DDR5-Arbeitsspeicher: JEDEC finalisiert Spezifikation - bis zu 128 GiByte große Module
Das für Speicherstandards zuständig Gremium, die JEDEC, hat die Spezifikationen von DDR5-Arbeitsspeicher finalisiert. Damit ebnet man den Weg für Speichermodule im Desktop mit einer Kapazität von bis zu 128 GiByte. Entsprechende Plattformen werden aber noch etwas auf sich warten lassen.
Die JEDEC Solid State Technology Association hat die Spezifikationen für DDR5-Arbeitsspeicher finalisiert. DDR5 erlaubt demnach Speicherchips mit einer Kapazität von bis zu 64 Gigabit. Der aktuell noch gängige DDR4-Speicher ist diesbezüglich auf 16 Gigabit beschränkt, was im Desktop-Segment maximal 32 GiByte große Module ermöglicht. Diese Kapazität steigt damit auf maximal 128 GiByte pro Speichermodul. Bei Servern erhöht sich die DIMM-Kapazität sogar von 256 GiByte auf bis zu 1 TiByte.
Zu Beginn soll die Bandbreite von DDR5 bereits 50 Prozent oberhalb der von späteren DDR4-Modulen liegen. So bietet DDR5 nun zwei voneinander unabhängige 32-Bit-Kanäle und mit 8Gx4B anstelle von 4Gx4B doppelt so viele Speicherbankgruppen. Während sich die Burst Length von 8 auf 16 verdoppelt, soll das Daten-Prefetching bei 16n statt 8n gleichzeitigen Zugriffen liegen. Langfristig stehen bis zu DDR5-8400 im Raum, was pro Kanal einer theoretischen Übertragungsrate von 67,2 GByte/s entspricht. Same Bank Refresh soll darüber hinaus für bessere Latenzen sorgen.
Spannungsregulierung wandert in Module
Die Speicherversorgung der DDR5-Module ist nicht nur deshalb spannend, weil sie von 1,2 Volt auf 1,1 Volt (VDD/VDDQ) gesenkt wird. So wandert die Spannungsregulierung vom Mainboard in den Speicher selbst. Mainboard-Anbietern dürfte dadurch ein bisschen Arbeit abgenommen werden, weil sie ihre Platinen an der Stelle einfach gestalten können. Laut JEDEC erlaubt der neue Aufbau höhere Spannungstoleranzen - auch von einer besseren Energieeffizienz ist die Rede.
Es bleibt bei 288 Pins, allerdings sollte man sich keine Hoffnungen darauf machen, dass man DDR5-Module in ein nicht dafür ausgelegtes Mainboard setzen kann. Generell sollte man seine Erwartungen auf einen baldigen Umstieg lieber klein halten. Die großen DRAM-Hersteller, Samsung, Micron und SK Hynix, gehen zwar davon aus, dass 2021 bereits ein Viertel des veräußerten Arbeitsspeichers DDR5 sein wird. Diese Speichermodule gehen jedoch erst einmal an den Servermarkt, wo Intel wie AMD zeitnah entsprechende Plattformen einführen. Die DDR5-Sampling-Phase ist auch schon längst im Gange - die Massenfertigung wird allerdings erst in den kommenden Monaten anlaufen.
Ebenfalls interessant: DDR4-RAM von HyperX: Kits mit bis zu 256 GiByte und DDR4-4800
Quelle: Micron
DDR5-Arbeitsspeicher: JEDEC finalisiert Spezifikation - bis zu 128 GiByte große Module (2)
Dazu passend hat Micron ein Technology Enablement Program (TEP) ins Leben gerufen. Teilnehmende Partner sollen zeitnah mit Informationen und Komponenten versorgt werden. Die Intention dahinter ist offensichtlich: Der Umstieg auf DDR5 soll möglich schnell über die Bühne gebracht werden. Im Server-Markt ergibt das auch Sinn. Dort ist zwar die Anzahl der Kerne in den letzten Jahren regelrecht explodiert, die Speicherbandbreite aber nur moderat angewachsen. Bandbreiten-limitierte Workloads kommen aktuell schon vielfach an ihre Grenzen.

DDR5, 5nm ZEN5000, PCiE 5.0, 5nm Grafikkarten von NVIDIA und AMD.
Lecko mio.
Jep, sag ich schon lange. Wenn msn bei USB nicht auch plötzlich 3.1/3.2 statt 4 eingeführt hätte, gäbs wohl auch USB 5 statt 4. Und vielleicht eird dann auch Thunderbolt 5 schon angekündigt sein
Bringen tun diese Zahlen natürlich nix
Für mich wird DDR5 vor allem im Mobilsektor interessant: schneller und gleichzeitig sparsamer klingt gut. Vielleicht gönn ich mir dann nach 12 Jahren doch wieder mal ein neues Notebook, wenngleich dort der i7 weiterhin brave Dienste leistet