28 historische Systeme gratis im Browser: SDF.org und ICM öffnen Rechner-Museum
Das Interim Computer Museum und SDF.org bieten kostenlosen Browserzugang zu 28 historischen Computersystemen - von Multics bis Unix V7 stehen Meilensteine der Computergeschichte ohne Download oder Anmeldung zur Verfügung.
Das Interim Computer Museum (ICM) und SDF.org haben 28 historische Computersysteme für den kostenlosen Browserzugang geöffnet. Laut SDF handelt es sich dabei um "eine Mischung aus Emulation, hybrider und echter Vintage-Hardware, die historische Betriebssysteme ausführt". Welche Systeme in welche Kategorie fallen, geht aus den Bezeichnungen allerdings nicht direkt hervor.
Wer das digitale Archiv besuchen möchte, ruft connect.sdf.org auf und tippt "menu" - schon ist der Gastbereich zugänglich. Die Navigation ist unkompliziert: Mit der Eingabe "1" blättern Nutzer zwischen zwei Seiten, die jeweils mehrere Systemoptionen umfassen. Pro Eintrag finden sich hier drei Spalten wieder, die sich in Auswahlbefehl, Betriebssystem und zugehörige Hardware aufteilen.
Multics, Tops-20, Unix V7
Unter den zugänglichen Systemen finden sich zum Teil große Meilensteine der Computergeschichte. Multics (Option a, Seite 1) ist ein Betriebssystem aus dem Jahr 1964, das gemeinsam von MIT, General Electric und Bell Labs entwickelt wurde und als wesentliche Inspirationsquelle für Unix gilt.
- Ebenfalls vertreten ist der CDC 6500 (Option m, Seite 1) mit NOS 1.3 - ein Rechner, den Seymour Cray noch vor der Gründung von Cray Research für wissenschaftliche Großrechnungen konzipierte.
- Auf der Unix-Systemseite wartet indes "MissPiggy": ein PDP-11/70 mit Unix V7, das gemeinhin als "Rosetta-Stein von Unix" (frei nach dem historischen Stelenfragment) bezeichnet wird. Hier lässt sich sogar Schach in der Kommandozeile spielen.
Das Projekt wird laut SDF durch Mitgliedschaften, Sponsoren und Spenden finanziert. Wer den Betrieb unterstützen möchte, kann über die SDF-Webseite eine Mitgliedschaft abschließen oder direkt spenden. Ob und wann weitere historische Systeme in das Angebot aufgenommen werden, ist bisher nicht bekannt.
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