Ryzen 7000: AMD plante mit einer Vapor Chamber bei Zen 4

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Zen 4 mit Heatspreader-Vapor-Chamber.
Quelle: Gamers Nexus

Gamers Nexus besuchte AMD in Texas und fand dabei heraus, dass der Hersteller einst mit einer Vapor Chamber im Heatspreader seiner Ryzen-7000-CPUs geplant hatte. Das Konzept hat sich für AMD aber nicht ausgezahlt, da der erhoffte Effekt nicht im Verhältnis mit den dadurch verursachten Mehrkosten gestanden hat.

Der bekannte Hardware-Youtuber Gamers Nexus hatte die Möglichkeit, AMDs Hauptquartier in Texas zu besichtigen. Dabei konnte Gamers Nexus auch einen Abstecher in das Wärmetechnik-Labor machen und dabei Interessantes in Erfahrung bringen. AMD hatte nämlich vor der Veröffentlichung der Raphael-Prozessoren (Ryzen 7000) auf Zen-4-Basis mit einem kleinen Feature experimentiert, welches von Grafikkarten bekannt ist und die Temperaturen der CPUs während ihres Betriebs effektiv senken sollte.

CPUs mit Vapor Chamber - Daraus wurde nichts

Im von Gamers Nexus besuchten Wärmetechnik-Labor befanden sich Prototypen von Zen-4-CPUs, in deren Heatspreader eine Vapor Chamber integriert ist. Auf den ersten Blick ein interessantes Konzept, dessen Zielsetzung natürlich darin begründet liegt, die Betriebstemperatur der Prozessoren zu senken. AMD merkte aber nach seinen Experimentiervorgängen, dass der richtige Kühler die Aufgabe des modifizierten Heatspreaders mit Vapor Chamber genauso gut erfüllt. Im Video erfahren die Zuschauer, dass die "CPU-Mod" nur für eine Temperatursenkung von bis zu 3 Grad Celsius im Vergleich mit einem Vollkupfer-Heatspreader geführt haben soll.

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Für AMD war das ein ernüchterndes Ergebnis, denn dieser Temperaturunterschied hätte eine finale Umsetzung mit Hinblick auf die Mehrkosten, die dadurch zustande gekommen wären, nicht gerechtfertigt. In diesem Fall galt wohl das Motto: Probieren geht über Studieren. So bleibt es Zukunftsmusik, ob sich die Idee trotzdem irgendwann einmal für Prozessoren durchsetzen kann, möglicherweise (oder hoffentlich) dann mit einem größeren Effekt und gleichzeitig geringeren Herstellungskosten.

Zen 4 mit Heatspreader-Vapor-Chamber. (1) Quelle: Gamers Nexus Zen 4 mit Heatspreader-Vapor-Chamber. (2) Quelle: Gamers Nexus

Auch interessant: AMD Zen 5: Erste Vorbereitungen für die neue CPU-Architektur haben begonnen

Die Führung durch AMDs Hauptquartier in Texas bot aber noch durchaus mehr, denn das ganze Video von Gamers Nexus dauert fast eine Stunde. So bekommen Zuschauer Einblicke in das Bring-up-Labor, den CPU-Friedhof, das Testlabor fürs Kern-Design oder das Labor für die Fehleranalyse. Das ganze Video finden Sie auch innerhalb dieses Artikels eingebettet.

Quelle: Gamers Nexus

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Dann müsste AMD halt mal Intel-Preise nehmen.^^
        Die Stabilität wäre aber tatsächlich auch ein Thema. Zu Sockel-A-Zeiten hatte man teilweise selbst in Kupfer-Kühlerböden Abdrücke der Chips, gut möglich also dass ein Heatspreader aus reinem Silber irgendwann zu fließen beginnen würde. Aquacomputer nimmt aus Stabilitätsgründen jedenfalls seit jeher .999er Legierungen für die Silber-Editionen ihrer Kühler. Das reduziert den Wärmeleitvorteil zwar noch weiter, aber anders wäre die Bearbeitung gar nicht möglich. Packages mit nur einem CCD und Silber-IHS bräuchten sicherlich einen Dummy-Die, um die mechanische Stabilität zu wahren.

        Das Hauptproblem ist und bleibt aber die Wärmeleitung von Silizium ins Metall.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Dann müsste AMD halt mal Intel-Preise nehmen.^^
        Die Stabilität wäre aber tatsächlich auch ein Thema. Zu Sockel-A-Zeiten hatte man teilweise selbst in Kupfer-Kühlerböden Abdrücke der Chips, gut möglich also dass ein Heatspreader aus reinem Silber irgendwann zu fließen beginnen würde. Aquacomputer nimmt aus Stabilitätsgründen jedenfalls seit jeher .999er Legierungen für die Silber-Editionen ihrer Kühler. Das reduziert den Wärmeleitvorteil zwar noch weiter, aber anders wäre die Bearbeitung gar nicht möglich. Packages mit nur einem CCD und Silber-IHS bräuchten sicherlich einen Dummy-Die, um die mechanische Stabilität zu wahren.

        Das Hauptproblem ist und bleibt aber die Wärmeleitung von Silizium ins Metall.
      • Von Shinna Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Technologie_Texter
        Oder wäre Silber dafür zu weich?
        Zu teuer. Der Preis pro Kilo ist bei Silber in etwa 80x so hoch im Vergleich zu Kupfer. Und die Wärmeleitfähigkeit nur geringfügig besser.

        Während ein Kilo Kupfer bei rund 7,50€ liegt kostet ein Kilo Silber ca. 670€ auf dem Rohstoffmarkt.
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Ein HS aus Silber statt aus Kupfer würde vielleicht etwas bringen?
        Oder wäre Silber dafür zu weich?
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Roman hat nur getestet, was eine Entfernen des Heatspreads bringt. Das ist aber trivial, dass weniger Wärmeübergänge bei einem angepassten Kühler gut sind – vollkommen egal, wie dick dieser ist. Auch abschleifen kann, je nach Form von IHS und Kühlerboden, die Passgenauigkeit deutlich verbessern – erneut ohne dass die verbleibende Stärke dabei eine Rolle spielt.
        Einen Test dagegen, der zwischen verschiedenen Heatspreader-Dicken unter sonst gleichen Bedingungen einen Unterschied findet, wäre mir dagegen nicht bekannt. Und ich rechne auch nicht damit, dass es einen gibt, auch wenn das Märchen vom "zu dicken Heatspreader" gerne und oft und ohne Testgrundlage wiedergekaut wird.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Gerry1984 Software-Overclocker(in)
        Habe Tests gesehen wo der HS wesentlich dünner geschliffen wurde. War es bei der8auer oder Jay, keine Ahnung mehr, müsste ich suchen. Waren aber grob so 5-10K. Und Direct Die soll ja (mit LM) sogar Größenordnung 20K bringen.

        Wobei es weniger um die niedrigere Temp geht, die CPU taktet dann ja automatisch höher, wieder ans Templimit ran. Solche Tests müsste man mit fixiertem Takt und Spannung machen.
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