Micron startet Serienauslieferung von 1α-DRAM: DDR4, LPDDR4 und LPDDR5
Der Speicherfertiger Micron meldet, die Auslieferung von 1α- bzw. 1-alpha-DRAM gestartet zu haben. Die Chips bieten eine kleinere Strukturgröße als bisherige DRAM-Produkte der US-Amerikaner und dementsprechend eine höhere Speicherdichte. Die Leistungsaufnahme sinkt hingegen.
Micron bewirbt die Chips im 1α-Prozess als DRAM-Produkte mit der fortschrittlichsten Fertigungstechnologie, die erhebliche Vorteile bei der Speicherdichte, den Energiebedarf und der Leistung bieten soll. Konkret soll 1α-DRAM eine um 40 Prozent höhere Speicherdichte als 1z-DRAM bieten. Bei Mobilgeräten, wo die Leistungsaufnahme eine besonders wichtige Rolle spielt, soll im 1α-Verfahren hergestellter LPDDR5-Speicher 15 Prozent weniger Energie benötigen. Da sich extrem ultraviolette Belichtung (EUV) derzeit noch in der Evaluierungsphase befindet, setzt Micron weiterhin auf konventionelle Immersionslitografie (DUV). 1α ist der vierte Sub-20-Nanometer-Prozess nach 1x, 1y und 1z, dürfte entsprechend nur noch geringfügig oberhalb der 10-nm-Grenze liegen.
Die Kapazitäten betragen 1 respektive 2 GiByte pro Die, im Desktop-Segment mit typischerweise 8 (single-sided) bzw. 16 (dual-sided) Chips sind damit Module mit 8, 16 und 32 GiByte zu erwarten. Zuerst werden Kunden aus dem Compute-Bereich sowie Endkunden über die Marke Crucial mit den neuen DDR4-Chips versorgt. Bei LPDDR4 befindet man sich derzeit in der Sampling-Phase. Micron plant gemäß Pressemitteilung, die neue Fertigungstechnologie im Laufe des Jahres über das gesamte DRAM-Portfolio auszurollen und neue Produkte anzukündigen. Die Zielgruppe ist mit Rechenzentren, Client, Consumer, Industrie und dem Automobilsegment entsprechend umfangreich. Interessant: Microns Vizepräsident Sumit Sadana zufolge soll das DRAM- und NAND-Segment dieses Jahrzehnt der am schnellsten wachsende Bereich der Halbleiterindustrie darstellen.
