Was passiert genau beim RAM-Overclocking - das Speichermodul als Fabrik
Overclocking ist mittlerweile Volkssport. Wie man übertaktet, weiß jeder versierte PC-Fan, doch was passiert eigentlich technisch, wenn bei Speicher-Overclocking und bei angehobener Spannung?
Für unseren RAM-Vergleichtest in der aktuellen Ausgabe 06/2009 (siehe Artikel 21 DDR2- und DDR3-Kits für Phenom-II-, Core-2- und Core-i7-CPUs im Test - Vorschau auf PCGH 06/2009) haben wir mehrere Speicherhersteller gefragt und die sehr guten Antworten abgedruckt. Eine besonders detaillierte Erklärung lieferte Jeremy Mortenson, er ist Product Marketing Manager von Crucial:
"Stellen Sie sich das Speichermodul als Fabrik vor: Die Daten gehen in Kisten raus und warten im Lager bis die Liefer-LKW kommen um die Kisten irgendwo anders im PC hinzubringen. Per Übertaktung wird der Fabrik gesagt, dass die Trucks in schnelleren Intervallen am Lager ankommen. Die Kisten sollten dann für den Transport fertig sein, ohne dass sie von der Fabrik abgestimmt werden - das hängt natürlich davon ab, wie weit man übertaktet. Falls man zu weit übertaktet, warten die Trucks am Lager - das wahrscheinlichste Szenario ist, dass sich dort ein Stau bildet.
Hier kommt eine höhere Spannung ins Spiel: Wenn die Liefer-LKW in kürzeren Intervallen zum Lager kommen, dann müssen auch die Kisten schneller verpackt und im Lager abgestellt werden. Wenn man sich das auf Transistor-Ebene vorstellt, dann sorgt eine angehobene Spannung vereinfacht gesagt dafür, dass die Transistoren schneller schalten können. In unserem Beispiel bewegen sich die Fließbänder der Fabrik schneller und die LKW müssen nicht so lange am Lager warten.
Das ganze hat natürlich seinen Preis: Wenn man der Fabrik sagt, dass sie schneller arbeiten soll, als die Maschinen ausgelegt sind und den Arbeitern mehr abverlangt, als sie schaffen können, dann wird irgendetwas durchbrennen oder jemand kippt vor Erschöpfung um - die Fabrik muss schließen.
Das Lager in unserem Beispiel entspricht der Northbridge oder der CPU, die auf den Speicher-in- oder output wartet. Wenn die Kisten schneller geliefert werden, dann muss die CPU nicht mehr so lange auf den Speicher warten. Die Liefer-LKW und die Fließbänder stehen für einen schnelleren FSB sowie einen höheren Speichertakt, die beide dafür sorgen, dass die Daten schneller vom Speicher zur CPU gelangen. Bei Overclocking lässt sich das Beispiel "die LKW kommen in kürzeren Intervallen am Lager an" mit schnellerem Speichertakt oder niedrigen Latenzen übersetzen, die für eine höhere Bandbreite sorgen und somit ermöglichen, dass Daten schneller transportiert werden können.
Wenn man Standard-JEDEC-Speicher verwendet und ihn übertaktet, dann betreibt man ihn außerhalb der Spezifikation und riskiert, ihn zu beschädigen."

ne aber oc is doch einfach was feines
Heute ist die Hardware schon im Standardtakt schnell genug.
Overclocking sehe ich nur Spaß am Schrotten, dem ich aber nicht Beipflichten kann.
Habe meinen Quad seit Q3 2007, seitdem läuft der overclocked, zwischenzeitlich sogar gefährlich hoch. Meine X1900GT lief über 1 Jahr lang mit OC, jetzt läuft sie bereits seit 2 Jahren bei ner Freundin: Overclocked seit insgesammt 3 Jahren.
Klar, auf der anderen Seite habe ich auch ein paar defekte Chips produziert, müssten einige Grakas, etliche RAM-Dimms und ein paar Boards sein.
Aber: Wirklich kaputt gegangen ist nur etwas, wenn ichs übertrieben habe. Wegen ein bisschen OC geht nix kaputt, man kann sich aber gerade im CPU-Sortiment eine schöne Stange Geld sparen, die man dann zb wiederum in eine potentere GPU investieren kann.
@Topic: Super Erklärung
mfg
Entweder man macht es vernünftig (mit vernünftigen Produkten) oder man gibt für die gleiche Leistung viel mehr Geld aus.
Heute ist die Hardware schon im Standardtakt schnell genug.
Overclocking sehe ich nur Spaß am Schrotten, dem ich aber nicht Beipflichten kann.