Project Cars 2 im Technik-Test mit Benchmarks: Mehr Realismus und noch schickere Grafik [Update]

Die Rennsimulation Project Cars 2 steht kurz vor dem Release am 22. September und wir können bereits heute starten. Der Nachfolger des ehemals durch Community-Unterstützung finanzierten Rennspiels mit den auffallend schicken Flitzern will alles noch realistischer und hübscher machen. Wir blicken dem Renner unter die Haube und ergründen mit Benchmarks, wie viel Performance nötig ist, um die PS-Schleudern angemessen zu befeuern.

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Project Cars 2 im Technik-Test mit Benchmarks: Mehr Realismus und noch schickere Grafik
Quelle: PC Games Hardware

Der vom Studio Slightly Mad entwickelte Titel ist der Nachfolger der ehemals auf dem PC groß gewordenen Rennsimulation Project Cars. Diese begann ihre Entstehungsgeschichte als Community-finanziertes Projekt, zwischenzeitlich sind jedoch auch Versionen für die aktuelle Konsolen-Generation erschienen, mit Bandai Namco ist nun auch ein großer Publisher beteiligt. Project Cars 2 ist die konsequente Weiterentwicklung auf dieser Basis und bietet neben einer Vielzahl neuer Fahrzeuge (darunter auch Porsche und Ferrari) zusätzliche Strecken. Unter diesen befinden sich neben klassischen Kursen wie Le Mans, die Nürburgring-Nordschleife oder Lacuna Seca auch Punkt-zu-Punkt-Pisten wie der California Highway und die Côte d'Azur, aber auch Rallycross-Strecken oder der Mercedes-Benz-Ice-Racing-Kurs. Beim Erstellen der Strecken wurden zu großen Teilen Drohnen und Laserscans genutzt, was wiederum dem Realismus zugutekommt.

Gleiches gilt auch für das neue Livetrack 3.0 getaufte Physik- und Witterungssystem. Mit diesem wird die Dynamik des Wetters gesteigert und es können gar mehrere Systeme gleichzeitig aktiv sein. So kann es beispielsweise auf der dafür berühmt-berüchtigten Nürburgring-Nordschleife an einem Ende der Strecke regnen, während am anderen die Sonne scheint - mit allen damit verbundenen Problemen für Fahrer, Rennstrategie und Boxencrew. Regnet es, bilden sich Pfützen während des Rennens, das Wasser kann gar über Rinnen ablaufen oder im Kies versickern. Auch Schnee und Eis sind möglich - wohl dem, der die richtigen Reifen aufgezogen hat. Um die Interaktion zwischen Pneu und Untergrund glaubhaft zu simulieren, rechnet die interne Fahrzeugphysik von Project Cars 2 nach Entwicklerangaben mit einer Frequenz von 600 Hz. Und auch die Fahrbahn kann auf die Wagen reagieren, so bilden sich beispielsweise dynamische Fahrspuren in Schlamm und Geröll.

Project Cars 2 - Systemanforderungen und das Grafikmenü

Die Systemanforderungen für Project Cars 2 wirken auf den ersten Blick etwas kurios: Zum einen erscheinen zumindest die minimalen Anforderungen etwas hoch, zum anderen verwirrt bei den Empfehlungen die Gleichsetzung von GTX 1080 und RX 480 - erstere GPU sollte ungefähr doppelt so schnell rechnen können wie letztere. Eventuell bezieht sich die erste Angabe auf die Ultra-HD-Darstellung? Nun ja, wir werden es im Verlauf des Artikels wohl noch klären können.

Minimale Systemkonfiguration: Empfohlene Systemkonfiguration:
CPU: 3,5 GHz Intel Core i5-3450, 4,0 GHz AMD FX-8350 CPU: Intel i7-6700K
RAM: 8 GiByte RAM: 16 GiByte
GPU: Geforce GTX 680 oder vergleichbar Geforce GTX 1080 oder Radeon RX 480
Direct X: Version 11 Direct X: Version 11
Betriebsystem: Windows 10 (+ spezifische Versionen von Win 7) Betriebsystem: Windows 10 (+ spezifische Versionen von Win 7)
Festplattenspeicher: 50 GiByte freier Speicher Festplattenspeicher: 50 GiByte freier Speicher

Das Grafikmenü von Project Cars 2 ist ähnlich wie beim Vorgänger und auch wie die restlichen Menüs erfreulich umfangreich und lässt vielfältige Einstellungs-, Individualisierungs- sowie Optimierungsmöglichkeiten zu - doch können die vielen Einstellungen auch ein wenig überbordend wirken. Einige sinnvolle Voreinstellungen wären nett gewesen, auch wenn positiv zu erwähnen ist, dass viele der Einträge durch Tool-Tipps erklärt werden. Vieles kennt man auch bereits aus dem Vorgänger, darunter leider auch einige Lästigkeiten, beispielsweise springt Project Cars 2 wie schon der Erstling beim Auflösungswechsel und nicht nativer Darstellung in den Fenstermodus, was händisch korrigiert werden muss. Zudem muss das Spiel für jede auch noch so kleine Veränderung im Grafikmenü komplett neugestartet werden - nervig.

Project Cars 2 - Noch hübscher und mit generell erfreulich guter Performance

Optisch mach Project Cars 2 viel her, in die noch von Need for Speed Shift abstammende Madness-Engine sind offensichtlich eine ganze Reihe weiterer grafischer Finessen eingeflossen. Vor allem die Interaktion von Beleuchtungs- und Shadermodell, der Detailgrad am Streckenrand sowie die generelle Präzision bei Effekten wie Spiegelungen und Verschattung wurde sichtbar erhöht. Die außerordentlich schicken Fahrzeugmodelle fügen sich nun optisch zudem noch besser in die Streckengrafik ein, die zudem ebenfalls etwas an Details zugelegt hat - auch wenn der Rand der Strecke und die Umgebungen dahinter noch immer etwas abfallen. Doch das soll kein starker Kritikpunkt sein, bei den meisten Genre-Kollegen sieht es ähnlich aus und tut auch dort dem Spielspaß keinen Abbruch. Optisch ist Project Cars 2 wirklich schick, da wird sich auch ein Forza Motorsport 7 warm anziehen müssen. Ganz besonders schick ist Project Cars 2 natürlich in Ultra HD, wobei wir bei unseren Benchmarks angekommen wären.

Wir maximieren die Grafikeinstellungen, darunter auch die Extras im Menü "virtuelle Effekte" inklusive Rückspiegel, verzichten jedoch dafür auf die Multisampling- sowie Supersampling-Kantenglättung und wählen stattdessen das Post-Processing-Antialiasing SMAA Ultra. Außerdem wählen wir für unsere Messungen die Strecke Côte d'Azur - hier ist insbesondere am Start die Komplexität der Umgebung sehr hoch, der Ozean rechtsseitig zeigt einige der Wassereffekte, am Rand der Strecke befinden sich mit einem Physikmodell ausgestattete Pfeiler und Begrenzungen, am rechten Rand der Strecke erheben sich Hotels, auf den Bürgersteigen sind Passanten und Zuschauer platziert. Zusammen mit dem relativ großen Startfeld von 15 gegnerischen Fahrzeugen plus unseres eigenen Wagens, den wir von der letzten Position starten, ergibt sich hier eine anspruchsvolle Szene, insbesondere in der ersten Kurve. Dieses Szenario hatten wir bereits schon mehrfach für den Vorgänger auserkoren (auch zu internen Leistungsanalyse). Nun dient es uns dazu, auch in Project Cars 2 gleichermaßen GPU wie CPU zu belasten.

Für unsere Messungen wählen wir des Weiteren die Fahrzeugklasse Gruppe 5, für unseren fahrbaren Untersatz entscheiden wir uns für den Porsche 935, die Gegner stammen aus derselben Klasse. Beim Wetter entscheiden wir uns gegen ein mögliches Worst-Case-Szenario bei starkem Regen und setzten die Witterung auf "bedeckt" fest. Aktuell können wir Ihnen nur eine Reihe Grafikkarten-Messungen bieten, weitere werden wir im Verlauf des Tages anfertigen und den Artikel zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aktualisieren. Gegebenenfalls werden wir dazu auch einmal die Performance-Unterschiede zwischen den einzelnen Witterungen und die Auswirkungen der Multisampling-Kantenglättung berücksichtigen können - CPU-Messungen sind bereits angedacht.

[COLOR=textColor3]Update: Project Cars 2 - CPU-Benchmarks

Wir haben wie angekündigt einige Messungen vorgenommen, in denen die CPU einen definitiven Flaschenhals darstellt. Beachten Sie, dass wir dazu mit der Startgeraden von Le Mans einen leicht abweichenden Benchmark verwenden, der sich etwas leichter reproduzieren lässt und für den wir schon Daten in Form eines Ryzen-7-1700-Systems vorliegen hatten (8C/16T). In diesem System werkelt eine Nvidia GTX Titan X(Pascal), welche auf knapp über 2.000 MHz übertaktet wurde. Die CPU läuft indes nur mit 3,0 GHz, dazu wurde die Auflösung auf 1.280 × 720 Pixel reduziert, um auch wirklich konsequent die Last auf den Prozessor zu verlagern. Zudem deaktivieren wir nach und nach die einzelnen Rechenwerke, um die Mehrkern-Skalierung zu prüfen. Zum Vergleich ziehen wir außerdem unseren Intel Octocore heran, den wir ebenfalls auf 3,0 GHz takten. Außerdem verbauen wir dort im Wechsel eine GTX 1080 Ti OC sowie eine RX Vega 64, um etwaige Unterschiede bei der Belastung der CPU und eine mögliche Auslastungsproblematik der AMD-GPUs in Project Cars 2 zu erkennen.

Interessant ist vor allem, dass ein Prozessor mit einer Nvidia-GPU von 2 Kernen auf 4 Threads sehr deutlich skaliert. Mit dem Ryzen-System (2C/2T auf 2C/4T) ist eine Leistungsteigerung von 47,4 Prozent, respektive 51,3 Prozent beim Intel-System zu verzeichnen. Steckt die RX Vega im Intelrechner, so steigt die Framerate von 2C/2T auf 2C/4T nur um 22,9 Prozent. Außerdem sind mit der AMD-GPU deutliche Stocker in den Konfigurationen 2C/2T sowie 2C/4T wahrzunehmen, die sich außerdem auch sehr deutlich in den Frametimes wiederspiegeln. Das schlechteste Prozent der Frametimes mit der Nvidia liegt bei 2C/2T bei 36,6 ms, bei 2C/4T bei 20,2 ms und bei 4C/4T bei 12,3 ms. Mit der AMD sind es bei 2C/2T 46,3 ms, bei 2C/4T immer noch 45,6 ms - wobei bei beiden Messungen die Frametimes sehr erratisch verlaufen (das genannte Ruckeln weiter oben), die Frametimes mit der Nvidia sind selbst bei 2C/2T sauber - und selbst bei 4C/4T liegt das schlechteste Prozent der Bildberechnungszeiten noch bei 32,5 ms - ebenfalls mit starken Fluktuationen im Frametimegraph. Eventuell ist das Problem mit den AMD-GPUs bei der Nutzung der ersten zwei bis vier Threads zu suchen.

Project Cars 2 - Vorläufiges Fazit der ersten Benchmarks und Performance-Eindrücke

Generell erscheinen die erzielten Frameraten in Anbetracht der Optik sowie der recht anspruchsvollen Szene ordentlich - für Full HD und 60 Fps bei maximierten Details reicht im Grunde eine flotte Mittelklasse-Grafikkarte. Jedoch ist kaum zu übersehen, dass insbesondere die AMD-GPUs beim Wechsel auf die nächst höhere WQHD-Auflösung kaum Frames einbüßen, was für eine Limitierung durch unseren Prozessor spricht. Zumindest zu Teilen sind auch die Geforce-GPUs betroffen, erkennbar an den sehr ähnlichen Durchschnitts-, und in besonderem Maße den minimalen Fps der GTX 1080 Ti in Full HD und WQHD, die beinahe deckungsgleich ausfallen.

Wir werden dazu noch eine genauere Analyse anbieten, müssen dazu aber um noch ein wenig Geduld bitten. Generell erscheint die AMD-Performance ein wenig niedrig und der eine oder andere Leser wird sich eventuell an die eher miserable Performance der damaligen Radeon-Grafikkarten zum Release des Vorgängers erinnert fühlen, die allerdings zwischenzeitlich auf ein zumindest befriedigendes Niveau angehoben werden konnte. Doch so schlimm wie zum Launch von Project Cars ist die Leistung der AMD-GPUs im zweiten Teil bei Weitem nicht. Auch mit einer Radeon kann man Project Cars flüssig genießen - die eine oder andere Optimierung sollte durch Spiele- und Treiberentwicker aber eventuell noch einfließen, etwas Leistung liegt aktuell noch auf der Strecke.

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    • Kommentare (155)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von onlygaming BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von KaterTom
        Ich bin so einer! Und Project CARS 2 läuft hervorragend mit meinem Ryzen 7 1700x. Alle 8 nativen Kerne werden genutzt und die 1080ti schwitzt permanent bei99%.
        Also ich habe mit meinem 1600 auch keine Probleme meine 1080 ausgelastet zu bekommen, keine Ahnung was ihr alle habt
      • Von onlygaming BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von KaterTom
        Ich bin so einer! Und Project CARS 2 läuft hervorragend mit meinem Ryzen 7 1700x. Alle 8 nativen Kerne werden genutzt und die 1080ti schwitzt permanent bei99%.
        Also ich habe mit meinem 1600 auch keine Probleme meine 1080 ausgelastet zu bekommen, keine Ahnung was ihr alle habt
      • Von |L1n3 Software-Overclocker(in)
        Hi!
        Meint ihr man bekommt das auf nem Notebook mit ner GTX860M zum laufen? Quali natürlich ganz runter ...
        Frage nur, da ich mittlerweile pendle und unter der Woche nur mein Notebook zu hand habe, möchte aber dennoch gerne ab und zu unter der Woche mit den anderen eine Runde drehen? Seht ihr das? Oder startet es erst garnicht? CPU ist ein i7-4710HQ und 8GB Ram sind auch an Bord. Im zweifelsfall lad ichs mal drauf und versuchs einfach, aber eventuell kann mir hier ja einer sagen ob sichs lohnt zu probieren oder nicht.
      • Von Dr-Best PC-Selbstbauer(in)
        ist das spiel immer noch schlecht bis garnicht fahrbar mit einem gamepad?
      • Von Loitznriada Schraubenverwechsler(in)
        Nein, nein. Das war durchaus ernst gemeint.
        Außer den niedrigeren Preisen gibt es meiner Meinung nach keinen vernünftigen Grund, nicht Intel zu kaufen. Die waren und sind immer besser, als die Komponenten von den Konkurrenten.
      • Von blu-skye Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Loitznriada
        ...Ernsthaft frage ich mich, warum es immer noch Menschen gibt, die was anderes, als Intel in ihren "Rechner" einbauen?!
        War die Frage ernsthaft oder soll es nur unnötig abwertend gemeint gewesen sein?
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