VHS-Ära endet: Funai beendet Produktion von Rekordern
Zeit, Abschied zu nehmen. Nachdem die Produktion von VHS-Kassetten bereits ausgelaufen war, wird nun auch der letzte Hersteller von Rekordern die Produktion einstellen. Der Markt sei mittlerweile zu klein, um eine Produktion noch wirtschaftlich zu ermöglichen. Zudem sei die Beschaffung notwendiger Teile zunehmend ein Problem.
Eine Ära wird nun endgültig zu Ende gehen: Der letzte verbliebene Hersteller von VHS-Rekordern stellt die Produktion ein. Nachdem 2015 noch 750.000 Geräte von Funai verkauft wurden, sei der Markt mittlerweile komplett eingebrochen. Auch die Beschaffung der nötigen Teile zur Montage der VHS-Rekorder gestalte sich laut einem Medienbericht mehr als schwierig. Man habe sich daher dazu entschieden, die Produktion noch diesen Monat zu beenden.
Ein weiteres Problem ist die Versorgung mit VHS-Kassetten. Die sind mittlerweile zunehmend eine Rarität - vor allem in neuem Zustand. Hier wurde die Produktion bereits 2015 eingestellt. Ein deutsches Unternehmen kaufte damals verfügbare Restbestände soweit wie möglich auf und brachte sie noch an den Mann. Mittlerweile werden solche Kassetten vornehmlich auf Ebay zu ordentlichen Preisen gehandelt, wenn es sich um qualitativ hochwertige "Neuware" handelt, also noch nicht genutzt wurde. Auf Amazon sind die Preise noch höher.
Alles in allem hat sich die VHS-Technik damit sehr lange auf dem Markt gehalten. 2008 erst wurde der Vertrieb von Filmen auf VHS endgültig eingestellt. Das 1976 von JVC eingeführte System gewann einst den Kampf gegen Sonys Betamax und Grundig/Philips Video 2000. Auch wenn VHS verhältnismäßig günstig war, konnten es sich beim Siegeszug der DVD nicht mehr wehren. Deren Player sind wegen weniger mechanischer Teile heute viel günstiger herzustellen und die Disks kosten in der Produktion auch nur ein Bruchteil des materialaufwändigen VHS. Wurden im Jahr 2000 noch 35 Millionen VHS-Kassetten verkauft, waren es acht Jahre später nur noch 200.000. Danach wurden keine Zahlen mehr erhoben.

das war mal eine wirklich wichtige meldung - gleich noch 2 recorder kaufen...
Aber die Riesenplatten waren nicht jedermanns Sache.
Zwar nur Audio, aber auch ein Bandträger mit sehr guter Qualität.
Das R-DAT ist sogar so aufgebaut, wie ein VHS-Recorder mit anderer Elektronik.
Im Gegensatz zu Digital VHS kann man von DATs aber immerhin nicht behaupten das sie abwärtskompatibel waren. Wie auch bei der digital-VHS gab es auch nicht nur technische Gründe für das Scheitern des DAT. Fehlende Unterstützung der Musikindustrie und Konkurrenz nicht nur durch schneller billiger werdenden CDs sondern auch etwa durch die MiniDisc trugen auch zum Untergang des Formats bei.
Neuere, HD taugliche Magnetbandkasseten wie etwa HDCAM oder auch IMX (nur SD) trifft man noch eher an stirbt aber auch aus. seit mindestens 5 Jahren setzen sich Festplatten bzw. SSDs als Datenträger in dem Bereich zunehmend durch. Kassetten gleich welcher Art gibt es in neuen Studios seit einigen Jahren nicht mehr.
Aber die Riesenplatten waren nicht jedermanns Sache.
Zwar nur Audio, aber auch ein Bandträger mit sehr guter Qualität.
Das R-DAT ist sogar so aufgebaut, wie ein VHS-Recorder mit anderer Elektronik.
Der Datenträger war einfach viel kleiner und die digitalen Vorteile (freie schnelle Sektoranwahl, keine Kopierdämpfung, ...) haben den Ausschlag gegeben.
Das gab es nicht für den Privatmann.
Die letzten Reportagekameras hab ich Mitte 2005 selber gesehen.
Ob es da noch Verwendung im Studiobereich gibt ... ?
Technisch ist die CD der Schallplatte in praktisch jeder Hinsicht überlegen.
Das qualitativ beste und modernste Analogformat das es jemals gegeben hat war ohne Zweifel -neben 32mm Film- die LASER-Disc. Aber während die ältere und schlechtere Schallplatte heute noch beliebt ist ist die LD praktisch in Vergessenheit geraten.
Bei sehr gutem 32mm Film kann die Auflösung sogar einer 4k Digitalauflösung überlegen sein aber VHS hat feste 625 Zeilen und 220-240 Spalten (rechteckige Pixel). (nicht nur) für heutige Maßstäbe eine sehr schlechte Auflösung zu der auch noch eine schlechte Kontrast- und Farbauflösung kam. Selbst 8mm Film kann einer VHS noch deutlich überlegen sein.
Bei normalen VHS muss man aber dazu sagen das man sicher über tausend Minuten Video welches mit modernen Verfahren wie MPEG 4 (H.264) auf VHS äquivalente Qualität komprimiert wurde auf einer DVD speichern könnte.
Letztendlich muss man festhalten das es aus heutiger Sicht gar nicht so logisch war das die VHS durch die DVD abgelöst wurde. Digital-VHS Recorder boten neben größeren Bandlängen und der Aufnahmefähigkeit auch eine Abwärtskompatibilität zur analogen VHS. Das sind doch einige gewichtige Vorteile. Eine abwärtskompatible Weiterentwicklung bis hin zu Kapazitäten von etlichen hundert Gigabyte oder sogar mehreren Terrabyte pro Kassette wäre -analog zu proffessionellen Datenkasetten- durchaus möglich gewesen. Damit könnten moderne VHS Ableger prinzipiell selbst mit UHD-DVDs qualitativ konkurrieren.
Die VHS Kassetten hatten eigentlich nur drei Nachteile die sich nicht durch eine abwärtskompatible Weiterentwicklung lösen lassen: Einerseits waren und sind die Herstellungskosten sowohl der Kassetten als auch der Recorder wesentlich höher als die einer DVD bzw. eines DVD Players (was dafür gesorgt hat das die Industrie aufgrund potenziell höherer Gewinnspannen eher der DVD zugeneigt war) und die Lebensdauer ist geringer (Bandsalat, Entmagnetisierung...). Abgesehen davon muss man auch bei den modernsten Kassetten noch spulen, der Verzicht darauf war bei der DVD schon ein Komfortgewinn, da kann man sagen was man will. Auf den Spulvorgang kann man bei Kassetten zudem nicht nur nicht verzichten alleine aufgrund der mechanischen Belastbarkeit der Kassetten und des Bandes lässt er sich nichtmal wesentlich beschleunigen.
Eine aktuelle "Verwendung" ist aber auch hier wohl schon sehr selten, häufiger sind die Kassetten eher >noch< in Archiven vorhanden und warten darauf auf modernere Formate übertragen zu werden (was praktischerweise immerhin verlustfrei möglich ist).