Intels 13. CPU-Generation ist offiziell: Raptor Lake vs. Ryzen 7000 - Wer wird die Nase vorn haben? [Update]
Bei Intels Innovation-Veranstaltung wurde die 13. CPU-Generation, genannt Raptor Lake, letztendlich vorgestellt, nachdem die meisten Informationen durch einen Leak bereits bekannt gewesen waren. Die Raptor-Lake-CPUs sind weiterhin kompatibel mit dem LGA1700-Sockel und verfügen über mehr E-Kerne und Cache als Alder Lake, von höheren Taktraten ganz zu schweigen. Der Schlagabtausch mit AMD und Ryzen 7000 kann somit beginnen.
Update: 6-GHz-CPU
Originalartikel vom 27.09.2022: AMD war etwa einen Monat früher als Intel an der Reihe, was die Präsentation der nächsten Prozessoren-Reihe aus der eigenen Feder angeht. Anfangs war der Launch der ersten vier Raphael-CPUs für Mitte September geplant, doch AMD verschob den Verkaufsstart auf den 27. September - ausgerechnet am selben Tag, an dem Intel die ersten CPUs der 13. Core-Generation, Codename Raptor Lake, im Rahmen seines Innovation-Events vorstellt. Manch einer glaubte dabei sogar an einen kleinen Seitenhieb vonseiten AMDs. Nun sind aber die Spezifikationen zu den ersten sechs CPUs der 13. Generation, die in einem verbesserten Intel-7-Verfahren gefertigt worden sind, offiziell bekannt gegeben worden. Wir fassen zusammen, was Intel im Angebot hat.
Das Raptor-Lake-Aufgebot im Überblick
Den Start machen bei Intel erneut die K-Prozessoren sowie ihre KF-Geschwister, die auf integrierte Grafikeinheiten verzichten werden. Das Flaggschiff ist der Core i9-13900K, den Intel auf seinen Präsentationsfolien auch als den "schnellsten Desktop-Prozessor der Welt" bezeichnet - einen Titel, den sich die CPU im Schlagabtausch mit Ryzen 7000 erarbeiten muss. Intel lässt mit den Superlativen aber nicht locker: Die CPU liefere außerdem die "weltweit beste Spielerfahrung"
Quelle: Intel
Technische Daten zur CPU und Plattform.
Auf den 13900K folgen die K-Prozessoren der i7- und i5-Serien, der Core i7-13700K und der Core i5-13600K. Mit der Prozessor-Dreiteilung möchte Intel nach eigenen Aussagen das High-End (i9), die Oberklasse (i7) und die Mittelklasse (i5) abdecken. Für die Einsteigerklasse gesellen sich dann nächstes Jahr die kleinen i3-Prozessoren hinzu, die voraussichtlich im Rahmen der CES 2023 im Januar an der Reihe sein werden. Insgesamt wird Intel für Raptor Lake nach eigenen Angaben 22 Desktop-Prozessoren auf den Markt bringen, angeführt von der genannten K-Serie.
Core i9-13900K - Der "schnellste Desktop-Prozessor der Welt" taktet auf 5,8 GHz
Bei den Desktop-CPUs der 13. Generation packt Intel noch einmal deutlich mehr Effizienzkerne in die Ausstattung, sodass es 24 Kerne (8 P- und 16 E-Kerne) sowie 32 Threads beim Core i9-13900K zu bestaunen gibt. Der maximale Turbotakt soll dank Thermal Velocity Boost beim Core i9-13900K auf 5.8 GHz anwachsen, während der maximale P-Kern-Turbotakt bis zu 5,4 GHz erreichen können soll. Höhere Frameraten beim Spielen sollten mit dem Core i9-13900K also kein Problem sein, verspricht der Chiphersteller.
Intel nennt als allgemeinen Spitzenwert für Raptor Lake bei Standardeinstellungen aber 6 GHz, was noch mal 200 MHz mehr wären als beim kommenden Flaggschiff. Diese Taktrate wird man aber vermutlich bei einem möglichen KS-Modell zu sehen bekommen. Der Core i7-13700K kommt mit der Hälfte an E-Kernen sowie 24 Threads und hat keinen Zugriff auf den Thermal Velocity Boost, soll aber dank Turbo Boost Max 3.0, mit dem die schnellsten CPU-Kerne identifiziert sowie ihnen kritische Workloads zugewiesen werden, 100 MHz aus dem Turbotakt herausquetschen und somit maximal 5,4 GHz erreichen können. Der Core i5-13600K, der mit zwei P-Kernen weniger als der i7 und i9 sowie 20 Threads auskommen muss, verzichtet weitestgehend auf die genannten frequenzsteigernden Verfahren und taktet auf maximal 5,1 GHz.
| Modell | Kerne | Takt | RAM | IGP | Cache L2 + L3 | PBP/MTP | UVP in US-Dollar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i9-13900K | 24c/32t | Bis zu 5,8 GHz | DDR5-5600, DDR4-3200 | Intel UHD Graphics 770 | 68 MiByte | 125/253 W | 589 |
| Core i9-12900K | 16c/24t | Bis zu 5,2 GHz | DDR5-4800, DDR4-3200 | Intel UHD Graphics 770 | 44 MiByte | 125/241 W | 589 |
| Core i7-13700K | 16c/24t | Bis zu 5,4 GHz | DDR5-5600, DDR4-3200 | Intel UHD Graphics 770 | 54 MiByte | 125/253 W | 409 |
| Core i7-12700K | 12c/20t | Bis zu 5,0 GHz | DDR5-4800, DDR4-3200 | Intel UHD Graphics 770 | 37 MiByte | 125/190 W | 409 |
| Core i5-13600K | 14c/20t | Bis zu 5,1 GHz | DDR5-5600, DDR4-3200 | Intel UHD Graphics 770 | 44 MiByte | 125/181 W | 319 |
| Core i5-12600K | 10c/16t | Bis zu 4,9 GHz | DDR5-4800, DDR4-3200 | Intel UHD Graphics 770 | 29,5 MiByte | 125/150 W | 289 |
Mehr Cache soll höhere Leistungen garantieren
Neben höheren Taktraten und der Kernanzahl, versorgt Intel seine Desktop-CPUs der 13. Generation zum einen mit zusätzlichem L3-Cache für die E-Kerne, was laut dem Hersteller der Ausführung größerer Datensätze und einer besseren Leistung zugutekommt, und zum anderen mit mehr L2-Cache pro P-Kern und E-Kern-Cluster. Hierbei verspricht Intel eine Minimierung der verbrauchten Zeit für das Austauschen von Daten zwischen den Caches und dem Speicher, was den Workflow beschleunige. Pro P-Kern gibt es zusätzliche 2 MiByte L2-Cache und pro E-Kern-Cluster 4 MiByte L2-Cache. Der Core i9-13900K soll dementsprechend mit 36 MiByte L3- und insgesamt 32 MiByte L2-Cache aufwarten.
Mit all diesen kleinen Verbesserungen hat sich Intel beim 13900K einen Schub von 15 Prozent bei der Single-Thread-Performance und 41 Prozent bei der Multi-Thread-Performance (bei 253 W gegenüber dem 12900K), gemessen mit SPECintrate_2017, ausgemalt. Dabei lässt sich aufseiten der Leistungsaufnahme sagen, dass alle sechs Prozessoren über eine Processor Base Power (PBP) von 125 Watt verfügen, während die Maximum Turbo Power (MTP) bei 253 Watt liegt, zumindest beim Core i9-13900K und Core i7-13700K. Die kleinste der ersten drei CPUs, der Core i5-13600K, erfordert hierbei 181 Watt.
Welcher RAM darf es bei der 13. Generation sein?
Ausführliche Informationen zu den Spezifikationen und der erwarteten Leistung der CPUs sind aber nicht das Einzige, worüber Intel zu berichten hat. Daneben gibt es bei Raptor Lake auch Neuigkeiten zur Plattformunterstützung. Die CPUs der 13. Core-Generation sollen 16 PCI-Express-5.0-Lanes bedienen können, die 32 GT/s für den schnellen Zugriff auf diskrete Grafik, Speicher und Peripheriegeräte liefern. Daneben sind vier PCI-Express-4.0-Lanes anzutreffen, die 16 GT/s bereitstellen sollen.
Quelle: Intel
Auf- und Abwärtskompatibilität sowie Unterstützung für DDR4- und DDR5-RAM.
Unterstützung gibt es im Gegensatz zu AMD und AM5 sowohl für DDR5-RAM mit bis zu 5.600 MT/s als auch DDR4-RAM mit bis zu 3.200 MT/s. Hierbei ist anzumerken, dass die einstige Obergrenze von Alder Lake bei DDR5-4800 (DDR5-4400 bei Boards mit vier DIMMs) liegt und damit für einen DPC um 16,7 Prozent überstiegen wird. Sollte Intel für Raptor Lake auch eine höhere Energieeffizienz in Aussicht stellen, könnte der höhere RAM-Takt seinen Beitrag dazu leisten.
**UPDATE** 6-GHz-CPU kommt
Aktualisierung vom 28.09.2022: Während der Intel Innovation gab Intels CEO Pat Gelsinger auch einen Ausblick auf eine 6-GHz-Lösung "out of the box" im Frühjahr 2023. Hierbei handelt es sich dann möglicherweise um das KS-Modell, mit einem solchen Alder Lake bereits aufwartete. Dieses soll allerdings nur in begrenzten Mengen verfügbar sein. Außerdem sind laut Intel über 50 Prozessoren Teil der Familie aus der 13. Generation sowie über 500 Designs.

[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Zen4 ist aber noch nicht ganz ausgerollt, mit den x3D Varianten wird man dann auch wieder die Spiele Krone bekommen. Intel wird also mit RPL nicht lange vorne bleiben.
Der Preis ist nun doch unerwartet niedriger. Liegt warscheinlich an der Leistung und Effizienz.
Der 7950X kann zwar gegenüber dem 12900K mit mehr Leitung punkten, aber das geht dann auch zulasten eines höheren Stromverbrauches. Nur der 5800X3D ist immer noch Sieger (Gaming), wenn es sich um Leistung + Effizienz dreht.
Ich wundere mich eher darüber, dass der 5800X3D überhaupt auftaucht. Ist ja nicht so, als wäre Intel in irgend einer Weise dazu verpflichtet.
(...)