IBM mit 500-GHz-Chip und British Telecom will Patentanspruch auf Hyperlinks (PCGH-Retro, 20. Juni)

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IBM mit 500-GHz-Chip und British Telecom will Patentanspruch auf Hyperlinks (PCGH-Retro, 20. Juni)
Quelle: PC Games Hardware

Ein 500-GHz-Chip und ein Patentanspruch auf Hyperlinks - das geschah am 20. Juni. Jeden Tag wirft PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.

... 1989: IBM kündigt ein unglaublich günstiges Aufrüstkit an: Das 486/25 Power Platform Processor Upgrade Kit für den IBM PS/2 Model 70-A21 liefert für schlappe 3.995 US-Dollar einen - Sie haben es sicherlich anhand der Bezeichnung erraten - 486er-Prozessor mit 25 Mhz.

... 2000: Passend zum gestrigen "Launch", wenn man die versteckte Vorstellung des neuen P3 so nennen kann, gibt es nun mit dem i815 auch einen neuen Chipsatz, welcher AGP x4 und PC133-SDR-SDRAM unterstützt - aber eben nicht die neuen CPUs. Diesen Makel gleicht Intel erst mit einem neuen Stepping des Chipsatzes aus, welcher als i815EP in den Handel kommen soll. Wie dem auch sei: Der Solano kommt weder in Sachen Kompatibilität noch in Sachen Geschwindigkeit an Intels Chipsatzlegende der damaligen Zeit, den BX, heran. Zudem ist er ärgerlicherweise offiziell auf 512 MiByte Hauptspeicher limitiert, was nur ein experimentelles Board eines chinesischen Herstellers aushebelte.

... 2000: So unglaublich es klingt: Die British Telecom beansprucht nach elf Jahren über ein Patent das geistige Eigentum an der Erfindung "Hyperlink" (und damit eigentlich der Funktionsweise des Internets) für sich. Das fragliche US-Patent mit der Nummer 4873662 können Sie online einsehen und entscheiden, ob Sie darin einen Hyperlink erkennen. :) Wie bei vielen solcher Meldungen war es eher ein Sturm im Wasserglas, der wenig Schaden anrichtete, aber hohe Wellen schlug. Der Anspruch der BT wurde am 23. August 2002 endgültig gerichtlich abgewiesen.

... 2003: Activision veröffentlicht Ritual Entertainments Sci-Fi-Shooter Star Trek Voyager: Elite Force II in Deutschland; Atari und Infogrames das D&D-Rollenspiel Neverwinter Nights für Linux.

... 2006: Zusammen mit der technischen Universität von Georgia zeigt die IBM-Forschungsabteilung einen Mikrochip, welcher mit 500 GHz läuft - allerdings nur bei Temperaturen nahe des absoluten Nullpunktes. Zudem basiert der Chip anders als herkömmliche Halbleiter auf einer Silizium-Germanium-Verbindung; diese lässt sich jedoch günstiger herstellen als die bei Hochfrequenz-Prototypen üblichen Gallium-Arsenid-Verbindungen; bei Raumtemperatur erreicht der IBM-Testchip übrigens nur 350 GHz.

... 2012: Die Posse um Gmail hat ein Ende. Der Suchmaschinenbetreiber Google einigt sich mit dem Inhaber der Wortmarke "Gmail", sodass auch in Deutschland ab diesem 20. Juni aus Google-Mail Gmail wird - wie im Rest der Welt.

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    • Kommentare (44)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Scandro1d
        Ich hab letztens noch ein Media Markt Prospekt aus 199X gesehen. Wahnsinn die Preise damals, Wahnsinn.
        Den Preis von diesem Upgrade-Kit sollte man vielleicht auch in Relation setzen: Der PS/2 386er A21 war Ende 1988 das damalige Top-off-the-Line-Produkt von IBM. Vergleichbar vielleicht mit einer 96-Kern-Threadripper-Pro-7995WX-Workstation Ende 2023. Dieses Aufrüstkit wurde noch 1989 angekündigt, also nur ein Jahr später respektive in unserem Beispiel Ende 2024. Ich weiß nicht genau, wann es tatsächlich ausgeliefert wurde, aber sicherlich noch vor Sommer 1990 oder im Threadripper-Beispiel spätestens letztes Ostern. Der Inhalt des RAM-Kits müsste, da es den 486 Overdrive erst 92 gab, ein komplettes Mainboard samt CPU und vermutlich auch RAM gewesen sein. Der DX486-25 hatte, soweit ich das rekonstruieren kann, eine 30 bis 100 Prozent höhere Leistung als der DX386-25.

        Relativ zum Pro 7995WX wird das selbst der 9995WX nicht schaffen, es bräuchte mindestens den bislang nur als Gerüchte-Fantasie existierenden 9995WX3D mit 1,152 GiB Cache, vermutlich aber sogar ein nicht vor 2027, eher 2028 zu erwartendes Nachfolgemodell auf Basis von Zen 7. So jetzt die Preisfrage: Wieviel wärt ihr Ostern 2025 bereit gewesen, für das einen voll lauffähigen Zen-7-Top-Threadripper inklusive Mainboard, RAM und Kühlung zu zahlen? Zur Orientierung: Der 7950WX, also die lahmste und mittlerweile zwei Jahre alte, aber bislang einzig real kaufbare CPU aus dem Beispiel, kostet aktuell 9.600 Euro.
        Da erscheinen 4.000 US-Dollar doch gar nicht mal so schlecht, selbst wenn man Inflation drauf rechnet. Zumal der Hautprozessor damals ja auch die Grafik-Berechnung übernommen hat. Selbst wenn man den High-End-Workstation-Vergleich für zu weit gehend einstuft, weil x86 allgemein noch nicht so weit war, hat man für die 4.000 US-Dollar also zumindest das Äquivalent einer RTX 5090 und eines Ryzen 9 9950X3D erhalten. Und das halt ein Jahr nach dem halb so schnelle Hardware als gut war, was für die Blackwell selbst mit optimistischer Betrachtung allenfalls ein Jahr nach Ampere galt. Also: Wieviel wären eine RTX 5090 und ein 9950X3D im Jahr 2021 wert gewesen?
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Scandro1d
        Ich hab letztens noch ein Media Markt Prospekt aus 199X gesehen. Wahnsinn die Preise damals, Wahnsinn.
        Den Preis von diesem Upgrade-Kit sollte man vielleicht auch in Relation setzen: Der PS/2 386er A21 war Ende 1988 das damalige Top-off-the-Line-Produkt von IBM. Vergleichbar vielleicht mit einer 96-Kern-Threadripper-Pro-7995WX-Workstation Ende 2023. Dieses Aufrüstkit wurde noch 1989 angekündigt, also nur ein Jahr später respektive in unserem Beispiel Ende 2024. Ich weiß nicht genau, wann es tatsächlich ausgeliefert wurde, aber sicherlich noch vor Sommer 1990 oder im Threadripper-Beispiel spätestens letztes Ostern. Der Inhalt des RAM-Kits müsste, da es den 486 Overdrive erst 92 gab, ein komplettes Mainboard samt CPU und vermutlich auch RAM gewesen sein. Der DX486-25 hatte, soweit ich das rekonstruieren kann, eine 30 bis 100 Prozent höhere Leistung als der DX386-25.

        Relativ zum Pro 7995WX wird das selbst der 9995WX nicht schaffen, es bräuchte mindestens den bislang nur als Gerüchte-Fantasie existierenden 9995WX3D mit 1,152 GiB Cache, vermutlich aber sogar ein nicht vor 2027, eher 2028 zu erwartendes Nachfolgemodell auf Basis von Zen 7. So jetzt die Preisfrage: Wieviel wärt ihr Ostern 2025 bereit gewesen, für das einen voll lauffähigen Zen-7-Top-Threadripper inklusive Mainboard, RAM und Kühlung zu zahlen? Zur Orientierung: Der 7950WX, also die lahmste und mittlerweile zwei Jahre alte, aber bislang einzig real kaufbare CPU aus dem Beispiel, kostet aktuell 9.600 Euro.
        Da erscheinen 4.000 US-Dollar doch gar nicht mal so schlecht, selbst wenn man Inflation drauf rechnet. Zumal der Hautprozessor damals ja auch die Grafik-Berechnung übernommen hat. Selbst wenn man den High-End-Workstation-Vergleich für zu weit gehend einstuft, weil x86 allgemein noch nicht so weit war, hat man für die 4.000 US-Dollar also zumindest das Äquivalent einer RTX 5090 und eines Ryzen 9 9950X3D erhalten. Und das halt ein Jahr nach dem halb so schnelle Hardware als gut war, was für die Blackwell selbst mit optimistischer Betrachtung allenfalls ein Jahr nach Ampere galt. Also: Wieviel wären eine RTX 5090 und ein 9950X3D im Jahr 2021 wert gewesen?
      • Von nico21784 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von RyzA
        "Nur" 350 Ghz?

        Was ist eigentlich aus dem Chip geworden? Wir sind noch weit davon entfernt.
        Da es ein HF-Chip war, der sehr viel Strom benötigte, wurde das nicht weiter verfolgt. Diese Technologie ließ sich nicht auf allgemeine CPU anwenden. Und in der CPU-Technik für PC hat sich das Mehrkernsystem oder 3D-V-Cache als deutlich effizienter erwiesen. Aber der Chip wurde für Radartechnik, AD-Wandler, 5G und Satellitentechnik genutzt und findet dort bis heute Anwendung, in abgewandelter Form und nicht mehr unbedingt kryogenisch gekühlt. Ich glaube bei Autos (Abstandstempomat) nutzen Continental und Bosch die SiGe-Technik mit 77ghz-Chips.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat

        ... 2006: Zusammen mit der technischen Universität von Georgia zeigt die IBM-Forschungsabteilung einen Mikrochip, welcher mit 500 GHz läuft - allerdings nur bei Temperaturen nahe des absoluten Nullpunktes. Zudem basiert der Chip anders als herkömmliche Halbleiter auf einer Silizium-Germanium-Verbindung; diese lässt sich jedoch günstiger herstellen als die bei Hochfrequenz-Prototypen üblichen Gallium-Arsenid-Verbindungen; bei Raumtemperatur erreicht der IBM-Testchip übrigens nur 350 GHz.
        "Nur" 350 Ghz?

        Was ist eigentlich aus dem Chip geworden? Wir sind noch weit davon entfernt.
      • Von Scandro1d Freizeitschrauber(in)
        Zitat von AyC
        Naja, das waren die Anfänge und natürlich wurde insgesamt sehr viel weniger verkauft. Mehr als 5000$ für einen 386/486 PC war normal. Dazu muss man auch noch erwähnen, dass 5000$ damals einen ganz anderen Wert hatte, als heute. Nach heutigem Maßstab wären es eher 10.000$ inflationsbedingt.

        Nicht umsonst war z.B. ein Commodore 64 oder ein Amiga 500 so beliebt. Da war man dann unter 1000$.
        Ich hab letztens noch ein Media Markt Prospekt aus 199X gesehen. Wahnsinn die Preise damals, Wahnsinn.
      • Von AyC Software-Overclocker(in)
        Zitat von Kondar
        Wie teuer waren den Angebote von Mitbewerber?
        Nach 35 Jahren hat der ein oder andere ggf. die damligen Preislisten vergessen.
        Naja, das waren die Anfänge und natürlich wurde insgesamt sehr viel weniger verkauft. Mehr als 5000$ für einen 386/486 PC war normal. Dazu muss man auch noch erwähnen, dass 5000$ damals einen ganz anderen Wert hatte, als heute. Nach heutigem Maßstab wären es eher 10.000$ inflationsbedingt.

        Nicht umsonst war z.B. ein Commodore 64 oder ein Amiga 500 so beliebt. Da war man dann unter 1000$.
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