Palworld-Prozess: Nintendo argumentiert, Mods zählen nicht zum "Stand der Technik"

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Palworld-Prozess: Nintendo argumentiert, Mods zählen nicht zum "Stand der Technik"
Quelle: PocketPair

In der Klage gegen Palworld-Entwicklerstudio Pocketpair behauptet Nintendo, dass Spiel-Mods nicht als "Stand der Technik" gelten würden, da diese nur gemeinsam mit einem bestimmten Titel und nicht alleine lauffähig seien.

Als Palworld Anfang 2024 erschien, dachte jeder sofort, dass Nintendo es aufgrund der Ähnlichkeiten zu Pokémon vom Markt nehmen lassen würde, doch es vergingen mehrere Monate, bevor im September 2024 die Klage erfolgte. Vorher ließ sich Nintendo mehrere Spielmechaniken auf Basis eines bereits erfolgten Patents von 2021 zusätzlich rechtlich schützen.

Viele vermuteten, dass dies geschehen war, um vor Gericht mehr Joker in der Hand zu haben. Weitere Patente, die erst 2025 eingereicht wurden, scheinen diese Vermutung zu unterstreichen. Eines davon sieht vor, dass Nintendo und The Pokémon Company das Patent für die Beschwörung einer Figur zum Kampf mit einer anderen erhielt.

Während des Prozesses argumentierte Palworld-Entwickler Pocketpair, dass es viele Mods geben würde, die Spielmechaniken von Pokémon für andere Titel bereitstellen würden und nannte als Beispiel Pocket Souls, eine Pokémon-Mod für das Spiel Dark Souls 3. Das zeige, dass Mods "Stand der Technik" seien. Zur Erklärung: "Stand der Technik" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine patentierte Technik bereits vor einer offiziellen Patentanmeldung genutzt wurde und das Patent daher für diesen Bereich ungültig ist. Pocketpair wollte damit aufzeigen, dass dieser "Stand der Technik" auch für Palworld gelten würde, da es wie eine Mod eine Abwandlung der bereits eingesetzten Spielmechanik sei.

Dies wies Nintendo jetzt zurück und behauptet, dass Mods keinesfalls einen "Stand der Technik" darstellen würden, da sie vor allem nicht alleine lauffähig seien und immer das Hauptprogramm als Basis nutzen müssten. Die Webseite Gamesfray, die den Prozess aufmerksam verfolgt, sieht darin eine ernste Gefahr für die Modding-Szene, wenn das Gericht in Tokyo diese Darstellung von Nintendo übernimmt.

Modder würden zu "Freiwild", da ihre Ideen nachträglich von anderen patentiert werden könnten, um dieses Patent dann gegen die Ideen des Modders zu verwenden. Jedenfalls, wenn Modder nicht rechtzeitig selbst Ideen schützen würden. Da Modder jedoch typischerweise Hobbyentwickler sind, werden sie wohl eher keine Patente anmelden. Die Folge: Ein neuer Rechte-Inhaber könnte Modder im Nachhinein verklagen oder zur Löschung seiner Inhalte zwingen.

Sind Sie Team Palworld , Team Pokémon oder beides? Und was halten Sie von Nintendos Argumentation? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: via Gamesfray

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RobertFoster PC-Selbstbauer(in)
        Bei Nintendo würde ich es nicht einmal als "Gier" bezeichnen. Es ist die Angst, das jemand anders etwas Besseres produziert, mit ähnlichen Ideen. Die sollten einfach mit denen arbeiten, bzw. die pushen und auf die Switch bringen. Aber soweit sehen die Idioten da leider nicht.
      • Von RobertFoster PC-Selbstbauer(in)
        Bei Nintendo würde ich es nicht einmal als "Gier" bezeichnen. Es ist die Angst, das jemand anders etwas Besseres produziert, mit ähnlichen Ideen. Die sollten einfach mit denen arbeiten, bzw. die pushen und auf die Switch bringen. Aber soweit sehen die Idioten da leider nicht.
      • Von Iffadrim Freizeitschrauber(in)
        Die Auseinandersetzung mit Pocketworld hat wieder deutlich vor Augen geführt, wie grenzenlos die Gier mancher Firmen ist.
        Mittlerweile sind die Ausmaße und die Praktiken von Nintendo deratig ausgeüfert, dass der Laden einfach nur noch boykottiert gehört.
        Nachträglich eingereichte Patente. Nachformulierungen von Patenten.
        Ein Ding der Unmöglichkeit.
        Ein Glück habe ich unsere Switch gebraucht gekauft. Wie auch 90% der Spiele.
        Aber irgendwie bereue ich nachträglichn auch das.
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Defenz0r
        Wie gut das man Atmen nicht patentieren kann
        Nintendo: Challenge Accepted!
      • Von Defenz0r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Hoagy
        Meiner Meinung nach sollten grundsätzlich keine Patente auf Spielmechaniken erteilt werden. Sonst sieht die Spielelandschaft bald sehr eintönig aus. Dann gibt es Shooter, Rollenspiele mit Charakterentwicklung, narrative Spiele etc. jeweils nur noch von einem einzigen Entwickler (bzw. Publisher) in immer neuer Auflage und keine Innovationen mehr. Oder ein paar große Publisher lizenzieren sich gegenseitig ihre Patente und der Indie-Sektor stirbt komplett aus.
        Wie gut das man Atmen nicht patentieren kann
      • Von Hoagy Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Meiner Meinung nach sollten grundsätzlich keine Patente auf Spielmechaniken erteilt werden. Sonst sieht die Spielelandschaft bald sehr eintönig aus. Dann gibt es Shooter, Rollenspiele mit Charakterentwicklung, narrative Spiele etc. jeweils nur noch von einem einzigen Entwickler (bzw. Publisher) in immer neuer Auflage und keine Innovationen mehr. Oder ein paar große Publisher lizenzieren sich gegenseitig ihre Patente und der Indie-Sektor stirbt komplett aus.
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