Microsofts größter Flop: Bob (PCGH-Retro, 6. Januar)
Microsofts größter Flop: Bob - das geschah am 6. Januar. Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.
...1995: In immer mehr Haushalten steht ein Computer. Für viele Anwender ist aber selbst die grafische Benutzeroberfläche eines Windows-PCs noch zu kompliziert - intuitiv bedienen lässt sich etwa das aktuelle Windows 3.1 nicht gerade. Um auch unbedarften Nutzern die Bedienung eines Rechners zu ermöglichen, arbeitet Microsoft an einer neuen Oberfläche, die den Codenamen Utopia trägt und in mehrere kommende Produkte integriert werden soll. Das erste Utopia-Produkt ist Bob, eine Erweiterung für Windows 3.1 und das kommende Windows 95, die am 6. Januar 1995 von Bill Gates auf der CES vorgestellt wird. Bob verwandelt den Bildschirm in ein virtuelles Haus mit mehreren Räumen, das sich vom Nutzer ganz nach Geschmack einrichten lässt; Programme werden durch Gegenstände innerhalb dieses Hauses repräsentiert und lassen sich mit der Maus starten: Das Scheckbuch auf dem Wohnzimmertisch startet die Finanzverwaltung, der Kalender an der Wand den Terminplaner. Acht solche Anwendungen von der Uhr bis zur Textverarbeitung sind in Bob integriert, es lassen sich aber auch beliebige Windows-Programme einbinden. Bei jedem Schritt stehen zudem grafische Assistenten mit Ratschlägen und Hilfestellung bereit.
Doch Bob floppt. Die Systemanforderungen sind viel zu hoch, die aufwendige grafische Oberfläche reagiert nur träge auf Kommandos; die acht beiliegenden Programme reichen kaum jemandem - wer aber ohnehin eigene Anwendungen wie Microsofts Office oder den Netscape Navigator nutzt, braucht Bob nicht, im Gegenteil: Von Bob aus gestartet, laufen diese Programme langsamer als direkt unter Windows. Und schließlich macht Windows 95 mit seiner modernisierten grafischen Oberfläche vieles einfacher, ohne den Nutzer so stark einzuschränken und mit Assistenten zu gängeln wie Bob. Nur rund 30.000 Bob-Exemplare werden seit der Veröffentlichung im März 1995 verkauft, wenige Monate später wird Bob eingestellt. Teile des Programms leben jedoch fort: Einige Assistenten finden sich in Office 97 wieder, der Hund Rover schafft es sogar in den Suchdialog von Windows XP. Bilder von Bob finden Sie bei winhistory.
Weitere Informationen
• Windows 1.0
• Die Geschichte der Betriebssysteme

Und da fragen selbst heute noch manche Frauen, warum sie weniger verdienen...
Konnte mir bis vor 10 Minuten auch nix drunter vorstellen. Deshalb mal ein Bild im Anhang (für Gleichgesinnte).
Vielleicht war Bob seiner Zeit auch nur vorraus...
Aber der Zauberer war auch cool ?