DDR4: Gebrauchte Server-Speicherchips landen auf neuen Desktop-Kits
Das Marktforschungsunternehmen TrendForce warnt vor besonders günstigen oder aus dubiosen Quellen stammenden DDR4-Speicherkits, auf denen immer häufiger gebrauchte Speicherbausteine ("ICs") aus Serversystemen landen. Zum Einsatz kommen zumeist DDR4-Speicherchips zweier großer südkoreanischer DRAM-Hersteller. Vorsicht ist also durchaus angebracht, bevor Anwender zum "günstigsten" Angebot greifen.
Wie das in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh beheimatete renommierte Marktforschungsunternehmen TrendForce jetzt berichtet hat, werden immer mehr gebrauchte DDR4-Speicherbausteine aus Server-Modulen "ausgelötet" und dann auf Desktop-Speicherkits wieder aufgelötet und als Neuware angeboten. Der Markt werde von einer Welle gebrauchter Speicherchips mit 3.200 MT/s heimgesucht, wie die auf Speicher spezialisierte Abteilung "DRAMeXchange" von TrendForce herausfand.
Preisdruck durch gebrauchte DDR4-Speicherchips steigt
Wie TrendForce anhand der weiter sinkenden "Spot-Preise" im DRAM-Bereich und speziell bei DDR4 belegt, gerät das ohnehin beinahe vollständig implodierte Geschäft mit DDR4-Arbeitsspeicher immer weiter unter Druck. Verantwortlich hierfür sollen jetzt auch gebrauchte DDR4-Speicherbausteine sein, welche von den Speichermodulen ausgemusterter Serversystemen "ausgelötet" und anschließend auf "neuen" Speicherkits mit 2.666 bis 3.200 MT/s "aufgelötet" werden.
Betroffen sein sollen aktuell insbesondere DDR4-Speicherbausteine und dem zufolge auch DDR4-Speicherkits mit Geschwindigkeiten von 2.666 MT/s und 3.200 MT/s, was auch die abermals gefallenen "Spot-Preise" für solche Module belegen. Ein Blick auf DRAMeXchange belegt, dass der Preisdruck immer weiter zunimmt und nur eine Richtung, nämlich immer weiter abwärts, kennt. Wie den Charts erkennbar zu entnehmen ist, sind hauptsächlich zwei DRAM-Fertiger davon betroffen.
Quelle: DRAMeXchange by TrendForce (Screenshot: PCGH)
Insbesondere Speicherbausteine mit 3.200 MT/s geraten unter Preisdruck
Speicherchips südkoreanischer Hersteller sind betroffen
Während das Marktforschungsunternehmen in seiner Bekanntmachung lediglich von "zwei großen südkoreanischen DRAM-Herstellern" spricht, macht ein näherer Blick auf die aktuellen "Spot-Preise" deutlich, dass insbesondere Samsung und SK Hynix, deren Speicherbausteine besonders vom Preisverfall betroffen sind, gemeint sein könnten.
Epyc 7004 und Sapphire Rapids haben "Schuld"
Für die vergleichsweise große Menge an ausgemusterten DDR4-Speichermodulen, die als "Lieferant" für die gebrauchten Speicherbausteine dienen, sorgt die Tatsache, dass viele Unternehmen aktuell auf neue Server-Plattformen wie Epyc 7004 ("Genoa") und Intels Sapphire Rapids und damit auf DDR5-Speicher umsteigen.
DDR4-Speicherkits aus dubiosen Quellen meiden
Anwender, die mit dem Gedanken spielen, sich ein neues DDR4-Speicherkit zu kaufen, sollten daher unerklärlich günstige Angebote aus dubiosen Quellen meiden und genau überlegen, über welche E-Commerce-Plattform sie ihren Speicher beziehen. Da das Geschäft mit gebrauchten Speicherchips sind sonderlich lukrativ sein soll, geht TrendForce von einem vorübergehenden Phänomen aus.
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Quelle: TrendForce, DRAMeXchange by Trendforce, Tom's Hardware

BTW 64GB RAM, mehr brauch ich nicht bei AM4.
BTW 64GB RAM, mehr brauch ich nicht bei AM4.
RAM geht nie kaputt. Top!
Zu meiner IT Zeit hatten ECC manchmal Probleme gemacht. Diese kleinen Chips können auch mal defekt werden.
Es kam aber eher selten vor. Kauft man solche RAMs kann man nie wissen wann diese Chips defekt werden. Entweder hat man Glück oder Pech. Ich sage mal, Vorsicht sollte man schon sein.