Zweispurig rechnen
Hinter diesem auf den ersten Blick unlogisch erscheinenden Wirrwarr stecken jedoch triftige technische Gründe. Intel gibt in seinen Developer Guides explizit vor, welche Befehlsstrukturen und -Kombinationen für HT-Systeme geeignet sind und welche nicht. Kurze Warteschleifen etwa sind für einen HT-Prozessor Gift. Im Endeffekt sind die beiden logischen CPUs eben doch nur auf ein und dieselben harten Schaltungen angewiesen. Kurze Zeitschleifen setzen einen LP und damit den ganzen Kern praktisch matt. Daher setzt Intel voraus, dass der Programmierer eine Erkennung vornimmt, ob der Prozessor mit Hyper Threading ausgestattet ist und sein Programm damit entsprechend reagieren lässt. Derzeit ist das seitens des Betriebssystems nur bei Windows XP der Fall. Windows 2000 könnte zwar beide LPs verwalten, aufgrund der fehlenden Optimierungen jedoch nicht im gleichen Maße davon profitieren.
Was wird die Zukunft bringen?
Besitzer von Multiprozessorsystemen dürfen sich freuen. Waren entsprechende Programme bisher rar gesät, so wird die Einführung der Hyper-Threading-Technologie für den Desktop-Bereich in den nächsten
Monaten und Jahren unzählige optimierte Anwendungen hervorbringen. Hyper Threading wird damit gleichzeitig zum Wegbereiter für die SMP-Systeme der Zukunft. Alles in allem ein enormes Potenzial, das es insbesondere von den Software-Entwicklern auszuschöpfen gilt.
Was Hyper Threading an sich betrifft, so wird Intel mit diesem Feature auf absehbare Zeit alleine bleiben. Wie AMD in einem Interview auf Planet3dnow.de unlängst verkündet hat, wird es kein Konkurrenz-Produkt mit logischen Prozessoren aus dem grünen Lager geben. PR-Manager Jan Gütter: "Der Athlon verfügt über neun parallele Ausführungseinheiten, die mehr oder weniger gleichzeitig ,beschäftigt' werden können und so dem Athlon XP auch ohne zusätzliche Optimierungen wie HT zu Höchstleistungen verhelfen." Was den AMD Opteron betrifft, so bleibt zumindest Raum für Spekulationen. Darauf angesprochen, wozu denn der zweite Hypertransport-Controller im Kern des Opteron/Hammer gedacht sei, meinte Jan Gütter lediglich: "Die Architektur des Hammer' ermöglicht mehrere CPUs auf einem Die." Möglicherweise werden wir früher oder später einen Opteron mit zwei "echten" CPU-Kernen auf einem Prozessor zu sehen bekommen. Das jedoch ist Zukunftsmusik. Der Hyper-Threading-Pentium 4 hingegen liegt in den Regalen ...
