Gut (auf)gerüstet

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Preissturz: Speicher ist so günstig wie noch nie. Selbst die hochkomplexen 512-Megabyte-Module sind billig, laufen aber nicht in jedem Rechner problemlos. Preissturz: Speicher ist so günstig wie noch nie. Selbst die hochkomplexen 512-Megabyte-Module sind billig, laufen aber nicht in jedem Rechner problemlos. Fast jeder Spieler spendiert seinem Rechner in diesen Tagen mehr Speicher. Doch gelegentlich macht das Mainboard Zicken.
Ein halbes Gigabyte RAM für 149 Mark - den unschlagbar günstigen Speicherpreisen kann derzeit kaum jemand widerstehen. Doch wer die Discount-Module ordert, erlebt möglicherweise eine herbe Enttäuschung. Einige Rechner starten nicht, andere erkennen nur die halbe Größe des Moduls. Meist hilft nicht mal ein BIOS-Update weiter, der Speicher muss zurück.
Generell hängt es vom Chipsatz ab, welche Module verwendet werden können. In Einzelfällen, bei einem schlampig programmierten BIOS zum Beispiel, verträgt die Platine nicht mal die vom Chipsatz unterstützte maximale Größe. Keine Probleme gibt es mit den aktuellen VIA-Chipsätzen KT266, KT133A und KT133. Intels 810- und 815-Chipsätze laufen dagegen mit 512-MB-Modulen nicht immer störungsfrei. Einige Versender kennzeichnen das auf der Homepage durch die Randbemerkung "VIA". Um die Beschränkung verstehen zu können, ist ein Blick auf die Speicherarchitektur hilfreich. Speichermodule bestehen meistens aus 8 oder 16 einzelnen Speicherchips. Die Kapazität eines einzelnen Chips variiert üblicherweise zwischen 64 und 256 MBit. Bei großen Modulen verwendet der Speicherhersteller zum Beispiel 16- der 256-MBit-Bausteine. Jeder einzelne Baustein hat eine Speicherkapazität von 32 Megabyte, das ergibt bei 16 Chips genau 512 MByte. Ob ein Modul läuft oder nicht, hängt davon ab, wie die 16 Chips intern organisiert sind. Vereinfacht gesagt, besteht ein einzelner 256-MBit-Baustein wiederum aus mehreren Speicher-"Feldern": Über die Zahl und Anordnung der Felder entscheidet der Speicherhersteller. Denkbar wären Organisationen von 16 Feldern à 16 MBit oder 8 x 32 MBit oder 4 x 64 MBit. Die Struktur der einzelnen Felder ist der Schlüssel zur Kompatibilität: Wenn der Speicher-Hersteller 8 Felder mit jeweils 32 MBit verwendet, benötigt der Chip 13 Datenleitungen für die Zeilen und 10 Datenleitungen für die Spalten. Damit lassen sich 8.192 Zeilen (213) und 1.024 (210) Spalten, mithin 8.388.608 Speicherblöcke zu je 8 Bit in vier Bänken (insgesamt 256 MBit) adressieren.
Einige 512-MB-Riegel besitzen jedoch Feldstrukturen, die mit 13 x 11 Datenleitungen adressiert werden. Das ist bei allen Chips der Fall, die 4 Felder mit je 64 MBit Kapazität haben. Viele Chipsätze können mit der elften Datenleitung für die Spalten-Adressierung nicht umgehen - vom 512-MB-Modul ist nur die halbe Kapazität nutzbar. Dass andere 512-Megabyte-Module problemlos funktionieren, liegt einfach daran, dass hier eine andere Organisationsstruktur (etwa 13 x 10, ergo 8 x 32 MBit) verwendet wurde. Weil es keine verbindliche Ordnung für den Speicherbau gibt, kann es auch kleinere Module geben, die aufgrund ihrer Bauweise nicht auf älteren Mainboards laufen. Ein 256-Megabyte-Modul funktioniert nicht auf einem BX-Board, wenn der Speicherhersteller 256-Mbit-Chips verwendet (siehe Tabelle). Man kann die Speicherchips einfach abzählen: Wenn ein 256-MB-Modul acht Bausteine enthält, handelt es sich um 256 MBit-Chips, bei 16 Bausteinen wären es 128-MBit-Chips.
Selbst wenn der Rechner die volle Kapazität des 512-Megabyte-Moduls erkennt, kann die Freude über die große Speicherfreiheit schnell verfliegen. Ein günstiges 512-MB-Modul verursachte auf unserem A7V133 mehrere Systemabstürze.

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