PC stürzt ab mit Bluescreens? CPU-Instabilität mit Stresstests aufdecken
Beim Übertakten oder Undervolten des Prozessors kann der PC instabil werden und mit Bluescreens abstürzen. Wer das Potenzial seines Chips ausschöpfen möchte, benötigt daher Software, mit der eine nicht stabile Konfiguration zuverlässig entlarvt werden kann. PC Games Hardware präsentiert mit Cinebench einen praktischen Schnelltest und mit Prime95 eine aussagekräftige Software, die für extreme Auslastung sorgt.
Obwohl jeder PC-Nutzer ein absturzfreies System haben möchte, ist Stabilität aber oft Auslegungs- und Definitionssache. Ein Extrem-Übertakter zum Beispiel, der ausschließlich einen neuen Taktrekord für einen Prozessor aufstellen möchte, ist bereits zufrieden, wenn das Abspeichern eines Screenshots oder einer CPU-Z-Validierungsdatei geklappt hat. Falls das System erst eine Sekunde danach abstürzt, war es für die Zwecke des Rekordjägers stabil genug, auch wenn mit den gewählten Einstellungen nicht einmal das Verschicken einer E-Mail möglich wäre. Ein für ein wichtiges Server-System verantwortlicher Administrator wird hingegen nicht nur von Overclocking Abstand nehmen, sondern versuchen, besonders zuverlässige Komponenten zu verwenden, sie vor der regulären Benutzung auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen und darüber hinaus Vorkehrungen treffen für den Fall, dass doch einmal Instabilität auftritt.
Zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich normale Anwender: Im Alltag reicht es, wenn alle von Ihnen genutzte Programme problemos funktionieren und kein Datenverlust auftritt. Dies erwähnen wir aus einem guten Grund: Die vorgestellte Software mag zwar vereinzelt die Hardware sehr stark beanspruchen, falls Sie mit Ihrem PC nach der Übertaktung immer wieder aus Ihrem Lieblingsspiel geworfen werden, hilft es Ihnen aber kein bißchen, dass das System gestern noch alle Stresstests mühelos absolviert hat. Moderne Spiele wie Battlefield 4 oder Crysis 3 stellen durch die gleichzeitige Beanspruchung verschiedener Systemkomponenten andere Anforderungen an einen Rechner als ein extrem fordernder, aber auf die CPU beschränkter Stabilitätstest, Das Bestehen eines anspruchsvollen Stresstests senkt also lediglich das Risiko, im Alltag mit Instabilität konfrontiert zu werden.
Der praktische Schnelltest: Cinebench
Einen ersten Anhaltspunkt in sehr kurzer Zeit liefert das Programm Cinebench. Der Benchmark nutzt sämtliche zur Verfügung stehenden logischen Kerne und ist auf aktuellen Systemen in weniger als einer Minute beendet. Cinebench ersetzt zwar keinen gründlichen Stabilitätstest, ist für flottes Annähern an eine alltagstaugliche Konfiguration aber eine gute Wahl. Das liegt auch daran, dass das Programm nach jedem bestandenen Durchlauf einen Punktwert ausgibt. Falls die eingestellte Taktrate nicht stabil gehalten werden konnte, fällt das beim Vergleich der Ergebnisse auf.
Der anspruchsvoller Klassiker: Prime95
Der wohl bekannteste Stresstest für PCs wurde entwickelt, um Primzahlen mit möglichst vielen Nachkommastellen aufzuspüren. Bekannt ist das Programm aber für die unter dem Menüpunkt "Options" zu findenden "Torture Tests". Mit der Einstellung "Small FFTs" lässt sich eine zu geringe Kernspannung oft in wenigen Sekunden ausmachen, bei denen andere Programme lange Zeit problemlos durchlaufen. Das Kühlsystem wird außerdem sehr stark beansprucht. "Blend" ist ein sehr guter Allround-Test und beansprucht sowohl die CPU als auch den Speicher sehr stark. Profis setzen auf einen vollständigen Durchlauf mit "Custom"-Einstellungen von 8 bis 4096K FFT-Größe, der sehr viele Stunden Zeit benötigt.
Neben der Testergebnisse spricht auch die stetige Weiterentwicklung für Prime95: Seit Version 27.7 werden beispielsweise die AVX-Einheiten von CPUs genutzt (erstmalig implementiert in 27.1 Alpha 32 Bit). Die aktuelle Version 28.5 macht intensiv Gebrauch von FMA3. Prozessoren, welche über diese x86-Befehlssatzerweiterung verfügen, werden so besonders intensiv belastet. Dadurch steigen die Anforderungen an das Kühlsystem und die minimale Kernspannung deutlich. AVX untersützen Prozessoren seit der Einführung von Bulldozer und Sandy Bridge, FMA3 verstehen CPUs auf Haswell-, Piledriver- und Trinity-Basis - mehr Details im Video.

Ja das ist mein ernst, vollkommen ernst, das ist nicht nur eine Meinung sondern auch jahrelange Erfahrung.
Wenn du es doch verstehst, aber die krumme schiene fährst interessiert mich das nicht.
Den Rest deines Beitrags habe ich schon abgehandelt, wiederholen werde ich mich sicher nicht.
Prime ist Stur auf organisiertes vorhersehbares programmiert, die Realität ist komplett anders und spielt dort keine rolle,
Prime kann halt nur die beteiligten Komponenten testen und deren Zusammenspiel, und das deckt Spiele nicht ab. Die meisten Endanwender wollen aber ein System das IMMER stabil ist, also in Anwendungen, Spielen und allen anderen möglichen Zuständen. Und da liefert Prime schon gute Indikatoren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Anwendungen bei Spannungen die Prime zum Absturz brachten auch früher oder später crashen ließen. Bei Prime-Stabilen Werten konnte ich bisher noch keine Abstürze im Alltag feststellen.
Interessant, wie wer welche Einstellung vornimmt. Ich gehe immer zuerst von meiner Kühlung aus, denn die ist grundsätzlich bzw. fast immer der Schwachpunkt.
Ich lasse das Werksbios auf Auto und sehe dann unter Prime95 (1344/1344 Custom Run FFTs), welche Spannung bei CPU-Z angelegt wird, aber immer mit einem Auge auf die Themperatur. Davon ausgehend, das die Themperatur in 30 Minuten noch im grünen Bereich ist, fixe ich diese Spannung und setze dann den Takt hoch bis das System instabil wird. Der Rest ist Feintuning.
Das Ganze ist auch für Anfänger die logische Vorgehensweise ohne Unsicherheit darauf hin einen Fehler zu machen, zumindest für das OC. das die meisten versuchen werden.
Diese Grundeinstellung ist natürlich für das Underclocking auch brauchbar. Zuerst die MHz dann die gefixte Spannung herabsetzen. Wenn man nach 2-3 Stunden Prime ein positives Ergebnis bekommt lege ich nochmal 0,010- 0,020Volt oben drauf.
Was mich immer stört, ist das die LLC auf max. steht, dort nehme ich grundsätzlich die mittlere Einstellung vorher vor!
Ha Ha, beim Haswell-E ist das manchmal nicht ganz so einfach. Hier habe ich die Kerne einzeln ausgelotet, als Beispiel mein i7 5820K hat bei 4.0 GHz.( Prime95 27.9) auf den Kernen 1-4 eine vCore von 1.125 Volt und Kern 4+5 eine vCore von 1.132 Volt. So weiß ich genau, wie hoch die Differenz dazwischen ist. Diese ist 0.007 Volt und genau der Spielraum in dem es zu Instabilitäten kommt. Das heißt je nach Last oder Anwendung, kann er auf allen 6 Kernen rechnen oder auch nicht. Meine maximale Ziel-Themperatur ist immer um die 70°, wichtig für den Sommer ☺
wolflux
Super Zitiert Wolff1975
Was habe ich schon von einer Prime Stabilität, wenn ich dafür zb um 200MHz inkl mehr FPS verzichten muss, und mehr Volt geben muss inkl mehr Abwärme bekomme, nur um zu sagen das alles mit Prime Okay ist, das mag für Händler gelten die Systeme zusammenstellen aber sicher nicht einem Endanwender
Prime ist Stur auf organisiertes vorhersehbares programmiert, die Realität ist komplett anders und spielt dort keine rolle, außerdem kommt man als "Spieler" (<- Beachten, nicht ignorieren !) sowieso nie in diesen Auslastungszustand.
Du kannst dich mit Prime besser fühlen, aber dennoch kann man mehr erreichen als von diesem Programm angegeben wird.
Prime ist eine Basis bzw Indiz, aber sicher nicht das ende.
Ich hab auch immer Prime als Stabilitätstest genommen, da war auch alles in Ordnung, aber ich hab dann in einem Fall beim zocken festgestellt, dass meine Einstellungen etwas Temperatursensitiv warn. Bei 20°C Raumtemperatur war das CPU-OC (i7 920 @3,7GHz ), bei >25°C (ich hab nen Ofen im Zimmer) produzierte die Kiste Abstürze. Also musst ich den BCLK auf 180MHz zurücknehmen, dann lief alles rund.
Cinebench oder Prime sind nich der heilige Gral, was Stabilitätstests angeht, aber auf jeden Fall ne gute Näherung. Am Ende zeigt der Alltagsbetrieb, ob alles passt oder ob man nachjustieren muss.