Festplatten-Freiheit
Serial ATA ist eine der wenigen echten Innovationen der letzten Monate: Die Technik soll Festplatten schneller machen und das Kabelgewirr im Rechner auflösen.
wei Jahre hat es gedauert: Im Jahr 2000 setzten sich alle großen Laufwerks- und Mainboardhersteller an einen Tisch, um die in die Jahre gekommene parallele IDE-Controller-Technik durch eine neue Technologie zu ersetzen. Die Ergebnisse der damaligen Tagung sind jetzt in Form von Serial ATA auf dem Markt verfügbar. Mittlerweile bieten alle großen Mainboard-Hersteller Hauptplatinen mit entsprechenden Controllern an. Seagate hat als erster Festplattenhersteller eine entsprechende Festplatte mit dem neuen Hochgeschwindigkeitsinterface vorgestellt. Wir haben uns für einen Praxistest die Barracuda SATA V 120 GB genauer angeschaut.
Die alte parallele Technik hat gleich mehrere Nachteile: Wichtigster Punkt ist die Limitierung des Datendurchsatzes. Zurzeit sind maximal 133 MB/s realisierbar. Damit ist die Technologie am absoluten Limit angekommen. Mit dem bisherigen parallelen Betrieb mehrerer Geräte an einem Bus können keine höheren Taktraten realisiert werden, ohne die Datenintegrität zu gefährden. Serial ATA erlaubt in der ersten Ausbaustufe Datenraten von 150 MB/s. 2004 soll die nächste Ausbaustufe mit 300 MB/s folgen. Bis 2007 will man sogar bei 600 MB/s angekommen sein. Diese hohen Datenübertragungsraten sind vor allem der verwendeten seriellen Technologie zu verdanken: Jede Festplatte ist mit dem Laufwerkscontroller über eine direkte, vieradrige Signalleitung verbunden. Diese Datenleitung kann praktisch frei getaktet
werden - Serial ATA ist somit beliebig skalierbar.
Ein weiterer großer Vorteil der SATA-Technologie ist das neue Interface: Signalkabel und Stromversorgung der neuen Laufwerksgeneration wurden komplett überarbeitet und präsentieren sich jetzt in einem zeitgemäßen, praktischen Design. Damit sind die Tage der teueren, unflexiblen und platzraubenden 40- bzw. 80-adrigen Flachbandkabel endgültig gezählt. Die neue Festplattengeneration wird über ein schmales und biegsames Kabel angeschlossen, mit dem auch größere Entfernungen überbrückt werden können. Bis zu einem Meter können die neuen Kabel lang sein, die alten IDE-Kabel waren nur bis maximal 45 Zentimeter spezifiziert. Die neuen Kabel sind vor allem für Systeme mit kritischem Wärmehaushalt (übertaktete oder gedämmte PCs) ein echter Vorteil: Die Luft kann besser im Gehäuseinneren zirkulieren, Gehäuselüfter arbeiten effizienter.
Passend zu den neuen Kabeln wurden auch die Steckverbindungen der Festplattenschnittstellen überarbeitet. Ein schmaler, einen Zentimeter breiter Stecker mit nur wenigen Kontakten ist für die Datenübertragung zuständig. Ein ähnlicher, etwas breiterer Stecker ist bei den Geräten der ersten SATA-Generation für die Stromversorgung verantwortlich. Die Spezifikationen für SATA beinhalten aber auch Steckverbindungen mit kombinierten Strom- und Datenleitungen. Damit sollen die Laufwerke der nächsten SATA-Generationen angeschlossen werden. Durch die serielle Technik und die direkte Verbindung zwischen Laufwerkscontroller und Laufwerk fallen auch die Master- und Slave-Jumper weg. Die neue Sterntopologie erlaubt nur noch ein Laufwerk an jeder Datenleitung und macht die besagten Jumper überflüssig.
