Windows Longhorn
Die neue Benutzeroberfläche "Avalon" existiert derzeit nur als Designstudie. Die neue Sidebar (links) soll später mit 3D-Animationen versehen sein.
Microsoft verliert keine Zeit: Kurz nach der Veröffentlichung von Windows XP begannen die Arbeiten an Windows "Longhorn" - geplanter Erscheinungstermin: 2005.
Longhorn wird kein Aufguss von Windows XP, sondern eine völlige Neukonstruktion. Damit soll der künftigen Hardware-Generation mit 64-Bit-Prozessoren, PCI-Express-Peripherie und Festplatten im Terabyte-Format Rechnung getragen werden. Auch die Optik soll sich wandeln: weg von pixeligen Icons hin zu 3D-animierten Benutzeroberflächen. Das GUI (Graphics User Interface) soll den Namen Avalon tragen und eine 3D-Grafikkarte mit DirectX-7.0-Unterstützung voraussetzen. Im Internet munkelt man sogar, dass DirectX-9-Effekte geplant seien.
Palladium und TCPA
In Longhorn wird die Sicherheitstechnik "Palladium" integriert sein und vermutlich große Einschnitte im Computer-Leben vornehmen. Durch Palladium soll angeblich nur noch zertifizierte Software funktionieren, was das Aus für Software-Piraterie und legale Freeware bedeuten könnte. Gerüchten zufolge wird Microsoft jedoch eine "unsichere Zone" in Longhorn einrichten, in der nicht zertifizierte Software laufen könnte. Inwieweit das stimmt, wird man aber erst beim fertigen Produkt sehen. Palladium wird zudem gern mit TCPA (Trusted Computing Platform Alliance) gleichgestellt, allerdings bestehen hier einige Unterschiede: Palladium und TCPA verfügen über Gemeinsamkeiten, schließlich ist Microsoft aktives Mitglied der Allianz, allerdings deckt Palladium wohl nur einen Teil der TCPA-Sicherheitstechnik ab.
WinFS & .NET
WinFS ist ein neues Dateisystem, das die Nachfolge von NTFS antritt. Warum der Wechsel? NTFS kann zwar Terabyte-große Laufwerke verwalten, allerdings ist die Administration von NTFS aufgrund der umständlichen Dateisuche ineffizient. Bei NTFS werden nämlich die Dateilisten der Reihe nach abgearbeitet, was bei vollen Festplatten eine halbe Ewigkeit dauert. WinFS hingegen soll auf Basis einer SQL-Datenbank funktionieren, was die Dateisuche deutlich vereinfacht. So ist es möglich, mehrere Suchkriterien einzugeben, wie beispielsweise den Namen, Autor und das letzte Änderungsdatum. Das von Microsoft ".NET" genannte Konzept ist im Prinzip eine alte Idee, die unter anderem Namen neu aufgelegt wird. .NET ist eine Kommunikationsplattform (XML-Plattform) für Webdienste, mit der Programme nicht nur lokal auf dem PC vorhanden sein müssen, sondern beispielsweise über das Internet gestartet und benutzt werden können.
Entwicklung im Alphastadium
Derzeit kursieren verschiedene Alphaversionen von Longhorn durchs Netz. Diese basieren allesamt noch auf Windows XP Professional und sind damit nicht mehr als Designstudien. Das an Windows XP angelehnte GUI zum Beispiel lässt die geplante Avalon-Oberfläche nur erahnen. Außerdem ist WinFS nur auf NTFS aufgesetzt und damit für das fertige Produkt nicht repräsentativ. Palladium ist in der aktuellen Version Build 4015 noch gar nicht vorhanden.
Fazit: Windows Longhorn
Longhorn verspricht ein weiterer Meilenstein zu werden - im positiven und negativen Sinne. Zum einen kommt durch die geplante Oberfläche und das Dateisystem WinFS neuer Wind in Windows-Betriebssysteme, zum anderen verschärfen sich die Sicherheitsmaßnahmen durch Palladium enorm.
