S3s Savage 2000 - der Geforce-Killer und das Ende von Ati (PCGH-Retro, 30. August)
Savage 2000 - der Geforce-Killer - wird vorgestellt und AMD kündigt das Ende von Ati an - das geschah am 30. August. Jeden Tag wirft PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.
... 1999: Diesen Tag sollte die Nvidia Geforce 256 fürchten. Am 30. August 1999 stellt S3 nach den eher glücklosen 3D-Modellen Savage 3D und Savage4 den Savage 2000 vor, den ersten Chip mit einer Hardware-TnL-Einheit. Dieser intern GX4 genannte Grafikprozessor sollte die Geforce von Nvidia das Fürchten lehren, obwohl letztere noch gar nicht erschienen war.
Mit HTnL, einer Füllrate von 500 Megatexeln pro Sekunde und einem hybriden Herstellungsprozess aus 0,22 und 0,18 Mikrometer großen Schaltungen war der Savage 2000 S3s große Hoffnung, endlich wieder Anschluss in Sachen Gamer-Grafikkarten zu finden, nachdem man mit der Virge-Reihe im 3D-Zeitalter zunächst einen kompletten Fehlstart hinlegte und mit den nachfolgenden Savage-Modellen neben wenig Glück auch noch niedrige Marktanteile hatte.
Allerdings funktionierte die TnL-Einheit nicht richtig und verursachte in frühen Pre-Release-Treibern heftige Bildfehler, sodass sie später abgeschaltet werden musste. Der verbliebene Rest fiel dann in die S3'sche Tradition mehr oder weniger grandioser Flops und man beschränkte sich bis zur Chrome-Reihe auf integrierte Grafikeinheiten für Via-Chipsätze, von deren Hersteller man inzwischen geschluckt worden war.
… 2010: AMD verkündet am heutigen 30. August einen tiefen Schnitt bei den hauseigenen Produktbezeichnungen: Der Markenname Ati stirbt, "AMD Radeon" wird offiziell. Vor mehr als vier Jahren gab AMD die Akquise des kanadischen Grafikspezialisten Ati bekannt. Mit diesem Schachzug erhielt der zweitgrößte x86-Prozessorhersteller der Welt das geballte Chipsatz- und Grafik-Know-how von Ati, um in Zukunft eine gesamte Plattform aus einer Hand zu offerieren. Die Marke "Ati" hielt der Übernahme stand und verkörperte bis zum heutigen Tag die tragende Kraft hinter den populären Radeon-Grafikkarten. Damit ist nun Schluss: AMD streicht Ati aus seinem Programm. "AMD" und das vor einem Jahr eingeführte "Vision"-Programm sollen die Leitfäden des AMD-Portfolios werden. Natürlich ist diese Entscheidung nur oberflächlicher Natur: Ati arbeitet intern unverändert weiter an Grafikprozessoren, allerdings unter neuer Flagge.
Lesen Sie dazu auch unseren umfangreichen Hintergrund-Artikel und schauen Sie auch in unsere Galerie der wichtigsten Ati-Grafikkarten.


K.A. wie es zeittechnisch den den tatsächlichen Releases ausschaute, aber die Savage 2000 hatte ich damals, als ich mir eine GeForce 256 DDR holte, überhaupt nicht im Kopf.
Fun fact: Das Äquivalent der T&L-Leistung einer Geforce 1 und 2 kann man mithilfe einer starken CPU bereitstellen oder sogar übertreffen. Das lässt sich etwa mit dem 3DMark nachweisen - ab einer bestimmten CPU-Leistung ist Software-T&L schneller als die Einheit der GPU. Das geht bei der kaputten Savage 2000 natürlich auch ...
MfG
Raff
Die Radeon 9800er haben mit Geforce 4 und vor allem FX konkurriert, 3 respektive 4 GPU-Generationen nach Geforce 256 und Savage 2000 einschließlich der Paradigmenwechsel von hT&L (DX7) auf Pixel Shader 1.0 (DX8) auf Shader Modell 2.0 (DX9). Das ist ein bisschen so wie unter einem Kommentar zur Geforce 970 zu posten "au ja, ich habe damals Pathtraycing auf einer 7900 genutzt".