Movie Maker 2 in der Praxis
Microsoft stellt mit dem Movie Maker 2 eine neue Version des kostenlosen Videobearbeitungstools vor. Das simple Programm ist zu einer echten Alternative für Hobbyfilmer geworden.
Der Movie Maker war ursprünglich als Microsoft-Pendant zu Apples Imovie geplant und ist seit Windows Millennium ein fester Bestandteil des Betriebssystems. Der Rivalen-Rolle wird das Tool aber erst in der kürzlich zum Download bereitgestellten Version 2 gerecht, die mittlerweile auch mit deutschen Menüs verfügbar ist. Der virtuelle Filmemacher lässt sich in einer zwölf Megabyte großen Installationsdatei für Win XP unter WEBCODE 228K herunterladen.
Grundlagen der Videobearbeitung
Bereits vor dem Start der Aufnahme muss die Komprimierung des Videos festgelegt werden.
Im Gegensatz zur ersten Version verfügt der Movie Maker 2 über eine Vielzahl guter Überblend- und Bearbeitungseffekte, welche sich gleich in einer Echtzeitvorschau betrachten lassen. So lässt sich beispielsweise das eigene Heimvideo durch Farbveränderung und Reduzierung der Abspielgeschwindigkeit auf "alt" trimmen. Eine der wichtigsten Neuerungen ist aber die Timeline, die nun zusätzlich zum Storyboard zur Verfügung steht. Hier kann man den Film in aneinander gereihten Bildern sehen und flink die virtuelle Filmschere ansetzen. Insgesamt stehen aber nur eine Videospur, eine Spur für Übergangseffekte, zwei Tonspuren und eine Titelspur, welche für das Einblenden von Titeln beziehungsweise Text erforderlich ist, zur Verfügung. Neu ist außerdem der Titelgenerator. Mit ihm ist es möglich, Texte während des Films einzublenden. Neben Grundeinstellungen wie Schriftart und Farbe lässt sich auch die Einblendart editieren. So kann man beispielsweise auswählen, dass der Text wie bei Star Wars schräg von unten in das Bild läuft. Ein Newsticker, wie für die Börsenkurse bei Nachrichtensendern, lässt sich ebenfalls einblenden.
Aufnahme und Import
Die in Clips zerlegten Videos lassen sich in der Timeline anordnen und mit Musik unterlegen.
Wie bei der Vorgänger-Version verfügt auch der Movie Maker 2 über das so genannte Aufnahme-Modul. Hier kann sowohl von analogen als auch von digitalen Quellen wie beispielsweise einem Camcorder Videomaterial aufgezeichnet werden. Besitzer einer TV-Karte können auch direkt das laufende Fernseh-Programm auf ihren PC überspielen. Eine Time-Shift-Funktion für zeitversetztes Aufnehmen ist aber leider nicht integriert. Vor dem Aufnehmen muss die Auflösung oder der Verwendungszweck wie zum Beispiel Video-Mail eingestellt werden.
In der Praxis lässt sich eine Video-Aufnahme unkompliziert durchführen. Für unseren Test haben wir eine günstige Hauppauge-TV-Karte verwendet. Zunächst muss das Aufnahmefenster aufgerufen und das System mit einem Klick auf "Video aufnehmen" vorbereitet werden. Im oberen Teil des Fensters zeigt das Programm nun die gefundenen Aufnahmequellen wie Camcorder oder in unserem Fall die Hauppauge-Karte an. Wenn beispielsweise das TV-Programm aufgezeichnet werden soll, müssen Sie "TV-Empfänger" in der Liste "Videoeingabequelle" auswählen. Für einen Camcorder am AV/S-Video-Anschluss der Karte stehen hier ebenfalls "S-Video" oder "Composite" zur Wahl. Wichtig sind zudem die Angaben unter "Audioquelle", denn die Ton-Ausgabe einer TV-Karte wird meistens über den Line-in der Soundkarte realisiert.
