Die Entwicklung der Betriebssysteme

Betriebssysteme: Von OS/360 bis Windows 7

Die Geschichte der Betriebssysteme von den Anfängen bis Windows 7 (Albert, Schröder, 29.07.2009)
 
Hatte in den jungen Jahren des Computerzeitalters jeder Rechnertyp sein eigenes Betriebssystem, gibt es heute Windows- oder Linux-Varianten für nahezu alle PCs. PC Games Hardware gibt einen Überblick über die Geschichte der Systemsoftware mit einem Schwerpunkt auf Windows.

Wikipedia beschreibt den Begriff Betriebssystem so: "Ein Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung (den Betrieb) eines Computers ermöglicht. Es verwaltet Betriebsmittel wie Speicher, Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung von Programmen." Tatsächlich war das Betriebssystem zu Beginn nicht mehr als ein Steuerprogramm, das bestimmte Abläufe der Maschine befehligen sollte. Doch inzwischen ist die Systemsoftware weitaus mehr geworden als eine bloße Verwaltungsinstanz, moderne Betriebssysteme bieten neuartige Eingabemöglichkeiten, bringen eine Vielzahl einsatzbereiter Anwendungen mit oder trumpfen mit ausgefeiltem Design auf.

Betriebssysteme: Die Anfänge
Ein IBM System/360 mit (wahrscheinlich) OS/360 im VW-Werk Wolfsburg 1973
 
Ein IBM System/360 mit (wahrscheinlich) OS/360 im VW-Werk Wolfsburg 1973 [Quelle: siehe Bildergalerie]
Vor der Erfindung des Transistors (1947) benötigten die großen Rechenmaschinen keine Software im heutigen Sinne. Operationen waren meist als Hardware fest vorgegeben. Eine Programmierung, wie wir sie heute kennen, war nur sehr eingeschränkt möglich, etwa über Lochkarten. Erst 1964 führte IBM mit /360 eine Software ein, die auf einer ganzen Modellreihe genutzt werden konnte. 1969 schließlich begann die Entwicklung des Betriebssystems Unix (hauptsächlich für Server-Systeme). Allerdings war erst CP/M von 1974 die erste Systemsoftware, die auch für Heimrechner entwickelte wurde und tatsächlich weitgehend plattformunabhängig war.

Betriebssysteme: Aufbruch in den Achtzigern
Mit dem Aufkommen der Heimcomputer Anfang der Achtzigerjahre wurde der Markt der Betriebssysteme deutlich belebt. Allerdings waren nach wie vor die meisten Systemprogramme auf das jeweilige Produkt zugeschnitten und - mit Ausnahme von CP/M - nicht plattformunabhängig. 1981 kam es zum wohl größten Coup der Softwaregeschichte: Microsoft kaufte der kleinen Firma Seattle Computer Products für 50.000 US-Dollar sämtliche Rechte am Betriebssystem 86-DOS ab, auch QDOS genannt - einen CP/M-Klon. Zuvor hatte Microsoft dem Computerriesen IBM versprochen, ein Betriebssystem für deren kommenden Personal Computer zu liefern, aber selbst keines im Angebot. Mit minimalen Änderungen lieferte Microsoft das Betriebssystem später an IBM, wo es als PC-DOS verkauft und bald zu einem gigantischen Erfolg wurde. Doch Microsoft durfte das System als MS-DOS auch selbst anbieten und verkaufte es bald an die zahllosen Hersteller von PC-Nachbauten. DOS begründete auf diese Weise Microsofts Position als größten Anbieter für Betriebssysteme. Zwar wurde bald auch Digital Researchs CP/M auf dem IBM-PC angeboten - doch zu einem Vielfachen des Preises, der für DOS fällig war, weshalb es bald in der Versenkung verschwand.

Betriebssysteme: Es wird bunt
Dabei war DOS mit seiner schmucklosen Kommandozeile schon nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Apple erkannte schnell (vor allem inspiriert durch Xerox), dass Anwender keine Befehle auswendig lernen wollten und entwickelte eine grafische Benutzeroberfläche zur Steuerung des Computers. Dabei war es nicht der Mac, der dieses moderne Interface marktfähig machte: Schon 1983 brachte Apple den (oder die?) Lisa auf den Markt, nach dem eher unbekannten Xerox Star der zweite kaufbare Computer mit Maussteuerung und grafischer Oberfläche. Doch Lisa, Gerüchten zufolge benannt nach der Tochter des Apple-Mitgründers Steve Jobs, erwies sich als Flop, ebenso wie das leicht verbesserte Modell Lisa 2. Erst mit dem Macintosh, eingeführt 1984, wurde die grafische Oberfläche samt Mausbedienung zum Erfolg, der durch GEM auf dem Atari ST und die Workbench des Amigas auch auf die unteren Preisklassen durchschlug.

Das erste Windows von Microsoft kam 1985 in den Handel.
 
Das erste Windows von Microsoft kam 1985 in den Handel. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Schon vor der offiziellen Vorstellung des Macs wusste Microsoft von Apples Plänen, schließlich lieferte Microsoft Software für den geplanten Rechner. Bill Gates erkannte, dass bald alle Rechner auf diese Weise gesteuert würden, der grafischen Benutzeroberfläche und der Computermaus gehörten die Zukunft. Microsoft, dank DOS führender Anbieter von Betriebssystemen, musste sicherstellen, dass die altmodische Kommandozeile nicht von Apples Fenstersystem verdrängt wurde - also kündigte Bill Gates am 10. November 1983, kurz vor dem Start des Macs, eine eigene grafische Oberfläche für DOS an: Windows. Noch existierte kaum Code, erst zwei Jahre später war die Software marktreif - und hinkte dem längst etablierten Mac-System weit hinterher. Zudem sah sich Microsoft bald mit einer Klage von Apple konfrontiert; Windows, hieß es darin, sei nichts als eine Kopie von Mac OS. Dennoch erwies sich Gates' Strategie als richtig: Windows gehörte die Zukunft.

Betriebssysteme: OS X
Auf dem Macintosh und seinen Nachfolgern jedoch blieb Mac OS das System der Wahl. Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach überarbeitet oder sogar komplett erneuert: Ende der Neunziger übernahm Apple die Firma Next des Apple-Mitgründers Steve Jobs (der kurz darauf wieder die Führung seiner alten Firma Apple übernahm) - und machte später das Unix-basierte Next-System Nextstep zur Basis für sein neues Betriebssystem OS X, die zehnte Mac-OS-Generation mit einer runderneuerten Oberfläche, die vielen als Vorbild für Windows Vista gilt. OS X wiederum musste Jahre später weitgehend umgebaut werden, als der Mac von der PowerPC-Plattform auf Intels x86-Architektur umstieg. Trotz gleicher Hardware-Basis kam es aber auch danach nicht zum direkten Wettbewerb zwischen Windows und Mac OS, denn Letzteres lief nach wie vor nur auf Apple-Rechnern. Immerhin ließ sich dank Apples Bootcamp-Software Windows auch auf Macs einsetzen.

Betriebssysteme: Microsoft festigt seine Vormachtstellung
Erst 1992 gelang mit Version 3.1x der Durchbruch für Windows.
 
Erst 1992 gelang mit Version 3.1x der Durchbruch für Windows. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Windows 1 und 2 blieben weitgehend erfolglos, auch Version 3.0 schaffte den Durchbruch nicht. Noch immer wurden die meisten PCs über die altertümliche DOS-Kommandozeile bedient, während Apples Macintosh-Linie längst per Maus und grafischer Oberfläche gesteuert wurde. Das sollte sich ändern am 6. April 1992: An diesem Tag lieferte Microsoft die neue Windows-Version 3.1 aus, erstmals auch als Update-Version. Auch wenn der Versionssprung gegenüber Windows 3.0 nicht sonderlich groß ausfiel, waren die Änderungen folgenreich: Erstmals enthielt Windows skalierbare True-Type-Schriftarten, die Windows schlagartig tauglich fürs Desktop-Publishing machten - bislang eine Apple-Domäne. "Drag and Drop" mit der Maus wurde eingeführt, was den Komfort erhöhte; außerdem verstand sich Windows nun auf schnellere Modems und höhere Bildschirmauflösungen. 3.1 wurde die erste wirklich erfolgreiche Windows-Version und legt den Grundstein für die spätere Dominanz dieses Systems.

Betriebssysteme: Windows 95 kommt
Windows 1 blieb eine Kuriosität, Windows 2 war eine Seltenheit - und erst Windows 3.1 wurde zum Erfolg. Dieser blieb jedoch weitgehend beschränkt auf die Geschäftswelt, private Schreibtische eroberte Microsoft damit noch nicht. Ganz anders Windows 95: Innerhalb weniger Tage nach Einführung des neuen Betriebssystems am 24. August 1995 wurde weltweit eine Million Exemplare verkauft - und zwar nicht nur an Unternehmen, sondern auch an Menschen, die damit ihre ersten Heim-PCs ausstatteten. Windows 95 war ein riesiger Erfolg, der den Aufstieg Microsofts beschleunigte und zugleich - gemeinsam mit stark fallenden Hardware-Preisen und dem Boom des Spielemarktes - den Computer zum Massenprodukt machte.

Windows 95 versteckte erstmals seine DOS-Wurzeln, sollte nicht mehr wie ein bunter Aufsatz, sondern wie ein eigenes Betriebssystem wirken. Außerdem wurde kurz nach dem Start des neuen Systems der erste Internet Explorer ausgeliefert, Microsofts folgenschwerer Einstieg in den Browsermarkt. Doch auch unter der runderneuerten Oberfläche, die etwa den Start-Button und die Taskleiste sowie den Windows Explorer einführte, und den modernen Anwendungen steckte nach wie vor der 16-Bit-Kernel des alten DOS.

Betriebssysteme: von Windows 98 über Me zu 2000
Windows 95: Das 32-Bit-Betriebssystem legte auch die Grundlagen für aktuelle Systeme.
 
Windows 95: Das 32-Bit-Betriebssystem legte auch die Grundlagen für aktuelle Systeme. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Windows 95 war also noch immer DOS-basiert, obwohl mit Windows NT längst eine moderne 32-Bit-Plattform zur Verfügung stand. Doch den endgültigen Wechsel zu dieser Technik sollte Microsoft erst mit Windows XP wagen - zuvor stand mit Windows 98 von 1998 noch eine weitere Neuauflage der alten Codebasis an. Windows 98 - Codename: Memphis - basierte weitgehend auf Windows 95 C, verlangte aber nach etwas mehr Festplattenplatz und schnellerer Hardware; ein 486DX mit 66 MHz und 16 MiByte RAM waren die Voraussetzungen. Dafür brachte Windows 98 einige neue Funktionen mit, etwa die endlich einigermaßen funktionierende Unterstützung von USB samt Plug & Play, den Internet Explorer 5, Active Desktop und ein neues Treibermodell. Die Zuverlässigkeit eines NT-Systems war damit jedoch nicht zu erreichen - das bewies auch eine "Plug & Play"-Demonstration durch Bill Gates auf der Computermesse Comdex im April vor dem Launch, die zur hämischen Freude des Publikums in einem Bluescreen endete.

Windows 98 (samt der "Second Edition") sollte das letzte DOS-basierte System sein, danach der Umstieg auf die NT-Basis folgen. Doch kurzfristig entschied sich Microsoft um - und schob Windows Me nach, auch bekannt als Millennium Edition, das unter anderem einige zusätzliche Multimedia-Funktionen und verbessertes Plug & Play mitbrachte. Seinen Ruf als halbgare Zwischenlösung wurde das ungeliebte Windows Me jedoch nie los, mit dem Aufkommen von XP geriet "Millennium" schnell in Vergessenheit.

Windows 2000 kam am 17. Februar 2000 auf den Markt. Das System mit der internen Bezeichnung NT 5.0 richtete sich eigentlich an professionelle Anwender, für den Heimgebrauch war Windows Me gedacht - dennoch fand 2000 wegen seines modernen Kernels auch unter Heimanwendern viele Freunde. Neu in Windows 2000 waren etwa volle USB-Unterstützung, NTFS 3 und das WDM-Treibermodell.

Betriebssysteme: Der fast unglaubliche Erfolg von Windows XP
2001 wurde endlich komplett auf den DOS-Unterbau verzichtet und Profi- sowie Heimanwender konnten Windows XP kaufen.
 
2001 wurde endlich komplett auf den DOS-Unterbau verzichtet und Profi- sowie Heimanwender konnten Windows XP kaufen. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die ersten Windows-Generationen trugen einfache Nummern, wie sie in der Softwarewelt üblich sind, vom 1985er Windows 1.0 bis hin zur erfolgreichen Version 3.11. Dann waren Jahreszahlen en vogue, den Beginn machte Windows 95, es folgten 98 und 2000. Nach Windows 2000 jedoch brachte Microsoft die Version "Millennium Edition" alias "Me" heraus - und ein Buchstabenkürzel zierte nun auch die nächste Windows-Inkarnation mit Codenamen Whistler, deren Verkaufsnamen Microsoft im Februar 2001 offiziell bekanntgab: Windows XP. Das sollte die Kurzform sein von "Experience", was sich mit "Erfahrung" oder "Erlebnis" übersetzen lässt. Windows XP brachte die NT-Architektur im Oktober 2001 endlich auf den Endkundenmarkt. Windows XP setzte sich langsam durch und war spätestens seit Service Pack 2 (Mitte 2004) das meistverbreitete Betriebssystem Microsofts - daran änderte auch der Nachfolger nichts.

Betriebssysteme: Der Erfolg von Windows Vista bleibt aus
Windows Vista: Die Oberfläche wirkt gegenüber XP deutlich frischer.
 
Windows Vista: Die Oberfläche wirkt gegenüber XP deutlich frischer. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Im Januar 2007 lieferte Microsoft ein neues Betriebssystem an Endkunden aus - mehr als fünf Jahre nach der letzten Version: Windows Vista sollte das alternde XP ablösen und bot neben einer aufgehübschten Oberfläche samt 3D-Effekten ein geändertes Treibermodell, Direct X 10, eine Benutzerkontensteuerung und diverse interne Verbesserungen. Allerdings steckte Microsoft auch viel Kritik ein: Das neue System verschlang viel Platz auf der Festplatte, brauchte große Mengen Arbeitsspeicher und bereitete vielen Anwendungen Probleme. Die geplante Einstellung von Windows XP wurde auf vielfachen Kundenwunsch daher gleich mehrfach verschoben. Immerhin war die 64-Bit-Variante deutlich brauchbarer als jene von Windows XP, Windows Vista x64 wurde daher von vielen Spielern als Betriebssystem eingesetzt.

Betriebssysteme: Windows 7 soll es nun richten
Windows 7: Spezielle Länderthemen (im Bild Deutschland) sind neu.
 
Windows 7: Spezielle Länderthemen (im Bild Deutschland) sind neu. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Am 22. Oktober 2009 soll Vista nun durch Windows 7 abgelöst werden. Microsoft vermied die Fehler, die bei Vista gemacht wurden, und zeigte mit einer Beta und einem RC bereits vor der Veröffentlichung ein bereits sehr ausgereiftes, schnelles Betriebssystem. Dabei ist Windows 7 eigentlich nur eine Weiterentwicklung von Windows Vista SP2. Unter anderem wurde der Kernel massiv überarbeitet (Stichwort: Scheduler) und soll nun Multicore-Systeme besser unterstützen. Das Grafiktreibermodell WDDM wurde auf Version 1.1 aktualisiert, wodurch Grafikkartentreiber für Vista nicht Windows-7-kompatibel sind. Der darauf zugreifende "Desktop Window Manager", der unter anderem für die Aero-Oberfläche zuständig ist, unterstützt nun auch optional Direct X 10.1, wodurch laut Microsoft der Speicherbedarf pro Fenster um bis zu 50 Prozent gesenkt werden konnte. Für Spieler bringt 7 aber auch die neue Schnittstelle Direct X 11 mit. Viele Anwender werden sich über die neue Benutzerkontensteuerung (UAC) freuen, diese tritt unter Windows 7 deutlich seltener zum Vorschein als unter Windows Vista. Auf Windows 7 ruhen Microsofts Hoffnungen.
Tux, das Linux-Maskottchen
 
Tux, das Linux-Maskottchen [Quelle: siehe Bildergalerie]

Betriebssysteme: Linux - die Alternative
Es geht aber auch ohne Microsoft. Am 5. Oktober 1991 kündigte der Finne Linus Torvalds in einer Internet-Newsgroup ein freies Betriebssystem an, das sich stark an UNIX anlehnte: Linux. Später stellte er sein Werk unter die freie Lizenz GNU General Public License, die einen kostenlosen Einsatz des Systems ohne jede Einschränkung erlaubte, auch die kommerzielle Nutzung. Der Quellcode steht daher jedermann offen, jeder Programmierer darf eigene Änderungen vornehmen und die Software für seine eigenen Zwecke anpassen. Linux steht damit im starken Kontrast zu den geschlossenen Systemen anderer Anbieter wie Microsoft. Eine weltweite Entwicklergemeinde unter der Leitung von Linus Torvalds und der Linux-Stiftung arbeitet am Code, der in unzähligen Varianten (Distributionen) mit verschiedenen Software-Paketen verteilt und verkauft wird, bald auch mit grafischen Oberflächen wie KDE und Gnome. Mit Support und Dienstleistungen rund um die Software schaffen es viele Unternehmen sogar, Geld mit dem an sich kostenlosen System zu verdienen.

Schon früh erkennt Microsoft Linux als größten, wenn nicht gar einzigen Konkurrenten auf dem Markt der PC-Betriebssysteme, doch nennenswerte Marktanteile gewinnt Linux erst mit der Verbreitung von Netbooks: Der erste Eee-PC von Asus, der Ende 2007 erscheint, setzt auf eine Linux-Variante. Später findet Linux seinen Weg auch in andere Geräte, etwa PDAs und Smartphones oder Router, und wird zur Basis für Googles Betriebssysteme Android und Chrome OS. Auf Desktop-PCs bleibt der Marktanteil von Linux klein, was auch an der mangelnden Treiberversorgung für dieses System und dem kleinen Angebot an Linux-kompatiblen Spielen liegt. Dennoch setzt auch hier eine wachsende Fangemeinde auf das als sehr sicher geltende freie System, zumal sich für jeden Einsatzzweck die optimale Distribution findet: von Damn Small Linux, das nur 50 Megabyte groß ist und sogar auf 486ern läuft, bis hin zu ausgewachsenen Desktop-Systemen mit voller Software-Ausstattung wie Ubuntu.

Betriebssysteme: Der Fall von OS/2
Am 4. Dezember 1987 begann die Zukunft der PC-Betriebssysteme - zumindest laut der Planung von IBM und Microsoft: Die erste Version des neuen Systems OS/2, das beide Unternehmen gemeinsam entwickelten, kam auf den Markt. Langfristig sollte damit das längst veraltete DOS ebenso abgelöst werden wie das noch recht erfolglose Windows. OS/2 1.0, gedacht für Intels 16-Bit-Prozessoren der 286er-Reihe, bot allerdings noch keine grafische Oberfläche und ist daher nur im Textmodus zu bedienen, bunt wurde es erst im Jahr darauf mit Version 1.1.

Technisch war das System sonst auf der Höhe der Zeit: Es bot einen modernen Kernel mit präemptivem Multitasking und Multithreading, Speicherschutz, Unterstützung für 16 MiByte RAM sowie virtuellen Speicher von bis zu einem GiByte - das wichtigste Feature war jedoch die DOS-Kompatibilität. Durch die Popularität des alten Systems musste auch das neue mit DOS-Software umgehen können, Abwärtskompatibilität warist auf dem PC-Markt oberstes Gebot.

Auf der Comdex 1989 demonstrierten IBM und Microsoft ihre enge Partnerschaft, priesen gemeinsam OS/2 als High-End-System der Zukunft. Doch es half nichts, OS/2 setzte sich nicht richtig durch; schon im Jahre 1990 stieg Microsoft aus dem Projekt aus. Windows 3 hatte sich als unerwartet erfolgreich erwiesen, fortan wollte man sich auf diese Plattform konzentrieren - und nun kümmerte sich IBM allein um OS/2, veröffentlichte 1996 OS/2 Warp 4. Das System, das mit Funktionen wie eingebauter Spracherkennung und Java durchaus fortschrittlich war, blieb IBMs letzter Versuch, dem dominanten Windows Konkurrenz zu machen - nach OS/2 4 erschienen nur noch eine Server-Version und Update-Pakete, die Zukunft gehörte Microsofts Windows. In gewisser Weise blieb OS/2 damit aber dem Markt erhalten: Die Windows-NT-Plattform, die Jahre später in Form von Windows XP den Markt beherrschte, wurde ursprünglich unter anderem Namen entwickelt: als OS/2 3.

Welches wichtige Betriebssystem fehlt? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion. Weitere Informationen und Bilder zu Windows und DOS finden Sie auf Winhistory.de.

Mehr interessante Informationen rund um Betriebssysteme finden Sie in einem der folgenden Artikel:
Windows 7 RTM fertiggestellt
Windows 7 in der EU mit mehreren Internet-Browsern
Chrome OS: Google will Betriebssystem veröffentlichen
(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     

Nutzen Sie auch unsere Themenwebseiten zu...
- Special: windows
- Special: betriebssystem

 
Zu Windows 7, Windows Vista und Windows 8 finden Sie News, Tests und Downloads auf der Windows-Produktseite von PC Games Hardware Online. Ebenfalls spannend ist der Windows 7-Sammelthread auf PCGH Extreme sowie alle wichtigen Treiber für Windows 7.
 
 
 
Verwandte Artikel:   Windows   Betriebssystem   Microsoft  
 
 
Anzeige
 
Aktuelle Kommentare
BTMsPlay
PC-Selbstbauer
11.11.2009 09:17
AW: Betriebssysteme: Von OS/360 bis Windows 7

Vista läuft bei mir seit dem es raus ist nen Bluescreen hatte ich nie auch keine Probleme mit Treiben etc. Ich werd mir kein Win7 holen seh da kein Vorteil im gegenteil einige Funktionen gingen mir auf den Geit wie maximiren wenn mans in eine Ecke zieht oder der quatsch mit dem schütteln naja und die sogenante Superbar find ich dumm.

BigBubby
PCGH-Community-Veteran
25.10.2009 14:44
AW: Betriebssysteme: Von OS/360 bis Windows 7

uk3k echt seltsam deine Probleme.
Ich hatte mit Vista auch ein paar mal Bluescreens, was aber an defekten ram lag, sosnt nie.
Windows 7 läuft ein ticken besser als Vista.
Vielleicht hatte ich bei Vista glück oder du nur serh viel Pech.

Für mich bleibt xp
uk3k
Freizeitschrauber
25.10.2009 11:54
AW: Betriebssysteme: Von OS/360 bis Windows 7

Mal ganz ehrlich? XP ist besser als Vista, wird jedoch wiederum von 7 überflügelt, was wiederum bedeutet dass 7 mehr als nur ein lauwarmer Aufsatz auf Vista ist.

Habe 2 Jahre lang versucht mit Vista Freund zu werden, ohne Erfolg: Alles auf dem Desktop und im Explorer sehr träge, nur hübsche aber unproduktive Oberfläche, BlueScreens und Freezes mehrmals täglich, trotz Neuinstallation, Updates, SPacks und bla, lahmer HDD-Zugriff und am schlimmsten: Eine Netzwerkperformance die so schlecht ist, dass man sie garnicht vergleichen kann. Es gibt nix langsameres.

Hatte dann kurzeitig wieder auf XP x64 umgestellt, war aber auch nicht so wirklich glücklich, dann nen RC von Win7 in die Hand bekommen und jetzt ne schöne nette Ultimate x64 Win 7 aufm PC. Ohne lahmen Explorer, ohne BlueScreens und Freezes und vor allem super schnellem Netzwerk und einem Aero mit dem man halbwegs produktiv arbeiten kann(Auch wenns das Original vom Aero seit etlichen Jahren bei Linux->Compiz/Beryl und Apple gibt^^)

Sprich: Windows Vista rangiert für mich in der gleichen Schublade wie auch Windows ME. Sehe da keinerlei Unterschied zwischen den beiden. Windows 7 hingegen scheint sich als würdiger XP Nachfolger zu beweisen.

@ Betriebssysteme: Ein sehr interessanter Ansatz ist hier zu finden

mfg

 
 
2229 User online
Anmelden & mitmachen
Benutzername:
Kennwort:
Angemeldet bleiben
Mafia II
Aktuelle Heft-Ausgabe
Aktuelle Angebote
Anzeige
PCGH-Webshops
Print-Leser: Welche Artikel der PC Games Hardware 10/2010 haben euch gefallen?
Special: Energie sparen (38.20%)
Starke PCs für 400 Euro (28.09%)
Test: 10 neue Grafikkarten (34.83%)
Test: Leistungsindex 2.0 (32.58%)
Praxis: Tuning Geforce GTX 460 (31.46%)
Praxis: Extreme AA-Modi (25.84%)
Test: Neue CPU-Kühler (39.33%)
Test: Kompaktkühlungen (34.83%)
Test: Preiswerte CPUs (29.21%)
Info: Bulldozer und Bobcat (35.96%)
Info: Hintergrund TDP (37.08%)
Info: Befehlssätze im Detail (29.21%)
Test: 25 Gehäuse (42.70%)
Test: Seagate Momentus XT (15.73%)
Info: Das Mainboard (34.83%)
Test: Zockermäuse (28.09%)
Info: Das optimale LCD (41.57%)
Info: Best of Gamescom 2010 (14.61%)
Praxis: Spiele beschleunigen (25.84%)
Praxis: Tuning Starcraft 2 (8.99%)
Praxis: Two Worlds 2 im Technik-Check (6.74%)
Praxis: Ruse im Technik-Check (3.37%)
Praxis: Windows 7 auf Diät (38.20%)
Test: Notebooks bis 1.000 Euro (15.73%)
89 Teilnehmer