mit Nvidia Riva 128
  • ELSA Erazor II / Victory Erazor II mit Nvidia Riva TNT
  • ELSA Erazor III mit Nvidia Riva TNT2

Zu Zeiten der Geforce 256, Geforce 2 und Geforce 3 folgte noch die ELSA Gloria-Serie, welche in erster Linie als Workstation-Grafikkarten zum Einsatz kamen, bevor sich die Geschichte der ELSA GmbH respektive der ELSA AG langsam dem Ende entgegen neigen sollte. In all den Jahren war ELSA auch immer für seine marktführende Softwareentwicklung bekannt, welche ganz besonders gut optimierte Grafikbeschleuniger hervorbrachte. Doch alles hat ein Ende.

Eine ELSA Victory Erazor ... Quelle: EM_EN via PCGH-X-Forum Eine ELSA Victory Erazor ... ... mit Nvidia Riva 128. Quelle: EM_EN via PCGH-X-Forum ... mit Nvidia Riva 128.

Am 25. Februar 2002 stellt die ELSA AG einen Insolvenzantrag beim Landgericht Aachen. ELSA gerät in finanzielle Schwierigkeiten, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen ihre Kredite kündigen. Nach der Insolvenz entstehen Ausgründungen wie Devolo oder Lancom, doch die ELSA GmbH respektive die ELSA AG aus Aachen ist damit endgültig Geschichte. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Pionier.

Hardware aus der Community

Die PCGH-Redaktion hat danach gefragt und die Community aus dem PCGH-X-Forum hat geliefert. Die Leser haben sich ums Lagerfeuer versammelt und ihre Hardware-Sammlungen von ELSA im veröffentlicht, welche hier präsentiert werden sollen.

Bildergalerie

Ganz besonders beeindruckend ist die Sammlung von unserem Community-Mitglied kcopy, welcher gleich einen ganze Wandschrank voll Grafikkarten von ELSA über die Jahre zusammengetragen hat.

XXL-Sammlung Quelle: kcopy via PCGH-X-Forum

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.

40
    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von der_yappi Volt-Modder(in)
        ELSA Grakas hatte ich nie.
        Hatte von denen nur das giftgrüne Microlink56k FUN Modem als serielle Version (hab beim kauf nicht drauf geachtet, weil ich glaube das gabs auch noch als USB-Version...)

        Nachdem ELSA aber Pleite war und devolo die dLAN Adapter auf den Markt brachte hatte ich einige davon.
        Auch heute noch im Einsatz.
      • Von der_yappi Volt-Modder(in)
        ELSA Grakas hatte ich nie.
        Hatte von denen nur das giftgrüne Microlink56k FUN Modem als serielle Version (hab beim kauf nicht drauf geachtet, weil ich glaube das gabs auch noch als USB-Version...)

        Nachdem ELSA aber Pleite war und devolo die dLAN Adapter auf den Markt brachte hatte ich einige davon.
        Auch heute noch im Einsatz.
      • Von ParrotHH Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von ShingoSan
        Hier liegt noch immer eine ELSA 3D REVELATOR im Keller.

        Eine 3D Shutter Brille, laaaaange bevor AVATAR im Jahr 2009 Shutter 3D Brillen Fernseher/Projektoren pushte:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        JAAAAAA!

        Die ELSA Revelator hatte ich hier auch noch in einer Kiste herumliegen, und mich erst vor ein paar Wochen beim Aufräumen dazu entschließen können, sie dann doch mal zu entsorgen. Habe dabei durchaus ein paar Tränchen verdrückt. Für mich ein Meilenstein in meiner PC-Laufbahn!
      • Von Puscha Schraubenverwechsler(in)
        ELSA Victory Erazor, meine erste Grafikkarte 1997 😍
      • Von Weedotastisch PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Pu244
        Es ist halt eben die Frage, ob man das zahlen will. Wenn du den Verantwortlichen sehen willst, dann schau mal in den Spiegel (sofern du nicht konsequent deutsch/europäisch kaufst), aber häng dich bitte nicht auf! Klug daherreden ist das eine, aber konsequent einen Aufschlag von 100% oder mehr zu zahlen, damit das Zeug in Europa gefertigt wird, eine andere.

        Chinesische Fernseher sind billig und wozu soll ich für ein deutsches externes DVD Laufwerk 200€ zahlen, wenn es das Ding bei Temu für um die 10€ gibt? Alles ist eine strategische Entscheidung und da wurde mit überwältigender Mehrheit China gewählt.
        Die alten Fürze haben uns gut durch die Propaganda ins Hirn ge******. Ich nehm da keinen, mich selbst nicht, aus.

        Entweder Du stellst ein Produkt per "Hand" her, dann kommt es auf menschliche Arbeitskraft an, sprich die Personalkosten....

        ODER es läuft alles hart maschinell ab, digital noch optimiert, das schrumpft den Faktor Mensch und die Personalkosten.

        BEIDES geht nicht. Ich weiß, es ist hart zu glauben, vor allem wenn man hier im "Westen" geistig sozialisiert wurde, aber da sitzen keine Kinder in Taiwan und China und schnitzen uns eine Grafikkarte aus Holz und Stein.

        Und die paar Techniker und den Hausmeister, wenn die mich 5 mal soviel Lohn kosten, das leg ich auf 50.000.000 Chips um, dann kost mich das 2 Cent auf das Stück (ganz grob vereinfacht). VERSTEHST Du so Kostenrechnung?

        Ist das so schwer? (Und wir fangen jetzt nicht von hohen Lohnnebenkosten oder Energiepreisen an, den Ökobolschewismus hab ich in 3-5 Jahren vom Kopf auf die Füße gestellt).
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Die letzten Microlinkmodems sahen echt schön aus, ich habe das rote, mit USB. Und eine TNT2 fliegt hier auch noch herum, mit TV Aus- und Eingang.

        Zitat von Hagal
        PC´s waren meist unbezahlbar.
        Nach drei Jahren waren die Dinger dann komplett veraltet, sodass fast kein Spiel mehr lief und damit war nicht "Hilfe, ich muß für 4K@Ultra DLSS zuschalten" gemeint, sondern "startet nicht". Nach 5 Jahren war das Ding dann mehr aus der Zeit gefallen, als Uromas kohlebetriebenes Bügeleisen. Außerdem durfte man seine Kiste nach gut 1,5 Jahren ordentlich aufmöbeln, mehr RAM und eine zweite HDD waren nicht billig.

        Insgesamt durfte man inflationsbereinigt gut 1000€ hinblättern, wenn man einigermaßen dabei sein wollte und das pro Jahr!

        Aber die Zeiten waren schon toll.

        Zitat von Weedotastisch
        Wie soll ich das jetzt freundlich ausdrücken? Wenn das ein Schiff hoch zur See wäre, dann wären die Verantwortlichen wohl hangend gemacht worden, bevor man sehenden Auges sich in die Scheiße schippert. Damals natürlich, zu Störtebekers Zeiten.
        Es ist halt eben die Frage, ob man das zahlen will. Wenn du den Verantwortlichen sehen willst, dann schau mal in den Spiegel (sofern du nicht konsequent deutsch/europäisch kaufst), aber häng dich bitte nicht auf! Klug daherreden ist das eine, aber konsequent einen Aufschlag von 100% oder mehr zu zahlen, damit das Zeug in Europa gefertigt wird, eine andere.

        Chinesische Fernseher sind billig und wozu soll ich für ein deutsches externes DVD Laufwerk 200€ zahlen, wenn es das Ding bei Temu für um die 10€ gibt? Alles ist eine strategische Entscheidung und da wurde mit überwältigender Mehrheit China gewählt.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk