Entwicklerlegende Kojima: Es gibt noch ein schlimmeres Szenario als Spiele ohne Disc
Hideo Kojima hat sich zum Aus der Playstation-Disc geäußert und benennt ein Szenario, das für ihn düsterer ist als das Disc-Aus: Cloud-Gaming. Die Entwicklerlegende warnt, dass Spieler beim Streaming die Kontrolle über ihre Daten verlieren.
Sony hat das Ende der Disc-Produktion für neue Playstation-Spiele zum Januar 2028 angekündigt; ab diesem Zeitpunkt erscheinen die neuen Titel für die Playstation 5 und deren designierte Nachfolgergeneration ausschließlich als digitaler Download und nicht mehr physisch, so die Ankündigung auf dem offiziellen Playstation Blog.
Auch die letzte Fabrik für Playstation-Discs wird von Sony auf die Produktion von optische Mikrolinsen, sogenannte Micro Optics, umgestellt und hat bereits Investitionen von 30 Millionen Euro erhalten.
Hideo Kojima hält das Disc-Aus für erst den Anfang
Hideo Kojima äußerte sich dazu am Rande des römischen Filmfestivals Il Cinema in Piazza und stufte den Schritt als bloßen Beginn einer Entwicklung ein. Ihr Endpunkt ist für ihn der Moment, in dem Spieler ihre Inhalte gar nicht mehr besitzen. Wie weit die gesamte Branche insgesamt vom physischen Datenträger abrückt, zeigt auch die parallele Entwicklung bei Microsoft und Nintendo.
Wer seine Spielesammlung im Regal behalten will, bekommt von Hideo Kojima ein Argument geliefert, das sich nicht auf Nostalgie beschränkt. Die Entwicklerlegende gilt als bekennender Sammler physischer Medien und kauft nach eigener Aussage derzeit verstärkt Blu-rays und CDs auf.
Das Aus der Spiele-Disc trennt er dabei klar vom Filmgeschäft: Ein heruntergeladenes Spiel liegt weiterhin auf der eigenen Hardware, die Daten bleiben also im Zugriff des Käufers. Genau dieser Zustand ändert sich für ihn mit dem nächsten Schritt.
Hideo Kojima nennt Cloud-Gaming den kritischen Schritt
Cloud-Gaming verlagert die Spieldaten vollständig auf fremde Server, weshalb der Schöpfer von Metal Gear darin die größere Gefahr sieht als im Wegfall der Disc. Beim Streaming besitze der Nutzer die Daten zu keinem Zeitpunkt selbst, sondern erwerbe lediglich das Recht, den Datenhahn zu öffnen, wie Hideo Kojima mit Blick auf Netflix und Amazon beschreibt. Ändere sich die politische oder wirtschaftliche Lage eines Anbieters, könne die Verteilung der Inhalte inzwischen jederzeit enden. Filme und Spiele, für die man bezahlt habe, wären dann nicht mehr abrufbar.
Streaming bedroht laut Kojima auch Filme und Musik
Kojima überträgt die Sorge vom Spiele- auf den Film- und Musikmarkt und warnt, dass die Cloud-Verlagerung dort weiter fortgeschritten sei. Was den Videospielen 2028 bevorstehe, könne so auch für Filme und Serien gelten, welche inzwischen überwiegend per Abo statt per Kauf zugänglich sind.
Anders als bei Spielen, deren Daten nach dem Download lokal liegen, entfällt beim reinen Streaming jede eigene Kopie. Der Entwickler verweist auf die Marktmacht der Server-Betreiber, die den Zugang gegen eine monatliche Gebühr freischalten und ebenso wieder sperren können.
Kojimas Kritik trifft ausgerechnet den langjährigen Partner Sony
Ausgerechnet ein enger Sony-Partner formuliert diese Kritik: Nach seinem Abschied von Konami half der japanische Konzern beim Aufbau von Kojima Productions und stellte für Death Stranding die Decima-Engine von Guerrilla Games bereit.
Sein Studio arbeitet derzeit am Xbox-finanzierten Horror-Projekt OD, hat mit Physint aber bereits einen weiteren exklusiven Kojima-Titel für die Playstation zugesagt. Dass er die Kehrtwende seines langjährigen Partners offen anspricht, passt aber zu einem Entwickler, der sich seine Unabhängigkeit stets bewahrt hat.
Auf Sonys Zeitplan dürfte seine Kritik ohnehin keinen Einfluss haben, während der Konzern parallel die Abgabe externer Disc-Laufwerke weiter begrenzt.
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Ich persönlich werde das nicht. Für mich ist es schon ein grosser Kompromiss, de facto auf allen Plattformen ausser GoG, nur die jederzeit wiederrufbare Nutzungserlaubnis eines Spiels zu bekommen...
Während reine Abos, bei denen man für einen relativ günstigen monatlichen Beitrag so viele Spiele wie man möchte spielen kann theoretisch noch okay wären, muss man bedenken, dass wenn das zum Standard wird, wir die gleichen Probleme wie mit accountgebundenen Download-Spielen haben, plus dass bei Streaming die Cracking Gruppen Insider benötigen würden, um an die Spieledaten zu gelangen. Da es wahrscheinlich auch keine lokalen Speicherstände mehr geben würde, wäre der Aufwand sicher wesentlich größer, eine lokal laufende Version aus der Streaming-Version zu basteln.
Das Endszenario ist, dass es keine Medien mehr gibt, welche man tatsächlich besitzt und auch dass alle nur noch gestreamt werden. Theoretisch ist dies selbst für Bücher möglich, auch wenn sie dafür zumindest temporär massive Umsatzverluste in Kauf nehmen müssten, da sich eBooks im Gegensatz zu Film- und Musik-Streaming, sowie reinen Download-Spielen, nicht besonders großer Beliebtheit erfreuen.
Außerdem ist man da prinzipbedingt vor Cheatern relativ sicher. Alleine das könnte dem ganzen zum großen Durchbruch verhelfen.
Die 8K Blu Ray hätte das eventuell noch ein Jahrzehnt herauszögern können. 1TB Speicherkapazität wären schon eine Wucht und selbst die einlagigen konnten sich mehr als nur sehen lassen.
Na gut... Es muss dieses Karma sein, von dem alle reden, wenn die Selbstbestimmung den Bach runtergeht.
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