ELSA: Grafikkarten vom deutschen Hardware-Pionier [Update]
Die ELSA ("Elektronische Systeme Aachen") GmbH war ein deutscher Hardware-Hersteller, welcher von 1980 bis zu seiner Insolvenz im Jahre 2002 besonders für seine Modems, Monitore und Grafikkarten bekannt war. Wir werfen einen Blick zurück.
Erinnerungen an einen Hardware-Pionier
Originalmeldung vom 3. Mai 2026:
Die ELSA ("Elektronische Systeme Aachen") GmbH - später auch ELSA AG - aus Aachen war ein bekannter deutscher Hardware-Hersteller, der von seiner Gründung am 11. Dezember 1980 bis zu seiner Insolvenz im Jahre 2002 insbesondere für seine MicroLink-Modems, Ecomo-Monitore und Erazor-Grafikkarten bekannt war. Wir werfen einen Blick zurück und haben uns dabei vom Beitrag ELSA: eine neue Begegnung von unserem Community-Mitglied EM_EN aus dem PCGH-X-Forum inspirieren lassen.
Noch immer da und dennoch längst Geschichte
Wenngleich noch heute Grafikkarten wie die ELSA Geforce RTX 4080 Super X3 erscheinen, ist das deutsche IT-Unternehmen bereits seit mehr als 24 Jahren vom Markt verschwunden. Heute lebt der Markenname aber in gleich zwei Unternehmen weiter, denn die ELSA Technology Inc. aus Taiwan, die nach der Insolvenz der ELSA AG die Namensrechte übernahm, gründete 2004 die ELSA Technology GmbH, welche mittlerweile aber ebenso Geschichte ist. In China ist das Unternehmen mit Grafikkarten, Monitoren und mechanischen Keyboards noch aktiv.
Quelle: ELSA Technology
ELSA ist heute in Taiwan tätig …
Quelle: ELSA Technology
... und baut unter anderem Monitore.
Auch in Japan existiert ein Ableger von ELSA, die ELSA Japan Incorporation. Diese wurde 1997 als Joint Venture mit der ELSA AG gegründet und vertreibt bis heute in Japan Computerkomponenten wie Grafikkarten, Thin-Clients und VR-Headsets.
Eine Reise in die Vergangenheit von ELSA
Die ELSA Gesellschaft für elektronische Systeme mbH - so die offizielle Firmierung - wurde am 11. Dezember 1980 von den beiden Gesellschaftern Klaus Langner und Andreas Steinkopf gegründet und am 9. Januar des Jahres 1981 mit einem Stammkapital von 20.000 DM in das Handelsregister eingetragen.
Quelle: Norbert Schnitzler (CC BY-SA 3.0)
Das ehemalige Firmengelände der ELSA GmbH in Aachen.
Das erste Mal sorgte die ELSA GmbH im Jahre 1988 für großes Aufsehen, denn das ELSA MicroLink 2400M war das erste in Deutschland zugelassene Modem, das nicht von der Deutschen Bundespost stammte, und wurde seinerzeit zu einem Preis von 1.950 DM angeboten. Das Modem sowie die dazugehörige Terminal-Software entwickelte ELSA in Eigenregie und feierte damit seinen ersten Erfolg.
Als erster Hersteller hat jetzt die Aachener ELSA GmbH die Postzulassung für einen Modem erhalten, das drei Übertragungsgeschwindigkeiten mit 300, 1.200 und 2.400 Bit/s (vollduplex) beherrscht.
Durch die hohen Anforderungen der Post war der Entwicklungsaufwand enorm. Trotzdem ermöglichen die Preise eine effiziente und schnelle Datenübertragung auch in der Bundesrepublik für einen großen Nutzerkreis:
Das Einschubmodul kostet 1.750 DM, das Tischmodell kostet 1.950 DM und das Tischmodell mit Terminal-Software kostet 2.100 DM. Die PC-Karte wird mit 1.895 DM besonders preisgünstig angeboten.
— web.archive.org
Produkte wie die MicroLink-Modems genossen aufgrund ihrer hochwertigen Technik und Zuverlässigkeit bald eine exzellente Reputation, sodass ELSA gleich mit mehreren Filialen in den USA, Taiwan und Japan expandieren konnte. Im Jahre 1988 erfolgten der Börsengang und die Umfirmierung zur ELSA AG.
Bekannte Grafikkarten von ELSA
Bereits 1986 stieß der Elektrotechnikstudent Theo Beisch, welcher sich schon seit einiger Zeit mit der Herstellung von Grafikbeschleunigern beschäftigte, zu den zwei Gesellschaftern Langner und Steinkopf, und das Produktprogramm von ELSA wurde um Computergrafik, Grafikkarten und Beschleuniger erweitert. Daraus resultierten nachfolgende Grafikkarten, welche bei PC-Kindern der 1980er und 1990er noch heutzutage in bester Erinnerung sein dürften. Hier die bekanntesten Modelle:
Zu Zeiten der Geforce 256, Geforce 2 und Geforce 3 folgte noch die ELSA Gloria-Serie, welche in erster Linie als Workstation-Grafikkarten zum Einsatz kamen, bevor sich die Geschichte der ELSA GmbH respektive der ELSA AG langsam dem Ende entgegen neigen sollte. In all den Jahren war ELSA auch immer für seine marktführende Softwareentwicklung bekannt, welche ganz besonders gut optimierte Grafikbeschleuniger hervorbrachte. Doch alles hat ein Ende.
Am 25. Februar 2002 stellt die ELSA AG einen Insolvenzantrag beim Landgericht Aachen. ELSA gerät in finanzielle Schwierigkeiten, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen ihre Kredite kündigen. Nach der Insolvenz entstehen Ausgründungen wie Devolo oder Lancom, doch die ELSA GmbH respektive die ELSA AG aus Aachen ist damit endgültig Geschichte. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Pionier.
Hardware aus der Community
Die PCGH-Redaktion hat danach gefragt und die Community aus dem PCGH-X-Forum hat geliefert. Die Leser haben sich ums Lagerfeuer versammelt und ihre Hardware-Sammlungen von ELSA im veröffentlicht, welche hier präsentiert werden sollen.
Bildergalerie
Ganz besonders beeindruckend ist die Sammlung von unserem Community-Mitglied kcopy, welcher gleich einen ganze Wandschrank voll Grafikkarten von ELSA über die Jahre zusammengetragen hat.
Quelle: kcopy via PCGH-X-Forum
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Hatte von denen nur das giftgrüne Microlink56k FUN Modem als serielle Version (hab beim kauf nicht drauf geachtet, weil ich glaube das gabs auch noch als USB-Version...)
Nachdem ELSA aber Pleite war und devolo die dLAN Adapter auf den Markt brachte hatte ich einige davon.
Auch heute noch im Einsatz.
Eine 3D Shutter Brille, laaaaange bevor AVATAR im Jahr 2009 Shutter 3D Brillen Fernseher/Projektoren pushte:
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Die ELSA Revelator hatte ich hier auch noch in einer Kiste herumliegen, und mich erst vor ein paar Wochen beim Aufräumen dazu entschließen können, sie dann doch mal zu entsorgen. Habe dabei durchaus ein paar Tränchen verdrückt. Für mich ein Meilenstein in meiner PC-Laufbahn!
Chinesische Fernseher sind billig und wozu soll ich für ein deutsches externes DVD Laufwerk 200€ zahlen, wenn es das Ding bei Temu für um die 10€ gibt? Alles ist eine strategische Entscheidung und da wurde mit überwältigender Mehrheit China gewählt.
Entweder Du stellst ein Produkt per "Hand" her, dann kommt es auf menschliche Arbeitskraft an, sprich die Personalkosten....
ODER es läuft alles hart maschinell ab, digital noch optimiert, das schrumpft den Faktor Mensch und die Personalkosten.
BEIDES geht nicht. Ich weiß, es ist hart zu glauben, vor allem wenn man hier im "Westen" geistig sozialisiert wurde, aber da sitzen keine Kinder in Taiwan und China und schnitzen uns eine Grafikkarte aus Holz und Stein.
Und die paar Techniker und den Hausmeister, wenn die mich 5 mal soviel Lohn kosten, das leg ich auf 50.000.000 Chips um, dann kost mich das 2 Cent auf das Stück (ganz grob vereinfacht). VERSTEHST Du so Kostenrechnung?
Ist das so schwer? (Und wir fangen jetzt nicht von hohen Lohnnebenkosten oder Energiepreisen an, den Ökobolschewismus hab ich in 3-5 Jahren vom Kopf auf die Füße gestellt).
Insgesamt durfte man inflationsbereinigt gut 1000€ hinblättern, wenn man einigermaßen dabei sein wollte und das pro Jahr!
Aber die Zeiten waren schon toll.
Chinesische Fernseher sind billig und wozu soll ich für ein deutsches externes DVD Laufwerk 200€ zahlen, wenn es das Ding bei Temu für um die 10€ gibt? Alles ist eine strategische Entscheidung und da wurde mit überwältigender Mehrheit China gewählt.