15 Jahre PCGH: Was geschah heute im Jahr 2000? Von Siemens-Handys, Vivendi und E-Sport
Vor 15 Jahren, um genau zu sein am 6. Oktober 2000, erschien die erste Monatsausgabe von PC Games Hardware. Seit diesem Tag sind insgesamt 181 Monatshefte erschienen. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist! In dieser Woche begeht PC Games Hardware sein Jubiläum und wir wollen hier einmal zurückblicken, was denn sonst noch so vor 15 Jahren passiert ist.
Das Jahr 2000, lange ist es her. Im Radio läuft entweder "Mein Stern" von Ayman oder "Spirit of the Hawk" von Rednex. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber die Charts werden vor allem von Kommerz-Produktionen beherrscht, darunter zahlreiche Big-Brother-Container-Bewohner. In Unterföhring findet die Fusion von Pro Sieben und Sat 1 statt, die ProSiebenSat1 Media SE entsteht. In Südkorea gründet Samsung das Galaxy E-Sport-Team, gespielt wird vor allem Starcraft und League of Legends. Währenddessen wird in Nordkorea die Brauerei Taedonggang Brewing Company gegründet. Die Technik kommt aus Deutschland.
In etwa zur gleichen Zeit entsteht in Newton, Massachusetts, die Webseite Tripadvisor, die heute rund 3.000 Angestellte hat. 2000 ist auch Siemens Mobile (von Bosch übernommen) noch eine feste Größe im Smartphonegeschäft. 2005 übernimmt Benq die Sparte und kurz darauf ist das Thema auch beendet, denn Benq Mobile geht in die Insolvenz. In Deutschland wird das gescheiterte Investment medial ausgeschlachtet. Das letzte "Siemens"-Handy ist das SGX75.
In China wird bewiesen, dass man binnen 15 Jahren zum drittgrößten Anbieter in einem Markt aufsteigen kann, der eigentlich von Alteingesessenen dominiert wird. Sinopec ist heute eine Hausnummer im Markt der Erdölförderung und -verarbeitung, obwohl mit Petrochina ein nur ein Jahr älteres Unternehmen ebenfalls wetteifert. Größer ist nur noch ExxonMobile aus den USA. Dies ist besonders interessant, weil sich hier in 15 Jahren viel getan hat. Der ehemalig größte Erdölförderer und -verabeiter, Shell aus den Niederlanden, hat einige Plätze verloren und operiert nun eher auf dem Niveau von Chevron. Das zeigt, wie sehr Schellenländer in von den westlichen Industrieländern bisher dominierten Gebieten wildern.
Für Spieler mehr Relevanz hat die Gründung von Vivendi in Frankreich, die heute im Besitz von Activision Blizzard sind. Interessanter Fakt: Der heutige Medien-Mischkonzern hat als Wasserversorger in Lyon und später Paris angefangen. Im gleichen Jahr wird in Deutschland die United Internet gegründet, die aus 1&1 entsteht und heute im Besitz von GMX und Web.de ist. 2000 wird auch die Khronos Group gegründet, die sich um Industriestandards wie OpenGL kümmert. Währendessen entdecken Forscher diverse Jupiter- und Saturnmonde.
Am 08.10.2000, einem Samstag, wird berichtet, dass China das Internet noch strenger kontrollieren will. Dazu wird den Anbietern eine Selbstzensur auferlegt, da die Chinesen das riesige Angebot gar nicht selbst filtern können. Dazu gehört auch eine umfangreiche Vorratsdatenspeicherung. Währenddessen reift in Deutschland die Erkenntnis, dass der stationäre Einzelhandel nur dann überleben wird, wenn er sich am E-Commerce beteiligt. Als Beispiel wird unter anderem Karstadt genannt – das Unternehmen, das in der Vergangenheit immer wieder mit Problemen in den Schlagzeilen gewesen ist.
In den USA versuchen indes Time Warner und AOL zu fusionieren. Nachdem die EU grünes Licht gegeben hat, gibt es in Nordamerika die letzten Hürden zu überwinden. Hier stehen aber Themen auf der Agenda, die die EU nicht zu beachten brauchte. Etwa das riesige TV-Kabelnetz von Time Warner zusammen mit den Internetzugängen von AOL. Man befürchtet eine Konzentration. Die ganzen Sorgen sollen schon wenige Jahre später hinweggespült sein – möglicherweise mit dem Alkohol, den die Manager in ihrer Ehekrise tranken.
Die RIAA indes will in den USA eine Firma gründen, die Lizenzgebühren von Radio- und Musikdiensten im Internet einsammelt und den Künstlern sowie Verlagen zukommen lässt. Wenig später meldet man Vollzug und es müssen Gebühren abgeführt werden.
