230-Volt-Netzwerk
Die Powerline-Geräte erreichen bis zu sieben Megabit pro Sekunde, allerdings arbeiten sie nur mit Halbduplex. Das bedeutet: Es kann immer nur ein Gerät senden und die anderen müssen in dieser Zeit empfangen. Trotzdem sind Pingzeiten unter zehn Millisekunden möglich. Damit sollten Sie bei Netzwerkspielen keine Probleme haben. Aktuell werden von diversen Herstellern (siehe Tabelle) zwei Anschlussvarianten für den PC angeboten: USB- und LAN-Adapter. Das USB-Gerät benötigt den mitgelieferten Treiber und richtet sich als Netzwerkkomponente ein. Dadurch sind auch alle gängigen Protokolle wie TCP/IP oder IPX über Powerline nutzbar. Die LAN-Adapter werden mit einem RJ45-Kabel an die Netzwerkkarte im Rechner angeschlossen. Daher benötigen Sie keinen zusätzlichen Treiber und die Geräte lassen sich auch mit Hubs, Switches oder DSL-Modems verbinden. Wenn Sie beispielsweise das DSL-Modem im Keller und den PC zwei Stockwerke höher im Arbeitszimmer haben, können Sie das Internet über Powerline nach oben übertragen.
Die Einsatzmöglichkeiten der Homeplug-Technologie gehen jedoch weit über die klassische PC-Vernetzung hinaus: So lässt sich beispielsweise Musik von einem Internet-Radiosender an Lautsprecher in jeden beliebigen Raum übertragen, eine Webcam kann mit einem zentralen Kontrollpanel verbunden werden oder die Fernwartung und -steuerung von intelligenten Haushaltsgeräten ist möglich.
Fazit: Die Powerline-Technologie wird eine große Zukunft haben, denn der Anwender spart sich die umständliche Netzwerkverkabelung und muss sich nicht mit den Tücken des W-LANs herumärgern. Spätestens mit der 100-MBit-Powerline-Technik werden die letzten Zweifel ausgeräumt. In der nächsten Ausgabe werden wir Produkte verschiedener Hersteller testen.
