PCGH-Retro: Apples Retter kommt - der Imac
Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers. Heute: Was geschah am 6. Mai?
Quelle: Apple
Die Welt staunte: So sah noch kein Computer aus. Neuere Imac-Versionen verwenden TFT-Displays und stecken die Rechnertechnik in den Standfuß, später in den Bildschirm selbst. Außerdem mussten die bunten Farben schlichtem Weiß und schließlich Silber weichen.
...1998: Er ist rundlich, bunt und hat einen komischen Namen - doch er ist eine kleine Revolution und rettet seinen angeschlagenen Hersteller: Der Imac, den Apple an diesem 6. Mai der staunenden Öffentlichkeit vorstellt. Genau wie der erste Macintosh von 1984 enthält auch der neue Einsteiger-Rechner einen integrierten Röhrenmonitor, 15 Zoll groß; außerdem ist ein analoges Modem enthalten - der Imac soll, wie schon das "i" im Namen andeutet, der breiten Masse den Einstieg ins Netz erleichtern.
Im Inneren arbeiten zudem ein G3-Prozessor mit 233 MHz, eine Ati-Rage-Grafikkarte und 32 MiByte Arbeitsspeicher - nichts Besonderes zu dieser Zeit. Eine Überraschung ist hingegen der Verzicht auf veraltete Technologien, vor allem auf das SCSI-Interface bisheriger Mac-Modelle, serielle und parallele Anschlüsse sowie auf das Diskettenlaufwerk; der Imac setzt stattdessen voll und ganz auf die USB-Schnittstelle, die damit endlich ihren Siegeszug antritt.
Mutig ist auch das Äußere, statt gewohntem Grau oder Beige fällt das erste Modell mit einem halbtransparenten blauen Gehäuse auf - was nicht nur neue Käuferschichten anspricht, sondern auch einen Trend lostritt: Bald sind alle möglichen Geräte mit farbigem und durchsichtigen Plastik überzogen. Doch egal ob es nun am Design oder an der Technik liegt, am Internet-Hype oder einfach am cleveren Marketing: Der Imac, der ab August 1998 zu kaufen ist, wird zu einem gewaltigen Erfolg; Apple kann monatelang die Nachfrage nicht stillen - und wird durch das rundliche, bunte Ding mit dem komischen Namen vor der Pleite gerettet.
