Navi-10-Mittelklasse "entfesselt": 16 GiB, 256 Bit und bis zu 29 Prozent mehr GPU-Leistung

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Navi-10-Mittelklasse "entfesselt": 16 GiB, 256 Bit und bis zu 29 Prozent mehr GPU-Leistung
Quelle: PC Games Hardware

Modder aus Brasilien haben mit einigen Handgriffen eine Radeon RX 5600 XT mit 6 GiB Speicher und 192 Bit Speicheranbindung auf 16 GiB und 256 Bit gebracht. Dabei konnte sich der Performance-Anstieg in Tests sehen lassen.

Das volle Potenzial aus älteren GPUs herauszuholen, ist die Spezialität von Moddern. Zu denen gehört auch der Youtuber Paulo Gomes, der mit seinem Team der Radeon RX 5600 XT ein Speicherupgrade verpasst hat. Es handelt sich um eine Mittelklasse-GPU auf Basis der ersten RDNA-Architektur und mit Navi-10-Chip, die Anfang 2020 erschienen ist, aber nur über 6 GiByte Grafikspeicher an einem 192-Bit-Bus verfügt.

Upgrade dank Mod für die Radeon RX 5600 XT

Diesen Umstand hat Paulo Gomes nun geändert und demonstriert in mehreren Videos seine Mod der Radeon RX 5600 XT, für die er letztlich 16 GiB an 256 Bit freischalten konnte. Das soll dem Brasilianer und seinem Team gelungen sein, indem sie der Firmware einen hexadezimalen Eingabebefehl hinzugefügt haben, der die deaktivierten Speichercontroller aktivierte und somit mehr Speicher zur Verfügung gestellt worden sei. Mehrere Konfigurationen wurden bei der Radeon RX 5600 XT durchgespielt, darunter auch 8 GiB an 256 Bit oder 12 GiB an 192 Bit.

Durch die Verwendung eines BIOS von Gigabyte konnte eine Erhöhung der Performance in Tests von 11 Prozent festgestellt werden, die hauptsächlich auf die erhöhte Speicherbandbreite zurückzuführen gewesen ist. Übertaktungsmaßnahmen sollen dann einen Anstieg von 29 Prozent gegenüber den Standardkonfigurationen der Radeon RX 5600 XT herbeigeführt haben. Die Tests waren 1080p-Extremtests bei Unigine Superposition. Im Folgenden die Ergebnisse mit unterschiedlichen Konfigurationen der Radeon RX 5600 XT.

  • 6 GiB/192 Bit (Lager): 3.944 Punkte
  • 12 GiB/192 Bit: 3.953 Punkte (+ 0 Prozent)
  • 12 GiB/192 Bit (OC): 4.514 Punkte (+ 14 Prozent)
  • 8 GiB/256 Bit: 4.380 Punkte (+ 11 Prozent)
  • 16 GiB/256 Bit: 4.387 Punkte (+ 11 Prozent)
  • 16 GiB/256 Bit (OC): 4.979 Punkte (+ 26 Prozent)
  • 16 GiB/256 Bit (OC Ronaldo Buassali Mod): 5.115 Punkte (+ 29 Prozent)

Radeon RX 5600 XT 16 GiB: 5.115 Punkte im Superposition-Benchmark. Quelle: Paulo Gomes Radeon RX 5600 XT 16 GiB: 5.115 Punkte im Superposition-Benchmark. Mit diesen Höchstwerten bewege sich die Radeon RX 5600 XT auf einem ähnlichen Niveau wie die Radeon RX 6600 XT auf RDNA-2-Basis. Auch unter den aktuellen RDNA-3-Karten gibt es mit der Radeon RX 7700 XT einen Vertreter mit einer Speicheranbindung von 192 Bit, die ihr volles Potenzial noch nicht ausschöpfen durfte. In Zukunft könnte auch diese GPU ein Fall für Paulo Gomes und dessen Team werden.

Quelle: Paulo Gomes via Videocardz

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Homerclon
        Bei Volllast wäre die Temperatur je zusätzlichen Watt Leistungsaufnahme fast 1:1 gestiegen (101,25W @ 36°C -> 135W | 70°C). Im Idle wäre es dann aber völlig absurd gewesen: 33W @ 16°C -> 44W @ 52°C.
        Normalerweise sollte die Temperaturdifferenz mit der Umgebung mit der Leistungsaufnahme linear steigen. Also bei 20°C wäre das von 100W/36°C auf 135W/42°C. Aber ich halte 36°C für extrem niedrig bei 100W, 70°C bei 135W klingen deutlich realistischer.
        Zitat von Homerclon
        Ich hatte da einen Scythe Mugen 2 Rev. B drauf
        Den hatte ich tatsächlich auch auf meinem Athlon II X4 und ich weiß noch, dass der schon ganz schön zu kämpfen hatte. Aber ich hatte auch übertaktet.
        Zitat von Homerclon
        Außerdem war bekannt, das durch reaktivieren von Kern / Cache die Temperatur-Sensoren der CPU dann meist nicht mehr stimmen.
        OK, mag sein, ich habe mich damals nicht damit beschäftigt, weil ich einen Vierkerner hatte. Ganz genau waren die Sensoren damals aber sowieso nie, ich kann mich auch an Werte erinnern, die unter der Raumtemperatur lagen. Ich bin nicht mal sicher, ob das heute so viel besser ist.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Homerclon
        Bei Volllast wäre die Temperatur je zusätzlichen Watt Leistungsaufnahme fast 1:1 gestiegen (101,25W @ 36°C -> 135W | 70°C). Im Idle wäre es dann aber völlig absurd gewesen: 33W @ 16°C -> 44W @ 52°C.
        Normalerweise sollte die Temperaturdifferenz mit der Umgebung mit der Leistungsaufnahme linear steigen. Also bei 20°C wäre das von 100W/36°C auf 135W/42°C. Aber ich halte 36°C für extrem niedrig bei 100W, 70°C bei 135W klingen deutlich realistischer.
        Zitat von Homerclon
        Ich hatte da einen Scythe Mugen 2 Rev. B drauf
        Den hatte ich tatsächlich auch auf meinem Athlon II X4 und ich weiß noch, dass der schon ganz schön zu kämpfen hatte. Aber ich hatte auch übertaktet.
        Zitat von Homerclon
        Außerdem war bekannt, das durch reaktivieren von Kern / Cache die Temperatur-Sensoren der CPU dann meist nicht mehr stimmen.
        OK, mag sein, ich habe mich damals nicht damit beschäftigt, weil ich einen Vierkerner hatte. Ganz genau waren die Sensoren damals aber sowieso nie, ich kann mich auch an Werte erinnern, die unter der Raumtemperatur lagen. Ich bin nicht mal sicher, ob das heute so viel besser ist.
      • Von hellm BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von mibmonster
        Eins hab ich da jetzt nicht verstanden, kann mir jemand erklären, wie man den Grafikspeicher von 6GB mit Hilfe einer Änderung der Firmware auf 8GB, 12GB oder 16GB hochschraubt?
        Wird das dem System nur vorgekaukelt, um die Speicheranbindung zu erhöhen oder was verstehe ich dabei nicht?
        Zitat von perupp
        Habe ich mich auch gefragt
        Sind da etwa immer 16 GB verbaut oder löten Sie zusätzlichen Speicher drauf?
        Es ist tatsächlich in der Firmware hinterlegt, also wieviel Speicher und auch die Bandbreite bzw. aktivierten Einheiten. Da die 5600er größtenteils oder allesamt, keine Ahnung mehr, ein gesperrtes BIOS haben, war das wohl kostengünstig und sicher genug für AMD. Da jede Karte auch nur 6GB verbaut hat, im allgemeinen auch kein Problem, auch wenn jemand es schafft die Firmware eines 5700er Modells zu flashen.

        Wenn nun das PCB einer 5700(XT) vom Boardpartner verwendet wurde, dann sind auch die Traces noch da, am Lötzinn wird auch nicht gespart worden sein, also sind die höchstwahrscheinlich mit der GPU verbunden. Das macht dann auch die 16GiB möglich.
      • Von Homerclon Volt-Modder(in)
        Zitat von empy
        Sicher, dass das nicht einfach daran lag, dass die Leistungsaufnahme danach rund ein Drittel höher war?
        Nein, das war nicht der Grund.
        Der Temperaturanstieg war auch im Idle sogar leicht stärker erhöht, insgesamt jedoch viel zu viel.
        Bei Volllast wäre die Temperatur je zusätzlichen Watt Leistungsaufnahme fast 1:1 gestiegen (101,25W @ 36°C -> 135W | 70°C). Im Idle wäre es dann aber völlig absurd gewesen: 33W @ 16°C -> 44W @ 52°C.
        Ja, 16°C im Idle wurde von Hardware Monitor damals ausgelesen. Der Sensor des Mainboards lieferte glaubwürdigere Werte (30°C als X3, 31°C als X4).

        Ich hatte da einen Scythe Mugen 2 Rev. B drauf, welcher Jahre später einen Core i7-4790K @ 4,4 GHz All-Core ohne direkte aktive Kühlung bei hoher Auslastung - iirc sogar Volllast - auf den 4,4 GHz gehalten - nur die Gehäuselüfter sorgten für Belüftung, identische Belüftung wie beim Athlon II. Das war beim 4790K aber nicht geplant, sondern eben weil die Leistung nicht abfiel war mir einige Zeit nicht aufgefallen das der Lüfter ausgefallen war.

        Außerdem war bekannt, das durch reaktivieren von Kern / Cache die Temperatur-Sensoren der CPU dann meist nicht mehr stimmen. Bei manchen gab er dann gar nichts mehr aus, oder sogar Minusgrade. Da hatte ich mit einem lediglich hohen "Offset" noch Glück gehabt.
      • Von Gast1729717802
        Pimp my Gpu !
        Demnächst auf MTV .
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Homerclon
        Es wurde doch auch schon herausgefunden, das AMD bei ihren Single CCD-Ryzens zwei funktionsfähige CCDs verbaut, und einen davon deaktiviert - oder nicht anbindet. Weil sie offenbar nicht genug defekte haben. Dummys produzieren zu lassen, ist dann scheinbar auch nicht günstig genug.
        Kann aber auch sein, dass das einfach Dual-CCD-CPUs waren, bei denen ein CCD dann doch nicht den Ansprüchen des größeren Modells entsprochen haben, weil vielleicht was beim Packaging schiefgegangen ist.
        Zitat von Homerclon
        Der einzige Nachteil nach dem Reaktivieren war, das die ausgelesenen Temperaturen nicht mehr ganz stimmten - es wurden deutlich höhere ausgegeben.
        Sicher, dass das nicht einfach daran lag, dass die Leistungsaufnahme danach rund ein Drittel höher war?
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