Radeon RX 6600 XT offiziell: RTX-3060-Leistung mit 8 GiByte und 160 Watt, Start am 11. August

Noch immer sitzt die Mehrheit aller PC-Spieler an einem Full-HD-Display - tatsächlich verkaufen sich entsprechende Bildschirme selbst 2021 noch blendend. Kostengünstige Grafikkarten für die 1080p-Auflösung sind somit ungebrochen gefragt. Mit der Radeon RX 6600 XT schickt AMD nun ein neues Modell für diesen Einsatzzweck ins Rennen. PCGH fasst die Informationen zum Start zusammen.

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Radeon RX 6600 XT offiziell: RTX-3060-Leistung mit 8 GiByte und 160 Watt, Start am 11. August
Quelle: AMD (Screenshot: PCGH)

Die Gerüchteküche wusste bereits seit einiger Zeit Bescheid, nun ist die Katze offiziell aus dem Sack: Am 11. August startet die Radeon RX 6600 XT. Die just angekündigte Mittelklasse-Grafikkarte ergänzt das RX-6000-Portfolio am unteren Ende und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Nvidias Geforce RTX 3060. Als offizielle Preisempfehlung für eine RX 6600 XT wurden bisher 349 Euro vermutet, nun spricht AMD allerdings offiziell von (ab) 379 US-Dollar - ein Euro-Preis fehlt bislang. In diesem Artikel erfahren Sie, was PC-Spieler für diese - leider unverbindlichen - Summen erhalten.

Radeon RX 6600 XT in der RX-6000-Familie Quelle: AMD (Screenshot: PCGH) Radeon RX 6600 XT in der RX-6000-Familie

Navi 23 feiert sein Debüt

Mit der Radeon RX 6600 XT feiert der nunmehr dritte RDNA-2-Grafikchip sein Debüt, Navi 23. Sowohl bei AMD als auch Nvidia gilt: Je höher die letzte Ziffer, desto kleiner der damit gekennzeichnete Grafikchip. Navi 23 wurde von AMD für den Mainstream konzipiert und soll potente Gaming-Grafikkarten für das Full-HD-Segment befeuern. 1080p ist ein deutlich genügsamerer Einsatzzweck als bei den Geschwistern 6700 XT (WQHD) respektive 6800 (XT) und 6900 XT (Ultra HD). Alle Navi-2x-Prozessoren laufen bei der taiwanischen Foundry TSMC in gereifter 7-nm-Fertigung vom Band, womit AMD unter anderem Vorteile bei Packdichte und Energieeffizienz gegenüber Nvidia innehat, deren Ampere-Chips bei Samsung im 8N-Verfahren hergestellt werden.

Navi 23 ist, der Zielsetzung entsprechend, ein echtes Leichtgewicht. Er bringt 11,1 Milliarden Schaltungen und 32 Compute Units (CUs) unter, seine Kerngröße beträgt gemäß nicht offiziell bestätiger Informationen 236 Quadratmillimeter. Aus den 32 Compute Units respektive 16 Work Group Processors (WGPs) ergeben sich unter anderem 2.048 FP32-ALUs sowie 32 Raytracing-Einheiten. Der Kern arbeitet mit offiziell 2.359 MHz "Game Clock", dem typischerweise, also durchschnittlich in Spielen anzutreffenden Takt. Damit erreicht die Radeon RX 6600 XT eine Rechenleistung von rund 9,7 Tera-FLOPS bei Single Precision alias FP32 und das Doppelte bei FP16-Genauigkeit. Gegenüber der Radeon RX 6700 XT entspricht das einer um 22 Prozent reduzierten GPU-Leistung, ist aber mehr als bei der zwei Jahre alten Radeon RX 5700 XT.

Herber ist der Einschnitt beim Speichersubsystem der Radeon RX 6600 XT. Aus Gründen des verfügbaren Platzes und der Wirtschaftlichkeit verfügt Navi 23 über eine lediglich 128 Bit breite Speicher-Datenbahn. Daran hängt GDDR6-RAM mit einer Geschwindigkeit von 16 Gigatransfers/s ("8.000 MHz"), woraus sich eine Speichertransferrate von 256 GByte pro Sekunde ergibt - 33 Prozent weniger als bei der RX 6700 XT und 50 Prozent weniger als bei der RX 6800. Die Speicherkapazität beträgt bei der Radeon RX 6600 XT indes 8 GiByte - 16-GiByte-Modellen erteilte AMD auf Nachfrage eine Absage, 8 GiByte entsprechen aus PCGH-Sicht jedoch einer der Leistungsklasse angemessenen Menge. Eine komplette Übersicht der wichtigsten Leistungsdaten liefert die folgende Tabelle:

Grafikkarte RX 6700 XT RX 6600 XT RX 5700 XT RTX 3060 Ti RTX 3060 12GB
Referenzkarte verfügbar? Ja Nein Ja Ja Nein
Marktstart 18.03.2021 11.08.2021 07.07.2019 02.12.2020 25.02.2021
Architektur RDNA 2 RDNA 2 RDNA 1 Ampere Ampere
Codename/Konfektion Navi 22 XT Navi 23 XT Navi 10 XT GA104-200 GA106-300
Chipgröße (reiner Die) 336 mm² 236 mm² 251 mm² 392 mm² 276 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 17.200 11.100 10.300 17.400 12.000
Fertigungsverfahren (Foundry) 7N (TSMC) 7N (TSMC) 7N (TSMC) 8N (Samsung) 8N (Samsung)
Shader-Cluster (CUs/SMs) 40 32 40 38 28
FP32-ALUs/TMUs/ROPs 2.560/160/64 2.048/128/64 2.560/160/64 4.864/152/80 3.584/112/48
Raytracing-Einheiten 40 (1. Gen.) 32 (1. Gen.) - 38 (2. Gen.) 28 (2. Gen.)
Tensor-Kerne - - - 152 (3. Gen.) 112 (3. Gen.)
Infinity Cache on-die (MiB) 96 32 - - -
GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) 2.424 2.359 1.755 1.665 1.777
FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) 24,82 19,32 17,97 16,2 12,7
FP32/FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) 12,41/0,78 9,66/0,60 8,99/0,56 16,2/0,25 12,7/0,20
Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) 387,8/155,1 302,0/151,0 280,8/112,3 253,1/133,2 199,9/85,7
Größe des Level-2-Cache (KiB) 3.072 2.048 4.096 4.096 2.304
Speicheranbindung (Bit) 192 128 256 256 192
Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) 16,0/8.000 16,0/8.000 14,0/7.000 14,0/7.001 15,0/7.501
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Transferrate Speicher (GB/s) 384,0 256,0 448,0 448,1 360,0
Speicherkapazität (MiB) 12.288 8.192 8.192 8.192 12.288
PCI-Express-Standard 4.0 ×16 4.0 ×8 4.0 ×16 4.0 ×16 4.0 ×16
PCI-Express-Stromanschlüsse Je 1× 8-/6-Pol 1× 8-Pol Je 1× 8-/6-Pol 1× 12-Pol/1× 8-Pol 1× 8-Pol
Typische Leistungsaufnahme 230 Watt 160 Watt 225 Watt 200 Watt 170 Watt
Unverbindliche Preisempfehlung 479 Euro 379 US-Dollar 419 Euro 419 Euro 329 Euro

Angaben der Leistung jeweils mit typischem Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz und somit auch der Durchsatz. Nicht alle Angaben sind bereits offiziell genannt worden, darunter die Größe des L2-Cache.

32 MiByte L3-Cache

Bei der speziellen Zutat, dank derer RDNA 2 so schmackhaft geworden ist, handelt es sich um den "Infinity Cache". Dieser bis zu 128 MiByte große Zwischenspeicher (Cache) innerhalb der RDNA-2-Grafikchips ist in der Lage, mehr als bloß die wichtigsten Daten besonders nah an den Ausführungseinheiten vorzuhalten. Das ist sinnvoll, denn jeder Transfer aus dem Kern in Richtung DRAM und zurück kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Somit schlägt der in RDNA-2-GPUs integrierte, besonders üppige Level-3-Cache zwei Fliegen mit einer Klappe. Problematisch ist, dass die SRAM-Zellen innerhalb der GPU Platz benötigen und somit die Fertigung komplexer sowie teurer machen. Die hohe Effizienz der RX-6000-Reihe gibt AMD recht, wenngleich die Bilanz mit steigender Auflösung, gleichbedeutend mit höherem Datenaufkommen, schlechter wird.

RDNA 2: Infinity Cache Hit Rates Quelle: AMD (Screenshot: PCGH) RDNA 2: Infinity Cache Hit Rates
Navi 23 verfügt über weniger Rechenwerke und ist für geringere Auflösungen konzipiert als Navi 22 (RX 6700) und Navi 21 (RX 6800/6900) und muss sich daher mit 32 MiByte begnügen. Das ist weniger, als im Vorfeld erwartet wurde, womit die Radeon RX 6600 XT in dieser Disziplin deutlich hinter ihre Geschwister mit 96 respektive 128 MiByte zurückfällt. Die Geschwindigkeit des Infinity Cache liegt unterdessen wie bei den Geschwistern zwischen 1,4 GHz (geringe Last) und 1,94 GHz (Volllast).

Wir erinnern uns noch einmal an die oben abgebildete Grafik vom RDNA-2-Launch: Mit einem kleineren Cache sinkt die Wahrscheinlichkeit, unmittelbar benötigte Daten zu finden, dennoch kann sehr oft der Umweg über den Grafikspeicher vermieden werden, was die Effizienz und Geschwindigkeit erhöht. Die Konzeption des Chips als Full-HD-Lösung dürfte sich in höheren Auflösungen negativ bemerkbar machen. Dennoch: Zusammen mit den übrigen Caches verfügt eine Radeon RX 6600 XT über deutlich mehr GPU-internen Speicher als eine Geforce RTX 3090.

Radeon RX 6600 XT: Mehr in Kürze

Die Radeon RX 6600 XT wird ab dem 11. August in diversen Farben, Formen und Geschwindigkeiten erhältlich sein - eine AMD-Referenzkarte existiert nur in Gestalt von Renderings. Auch Komplett-PC-Käufer kommen in den Genuss des Produkts, die 6600 XT wird laut AMD direkt zum Start von diversen OEMs (wie Acer, HP & Co.) adaptiert. Auf dem Papier sieht die Radeon RX 6600 XT aus wie ein "rundes" Produkt, das es mit Nvidias Geforce RTX 3060 aufnehmen kann. Die offiziellen AMD-Benchmarks sehen die Gaming-Grafikkarte (wenig überraschend) um bis zu 15 Prozent vor der Konkurrenz, zeigen jedoch nur Rasterizing-Spiele. Wir vermuten, dass die 6600 XT im PCGH-Leistungsindex knapp vor der RTX 3060 ins Ziel gehen, beim Raytracing-Leistungsindex jedoch klar das Nachsehen haben wird. Die übrigen Daten rund um 160 Watt Leistungsaufnahme und 8 GiByte Speicher lesen sich gut, neben Nvidias 170 Watt plus 12 GiByte aber nicht spektakulär. Besonders spannend wird der Vergleich zwischen hochgezüchteten Custom-Designs, welche voraussichtlich weit über die 160-Watt-Baseline mit 130 Watt GPU-Power klettern werden.

In weniger als zwei Wochen wissen wir es ganz genau. Im ausführlichen PCGH-Test der Radeon RX 6600 XT wird sich zeigen, ob AMDs relativ selbstbewusste Preisempfehlung von 379 US-Dollar angemessen ist, wenngleich die Straßenpreise voraussichtlich deutlich höher ausfallen werden. Bis dahin werfen Interessenten einen Blick auf die AMD-Präsentation der Radeon RX 6600 XT, welche wir für Sie in die Bildergalerie gestellt haben.

Bildergalerie

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    • Kommentare (137)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Die Vermutung könnte stimmen, da bin ich auch gespannt.
        Allerdings bleiben RT-Leistung und PCIe 3.0 8x bei entsprechenden Systemen als Faktoren stehen, hoffentlich geht man darauf auch schon im ersten Test kurz ein.
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Die Vermutung könnte stimmen, da bin ich auch gespannt.
        Allerdings bleiben RT-Leistung und PCIe 3.0 8x bei entsprechenden Systemen als Faktoren stehen, hoffentlich geht man darauf auch schon im ersten Test kurz ein.
      • Von Prozessorarchitektur Lötkolbengott/-göttin
        So heute gibs Test
        meine vermutung +-10% zur rtx3060 abhängig wie gut der inf cache Trifft
        trifft es schlecht sind es 15% unter der rtx3060 tifft es gut sind es 15% über der rtx3060
        wie kome ich drauf
        Nun 100fps als 100%
        100/9,6/360*256*10,24*1,58=119%
        Dabei spielt die Hitrate des inf ache eine bedeutende rolle
        Diese hat nur 32mb in zufolge könnt es nur ein viertel sein vs einer rx6700xt mit 128mb =58/4=14,5
        100/9,6/360*256*10,24*1,145=86,9%
        Die 58% des inf cache kommt vom amd Folie beim launch von rdna2
        ich tendiere dazu ds die hitrate bei 24% liegt (halb so hohe hitrate als mit 128mb)
        100/9,6/360*256*10,24*1,24=94%
        eventuell schafft man 35-40% hitrate abhängig vom game
        Die Spannweite wo den die rx6600xt landet ist damit breit
        zumal ich nur von eine takt von 2,6ghz ausgehe
        vermutlich wird man aber 2,8-3,0ghz erreichen
        dann wäre es
        100/9,6/360*256*(2048*2*3/1000)*1,24=112%
      • Von belle Volt-Modder(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Die Daten scheinen sich zu bestätigen:
        Die RX 6600 XT wird "nur" 32 ROPs und 32 MB Unendlichkeitspuffer bieten.
        Das ist in Anbetracht des kleinen Chips zwar nicht schlecht und er bietet hohe Taktraten, aber dennoch hatte ich auf 48 - 64 MB und vielleicht 64 ROPs gehofft.

        Zusammen mit der geringen Raytracing-Leistung, die sich mit FSR erst noch im Test beweisen muss, wäre die RTX 3060 zur UVP (!) insgesamt die bessere Wahl. Eine 3060 braucht in Cyberpunk 2077 mit DLSS, aber ohne RT in 1080p ca. 75 Watt.

        Insgesamt scheint es eine gute Karte für bis zu 300€ zu werden.
        (Ja, genau)
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von geist4711
        meist alte sachen

        die alten anno's,
        manchmal siedler2/3
        stellaris
        X4
        Noman sky
        cities skylines
        homeworld
        und selten sacred2

        leider werden viele der spiele nichtmehr in der art weitergeführt, zb siedler-serie.
        andere spiele macht man mit anderen dingen kaputt, wie zb man das mit dem neuen anno gemacht hat, oder mit dem sacred-nachfolger.

        was ich gerne spiele ist leider immer weniger vertreten im markt oder wurde eingestellt bzw kaputt-fortgesetzt.
        Ich bin fast sicher, dass du auch Freelancer magst.
        Dazu möchte ich mal Everspace 2 als geistigen Nachfolger anmerken. Nachdem ich jahrelang gesucht hab, Freelancer mit Mods auch komplett durchgelutscht hab und mit Elite Dangerous, der X Serie und was es nicht alles heisst nicht warm wurde (alles keine schlechten Spiele, auf ihre Art) bin ich recht begeistert von ES 2. Der Umfang ist leider nicht so, wie ich mir ein Freelancer in 2020 gewünscht hätte (ist noch EA, aber auch zu Release wirds das nicht sein) aber: Das Gefühl ist da. Das Erkunden, die Aufträge, es fühlt sich richtig an.
        Kann ich ganz stark empfehlen .

        Anno 1800 kann ich übrigens auch stark empfehlen. Seit 1402 meiner Meinung nach der beste Teil. Vor allem Komfortfunktionen, Statistiken und Wuselfaktor (plus First Person Easter Quests als Easter Egg) wissen mir zu gefallen. Ausserdem kommt auch wieder Atmosphäre auf. Ich mag zwar Sci Fi, aber in der Zukunft bin ich mit Anno auch nicht warm geworden.

        Edit: Ähm Alibi @Topic: Wie willst du denn Siedler 2 unter 10 GB VRAM zum laufen kriegen? Und der RT Patch kommt ja auch bald .
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Stimmt, ich zocke auch noch an Division 2 und CP2077, Borderlands 3 liegt auf Halde.
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