Mit "Klopf-Trick": Ex-SEGA-Ingenieur baut extrem realistischen CRT-Emulator
Ein früherer SEGA-Ingenieur hat einen CRT-Emulator für den Famicom gebaut, der nicht nur Rauschen und Farbfehler realistisch nachbildet - auf Anfrage der Community hat er nun auch den Klassiker integriert: Auf den Monitor schlagen hilft.
Wer mit einem älteren Fernseher aufgewachsen ist, kennt die Methode: Wenn das Bild flimmert, einmal fest auf die Seite des Geräts klopfen - der englischsprachige Raum kennt das auch als "percussive maintenance" ("schlaghafte Instandhaltung") oder als "technical love-tap".
Genau dieses Konzept hat der Ex-SEGA-Ingenieur und Entwickler "GOROman" für einen CRT-Emulator für den japanischen NES (Famicom) übernommen. Die Software trägt den Namen "famicom-rf-hackrf-decoder", ist unter der MIT-Lizenz als Open-Source-Projekt auf Github verfügbar und läuft auf MacOS.
Wie der Emulator funktioniert
Der Famicom gibt sein Videosignal über einen HF-Ausgang aus - dabei handelt es sich um das analoge RF-modulierte Videosignal, das ältere Konsolen per Koaxialkabel an den Fernseher sendeten. GOROman schleift dieses Signal durch ein HackRF One - einen quelloffenen SDR-Empfänger (Software Defined Radio, also ein Empfangsgerät, dessen Signalverarbeitung vollständig in Software stattfindet).
Das Endergebnis: Das NTSC-J-Farbsignal des Famicoms wird vollständig per Software entschlüsselt und per SDL2 in Echtzeit als Fenster auf einem modernen LCD-Monitor ausgegeben.
Das klingt einfacher, als es ist. Der Famicom sendet kein normgerechtes Signal: Er nutzt non-interlaced 240p, eine Chroma-Phase, die sich pro Zeile um 120 Grad verschiebt, und eine kurze Zeile pro Frame. Diese Besonderheiten zwingen den Decoder zu aufwendigen Korrekturen, damit Farbfehler, Bilddrift und Wobble-Effekte nicht dauerhaft das Bild ruinieren - im Grunde ahmt die Software nach, wie ein analoger Fernseher das Signal intern stabilisiert.
Von der Schaden-Demo zum Klopf-Trick
GOROmans erste öffentliche Demo des Projekts sorgte für gemischte Reaktionen: Das Bild sah so beschädigt aus, dass manche Kommentatoren von einem "CRT-Schadens-Simulator" schrieben. GOROman erklärte laut Tom's Hardware, er habe "bewusst die VHF-Frequenz (übertrieben) verschoben", um ein möglichst auffälliges Demo-Bild zu erzeugen. Auf Wunsch der Community folgte dann der Klopf-Trick:
Wie der Effekt technisch umgesetzt ist, hat GOROman nicht explizit dokumentiert. Tom's Hardware hat den Quellcode auf Github geprüft und dort eine Variable namens "audio tap" entdeckt - wahrscheinlich reagiert der Klopf-Trick also auf das Mikrofon des Computers.
Magnet-Modus als nächstes?
Was als Nächstes kommen könnte, deutet sich bereits in den Kommentaren an: Jemand hat einen Magnet-Modus gewünscht - auch das ist eine klassische CRT-Macke, denn ein Magnet in der Nähe verzerrt das Bild echter Röhrenmonitore sichtbar.
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Quelle: via Tom's Hardware

Wesentlich wichtiger wäre es das überlagern der Pixel und der nachfolgenden Interlacedzeilen ordentlich hinzubekommen. Damit konnte man früher Transparenzeffekte und Kantenglättung erzielen. Daran beißen sich bisher eigentlich alle die Zähne aus, was dazu führt, dass paradoxerweise die besten Spiele heute oft echt mies aussehen. Eventuell bekommt es ja irgendwann die KI im Emulator hin.
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