"Dann schafft die Hardware gleich mit ab": Disgaea-Schöpfer kritisiert Sonys Disc-Aus
Sony beendet 2028 die Disc-Produktion für neue Playstation-Spiele. Disgaea-Schöpfer Sohei Niikawa hält dagegen - und stellt sogar den Sinn der Konsole infrage.
Sony will ab Januar 2028 keine physischen Discs für neu erscheinende Playstation-Spiele mehr produzieren. Die Entscheidung stößt nicht nur bei Sammlern und Händlern auf Kritik. Nun meldet sich auch Sohei Niikawa zu Wort, Schöpfer der Strategie-Rollenspielserie Disgaea und ehemaliger Präsident von Nippon Ichi Software. Seine zugespitzte Reaktion: Wenn Sony die physischen Spiele abschaffe, könne das Unternehmen konsequenterweise auch auf die Playstation-Hardware verzichten.
Niikawa äußerte sich in einem Interview mit Noisy Pixel, das während der Anime Expo 2026 geführt wurde. Für ihn sind Spiele auf Disc mehr als ein alternativer Vertriebsweg. Fans könnten eine geliebte Veröffentlichung als Gegenstand behalten, auf Veranstaltungen signieren lassen und als Erinnerungsstück ausstellen. Genau diese Verbindung zwischen Spielern, Entwicklern und einem konkreten Produkt gehe bei einem vollständig digitalen Vertrieb verloren.
"Ein Fernseher würde ausreichen"
Besonders deutlich wird Niikawa bei den möglichen Folgen von Sonys Digitalstrategie. "Wenn sie so weit gehen, physische Verpackungen abzuschaffen, können sie auch die Hardware abschaffen", erklärte der Entwickler. Ein Fernseher würde dann ausreichen - weshalb benötige man überhaupt noch eine Konsole?
Die Aussage ist als rhetorische Zuspitzung zu verstehen und nicht als konkreter Vorschlag für Sonys Hardwaregeschäft. Niikawa argumentiert, dass eine Konsole einen Teil ihrer Identität verliert, wenn Spiele nicht mehr als eigenständige physische Produkte erhältlich sind. Technisch bleibt lokale Hardware allerdings auch bei digitalen Spielen relevant: Sie berechnet die Spiele direkt, ermöglicht konstante Bildqualität und funktioniert - nach Installation und abhängig vom jeweiligen Titel - ohne dauerhaftes Cloud-Streaming.
Angesichts der Entwicklung im Hardwaremarkt könnte aber genau das drohen: mehr Abos und Cloud-Streaming. Denn immer weniger werden sich Hardware leisten können, wenn sich die Preise weiter in die zuletzt eingeschlagene Richtung entwickeln.
Sony hatte das Ende der Disc-Produktion am 1. Juli 2026 offiziell angekündigt. Ab Januar 2028 sollen neue Playstation-Spiele ausschließlich über den Playstation Store und bei Händlern in digitalen Formaten angeboten werden. Bereits zuvor auf Disc veröffentlichte Spiele sind von der Umstellung nicht betroffen und können weiterhin hergestellt beziehungsweise verkauft werden.
Physische Spiele bieten mehr als eine Verpackung
Neben dem emotionalen Wert haben Discs für Käufer weitere praktische Vorteile. Spiele lassen sich verleihen, gebraucht verkaufen oder unabhängig von einem einzelnen Benutzerkonto sammeln. Bei rein digitalen Käufen hängen Zugriff und Verfügbarkeit dagegen stärker vom jeweiligen Store, den Lizenzbedingungen und der langfristigen Unterstützung der Plattform ab. Der Vertrieb ist zudem margenträchtiger - etwas, das auch Rockstar Games für GTA 6 realisiert hat. Retail-Ware hat nur einen Code in der Box liegen.
Niikawas Kritik trifft deshalb einen empfindlichen Punkt in Sonys Strategie. Der zunehmende Digitalvertrieb erklärt zwar die wirtschaftliche Entscheidung, beseitigt aber nicht die Nachteile für Sammler und preisbewusste Käufer. Gerade der Gebrauchtmarkt schafft Konkurrenz zum Playstation Store und eröffnet Kunden zusätzliche Bezugsquellen.
Ob die nächste Playstation tatsächlich ohne optisches Laufwerk erscheint, hat Sony bislang nicht bestätigt. Aus dem Produktionsende für neue Discs lässt sich jedoch ableiten, dass ein fest eingebautes Laufwerk für kommende Hardware an Bedeutung verliert. Denkbar wäre weiterhin optionales Zubehör für ältere Spiele und Filme. Niikawas Aussage liefert damit keine belastbare Prognose zur Playstation 6- sie bringt aber die grundlegende Frage hinter Sonys Kurs auf den Punkt: Was bleibt Käufern von einer geschlossenen Plattform, wenn sie Spiele weder physisch besitzen noch außerhalb ihres digitalen Marktplatzes erwerben können?
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Quelle: Noisy Pixel

Die PS1 und PS2 Phase in der Spiele auf Disc massenweise kopiert wurden. Viele Hersteller sind bis heute der Meinung, diese Spieler die alles kopiert haben hätten alles gekauft, wenn kopieren nicht möglich gewesen wäre, aber das ist ein Illusion. So oder so fällt auf, dass sich Sony während dieser Zeit massiv gegen alle Widerstände wie Nintendo und Sega etabliert hat.
Die PS3 Phase, die sich dadurch auszeichnet, dass Sony anderen Herstellern hinterherrennen muss. Microsoft war aggressiver mit Online-Spielen und Voice Chat und Nintendo war aggressiver mit Gestensteuerungs Gimmick. Sony hat vielleicht keine Kundschaft verloren, aber diese massive neue Kundschaft die Nintendo und Microsoft aus dem Boden gestampft haben ist an ihnen vorbeigegangen. Aus Spiele-Sicht hat man weniger Umsätze an illegale Kopien verloren, dafür gab es jetzt in jeder Stadt an jeder Ecke Läden die Videospiele gebraucht verkauft haben. Das war legaler als das was vorher passiert ist, aber für die Umsatzzahlen hatte es den gleichen negativen Effekt aus Sicht der Hersteller.
Die PS4 Phase hat die Gimmicks wie Move zurückgelassen, neue Gimmicks wie VR aufgesammelt, aber im wesentlichen war alles sehr konservativ. Aus Spiele Sicht hat Sony die Kontrolle übver den Markt verloren. Tirple-A Studios haben mit jeder Entlassungswelle jedes Jahr mehr kleine Teams auf dem Markt entstehen lassen, deren Spiele den ganzen Markt transformiert haben. Zu PS3 Zeiten waren kleinere Spiele auf PSN noch etwas das handverlesen von Sony kam und man einen Überblick hatte. Jetzt kam die Flut.
Die PS5 konserviert weiterhin die Discs mit allen Vor und Nachteilen, aber Sony selbst versenkt sein Geld in Live-Service Games. Das ist der größte Wandel bei Sony in 25 Jahren. Denn alle Spiele die bisher auf Disc verkauft wurden hatte eine klare Struktur. Kaufen, spielen, abschließen, zufrieden weglegen, neues Spiel kaufen. Das will Sony mit dem Live-Service Umstieg beenden. Statt jeden Monat ein neues Spiel zu kaufen für die PS5, holt man sich einmal eine PS5 und dazu das eine Live-Service Game, das man spielt und kein anderes. Und heute ist 2025, die Leute sind 20, fangen das Spiel an und zocken das 30 Jahre, so wie das die Counter-Strike, WoW, etc. Community vorgemacht hat. Man sieht sich im Jahr 2055.
Für diese letzte Phase braucht man in der Tat keine Disc. Da braucht man eh wöchtentliche Updates die der Spieler ständig runterladen muss. Das ist auch nichts was jemand verleihen oder wieder verkaufen kann. Die wirkliche Frage ist halt, ob man eine Kundschaft wie die von Sony, die relativ breit aufgestellt ist, wirklich dorthin kovertieren kann. Sony hat nicht fast 100 Millionen PS5 Konsolen verkauft weil alle das gleiche Spiel spielen. Die Best-Seller werden auf ca. 10 Millionen verkaufte Stückzahlen geschätzt, bzw. Hersteller Humble Brags. Sonys Ziel kann also nur sein die Masse möglichst breit anzusprechen, da spielt es dann eher eine Rolle wie der Impact der Disc auf das Ausleihen und Handeln mit Spielen ist und wie das diese Community aus 100 Millionen Leuten verändert. Alles andere bleibt eh gleich, Einschalten und zusehen wie die Konsole Updates macht, Disk-Spiel hin oder her.
Die Disk war definitiv ein Alleinstellungsmerkmal und ein Mehrwert gegenüber dem PC, weil es das letzte Biotop von Spielen war die Eigentum der Spieler waren. Wenn Sony aus der PS5/PS6 einfach nur einen PC macht, dann werden sich Spieler fragen, warum sie dann nicht gleich einen PC kaufen. Besonders wenn dort die Heimat der Spiele ist, die ihnen Sony massenhaft auf den Tisch servieren will: "Live Service Irgendwas".
Eigentum ist emotionale Bindung und die Spieler sehen ja, wie Sony die alten Plattformen abschaltet, was die Geldinvestition der Spieler darin entwertet. Das Resultat wird sein, dass man schon bei der PS6 am ersten Tag weniger emotionale Bindung aufbringen wird, weil bei jedem Kauf schon mitschwingt, dass Sony die Plattform ja eh irgendwann abschaltet. Das ist das eigentliche Geschäftsgeheimnis von Valve, dass es die Spieler vom Gegenteil überzeugt hat.
Sony hat wieder angefangen primär (nur noch?) für die eigene HW zu entwickeln.
Anscheind haben die festgestellt das die XBox keiner mehr braucht (70% Sony zu 30% MS).
Jetzt ist es am Verbraucher zu zeigen was man von Sonys Digitalstrategie zu halten hat.
Bei PC Spielern seit Jahren "normal" und wenn es jetzt die Konsolen trifft, ist das Geschrei da.
Meine letzte war die PS3 und die hat bei mir auch nur noch den Stellenwert des besseren BluRay-Players gehabt, leider.
Weil der Unterschied von Konsole zu PC immer geringer wurde. Spiele wurden eh entweder sofort oder verzögert für den PC bereit gestellt (bis auf wenige Ausnahmen).
Ja, es ist die günstigere Variante zum zocken, aber hat entsprechende Defizite.
Aber so ist der Stand der Dinge. Beim PC war auch die 8" ersetzt durch 5,25" ersetzt durch die 3,5" dann CD, dann DVD seltener die Blu-Ray und dann? Ja ausnahmslos der Download....