Marketing-Lüge 16 ms?
PC Games Hardware fragt nach
Wir haben mit Christian Spruijt, dem Sales Marketing Manager Display von Benq, gesprochen.
Durch welche Techniken wird die Reaktionszeit von 16 ms erreicht?
Es gibt derzeit zwei verschiedene Möglichkeiten, die Reaktionszeit zu optimieren. Die von uns eingesetzte Technik nennt sich "Intrinsic Property". Hierbei geht es in erster Linie um die Fließeigenschaft der Flüssigkristalle im Panel. Wir können mit dieser Technik die Viskosität (Fließeigenschaft) der Flüssigkristalle optimieren und somit die Reaktionszeit verbessern. AU Optronics, eine Benq-Tochter und unsere eigene Panelfabrikation, setzt diese Technik ein. Benq hat diese Technik als Erster in seinen LCDs eingebaut. Doch Schnelligkeit ist nicht alles. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Stabilität. Andere Hersteller nutzen die "Over Driving"-Technologie. Hierbei wird die elektronische Ansteuerung des Panels beschleunigt. Vergleichbar ist diese Technik mit der Übertaktung einer CPU. Der Nachteil liegt auf der Hand. Wenn ich meine Elektronik übertakte, wird die Lebensdauer der Flüssigkristalle und deren Stabilität auf Dauer beeinträchtigt. Wir gehen hier den schwereren Weg und setzen am Flüssigkristall an.
Wird es in naher Zukunft noch kürzere Reaktionszeiten bei LCDs geben?
In Kombination der beiden Technologien (Over Driving und Intrinsic Property) besteht die Möglichkeit, zukünftig eine schnellere Reaktionszeit als die bisherigen 16 ms zu erreichen. Diese Reaktionszeit würde dann bei 10 bis 12 Millisekunden liegen. Der Nachteil: Die Problematik instabiler Displays, die Pixelfehler hervorrufen können, besteht auch hier.
