Radeon RX 480: Abfackelnde Mainboards sind sehr unwahrscheinlich [Update]
Ein Moderator aus dem 3DCenter-Forum hat getestet, was passiert, wenn man den PEG-Slot für eine Grafikkarte weit über die Spezifikationen hinaus belastet. Das Resultat: Selbst bei einer knapp 2,4-fachen Überlast wird der Steckplatz nicht einmal warm. Schäden durch eine Radeon RX 480 erscheinen damit mehr als nur unwahrscheinlich.
Update vom 06.07.16:
Anddill hat noch einen achtstündigen Test nachgelegt, bei dem ein einzelner 12-Volt-Pin mit den vollen 5,2 Ampere seines Labornetzteils belastet wurde. Erst hier erwärmte sich die Kontaktstelle auf 31 °C bei einer Verlustleistung von etwa einem halben Watt - mal fünf Pins würde sich der PEG-Slot also vermutlich spürbar erwärmen. Da bei einer Grafikkarte die Platine allerdings deutlich wärmer wird und bei einem Modell mit Axiallüfter(n) die warme Luft auch auf das Mainboard gepustet wird, sollte selbst das noch kein Problem darstellen.
Originalartikel vom 05.07.16:
AMDs Referenzdesign der Radeon RX 480 steht in der Kritik, da die reale Leistungsaufnahme die PCI-Express-Spezifikationen, genauer die PCI Express Card Electromechanical Specification Revision 3.0, überschreiten kann. Während beim sechspoligen Stromstecker bekanntlich mehr als genug Reserven vorhanden sind - die reinen Steckerspezifikationen sind deutlich großzügiger ausgelegt als von der PCI-SIG -, verbreiten sich momentan Sorgen wegen des PEG-(PCI-E-x16-)Slots. Offiziell dürfen bei einem solchen 60 Watt über die 12- und 15 Watt über die 3,3-Volt-Leitung laufen. Bei der Radeon RX 480 konnten hingegen 80er-Werte über die 12-Volt-Leitung gemessen werden.
Das 3DCenter-Mitglied anddill hat daraufhin einen Test gestartet, um etwaige Auswirkungen der Überlast auf einen PEG-Slot zu messen. Eingesetzt wurde dafür ein altes Pentium-4-Mainboard mit einem der ersten PCI-Express-x16-Steckplätzen, das aus einem Office-PC stammt - quasi ein Worst-Case an Mainboard, das eingesetzt werden könnte. Mittels einer kleinen Platine als Ersatz für eine Grafikkarte wurden über die ersten beiden 12-Volt-Pins des PEG-Slots verschiedene Stromstärken gejagt, um zu sehen, was passiert.
Laut den Spezifikationen dürfen über einen Pin maximal 1,1 Ampere laufen. Selbst bei 2,6 Ampere, was einer knapp 2,4-fachen Überlastung entspricht, wurde der PEG-Steckplatz nicht einmal fühlbar warm. Dabei ist die Platine minimal dünner als bei einer Grafikkarte und die Kontakte sind nicht vergoldet. Dadurch entstehen deutlich höhere Verluste als in der Praxis üblich. Bei nicht einmal 300 Milliwatt Verlustleistung, die in Wärme aufgeht, übersteigt sogar die Abwärme durch die Grafikkarte die Belastung des Steckplatzes. In Feuer aufgehen sollten Mainboards wegen des Einsatzes einer Radeon RX 480 also nicht.
Vereinzelt wurden solche Fälle in den Weiten des Internets vermeldet. Dabei gab es allerdings immer besondere Umstände, beispielsweise stark verdreckte Mainboards, bei denen der PEG-Slot nicht mehr sauber war. AMD selbst sieht sich die Umstände gerade noch einmal an und verspricht Neuigkeiten in Kürze.
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Er geht zwar primär auf die Stromstecker ein, aber auch ein wenig auf das Board. Ich frage mich ja, weil es ja immer wieder heisst, höherwertige Boards sollten keine Probleme haben. Nur, wie definiert man "höherwertig"? Was ist z. B. mit meinem Board? Oder dem Netzteil? Solche Aussagen sind einfach zu pauschal.
Aber ja, AMD muss sich an die Spezifikation halten.
wie mit der GTX970 und ihrem Big/Little VRAM Konzept, es wurde festgestellt daß er nicht korrekt ist, aber auch klargemacht daß es nur in bestimmten Einzelfällen knapp werden kann. Dann schraubt man halt den Regler bei speicherfressenden Games ein zwei Stufen zurück, so wayne²
Fanboys sind echt
Er geht zwar primär auf die Stromstecker ein, aber auch ein wenig auf das Board. Ich frage mich ja, weil es ja immer wieder heisst, höherwertige Boards sollten keine Probleme haben. Nur, wie definiert man "höherwertig"? Was ist z. B. mit meinem Board? Oder dem Netzteil? Solche Aussagen sind einfach zu pauschal.