[19/09/2014] Die Radeon RX 5600 XT ... bietet, dank nachgeschobenen Werks-OC, etwas-mehr-als-RTX-2060-Referenz-Leistung und 6 GiB VRAM. Ist das ein Grund zum Feiern? Ich denke nicht, denn das schaffen auch … Spannung … Trommelwirbel … extra-Suspense … jede Menge RTX 2060 Customs. Seit über einem Jahr. Und übertaktete GTX 980 Ti. Seit über viereinhalb Jahren! Es sei denn, man schnallt eine Wasserkühlung drauf – dann schaffen letztgenannte noch deutlich mehr; vermutlich könnte sich meine Palit mit handoptimierten Lukü-RX-5600-XT messen. Damit sind die neuen Karten nicht nur für mich privat uninteressant, sondern sie haben auch am Markt ein Problem, denn die höhere Effizienz gegenüber der gebrauchten Konkurrenz interessiert im „Hauptsache P/L stimmt“-Segment niemanden.
Und wenn tatsächlich ein Käufer von 300-Euro-Grafikkarten die RX 5600 XT ins Auge fasst, dann stellt sich die Frage: Von was soll der eigentlich aufrüsten? Von anderen AMD-Karten mit 8 GiB VRAM wohl kaum. Vielleicht von der GTX 1060? Für 25, maximal 30 Prozent Zuwachs laut Raffs Messungen und Stagnation beim Speicher würde ich kein Geld auf den Tisch legen. Wirklich lohnen tut sich ein Upgrade auf die RX 5600 XT nur für Besitzer einer GTX 970. +80-90 Prozent FPS, +50-75 Prozent VRAM – das nenn‘ ich Fortschritt in der (erweiterten) 300-Euro-Preisklasse. Leider hat diesen 2014er Oldtimer kaum noch jemand im Einsatz. Es gilt also mal wieder: Gelungenes Produkt, diese RX 5600 X T. Aber wo war sie 2018?